| 20:58 Uhr

Tanz-Aufführungen im Saalbau
Wenn Bilder lebendig werden

„Der leere Bilderahmen“ heißt ein Stück, das im Saalbau gezeigt wird. Mehr als 100 Ausführende machen dabei mit.
„Der leere Bilderahmen“ heißt ein Stück, das im Saalbau gezeigt wird. Mehr als 100 Ausführende machen dabei mit.
Limbach/Homburg. Tanzpädagogin und Tänzerin Lisa Merscher plant ihre erste eigene große Aufführung im Homburger Saalbau. Dafür hat sie sich das Stück „Der leere Bilderrahmen“ ausgedacht. Mehr als 100 ihrer Schüler machen dabei mit.

Wie passen ein Museumsbesuch, Ballett und moderner Tanz zusammen? Wer auf diese Frage eine Antwort haben möchte, der muss sich noch ein bisschen gedulden. Denn die Lösung wird erst Anfang Dezember, genauer am Wochenende, 1. und 2. Dezember, im Saalbau (siehe auch Infokasten) serviert. Und die ist kein bisschen angestaubt, sondern schlicht spannend. Hinter diesem tänzerischen Museumsabend, der in Wirklichkeit „Der leere Bilderrahmen heißt“, steckt Lisa Merscher. Sie stammt aus Jägersburg und hat Anfang des Jahres ihre Tanzmanufaktur in Limbach eröffnet.

Seitdem dreht sich für sie die Welt vielleicht noch einen Tick schneller, jedenfalls die tänzerische. 140 Schülerinnen und, ja, auch Schüler lernen bei ihr mittlerweile Ballett und modernen Tanz – von den kleinen Vierjährigen über Jugendliche bis zu Erwachsenen. Zudem  ist die ehemalige Ballett-Chefin am saarländischen Staatstheater in Saarbrücken, Marguerite Donlon, Patin ihrer Akademie geworden.

Jetzt will Lisa Merscher das, was sie in den Räumen in Limbach vermittelt, einem größeren Publikum zeigen. Ihre Schüler freuen sich schon jetzt auf die Vorstellungen. Obwohl sie dafür „viel Zeit opfern“. Geprobt wird intensiv, die Atmosphäre sei angenehm und schön,  freut sich Lisa Merscher. Es ist ihr wichtig, dass sie ihnen das Erlebnis ermöglichen kann, auf einer Bühne zu stehen. Bis dahin gibt es allerdings noch viel zu tun.



„Es ist die erste Aufführung, die ich ganz alleine verantworte“, sagt sie. Mit Choreographie kennt sie sich zwar aus, das habe sie auch zuvor schon oft gemacht. Zum Hintergrund: Merscher hat an der privaten Musik- und Kunstuniversität der Stadt Wien studiert, hat bereits an anderen Stellen unterrichtet, choreographiert, tanzte zudem etwa in einer Gastrolle am saarländischen Staatstheater in Saarbrücken.

 Für ihr eigenes „Aufführungskind“ fordert nun aber auch das organisatorische Denken jede Menge von ihr. Es ist, auch das eine Herausforderung, schließlich die erste große Präsentation der Schule. Und ohnehin ist da überall viel Handarbeit: Die Kostüme hat sie selbst entworfen, das Bühnenbild stammt von Jochen Maas.

Etwa 100 Mitwirkende werden auf der Saalbau-Bühne stehen: von solchen, die erste Schritte in der tänzerischen Früherziehung wagen, bis zu Erwachsenen sei alles dabei. Auch beim Blick auf das, was jeder einzelne kann, ist die Bandbreite groß. Eine echte Aufgabe also, das alles unter einen Hut zu bekommen, genauso wie die gemeinsamen Trainingszeiten.

Um in ihrem „leeren Bilderrahmen“ modernen Tanz und Ballett gleichermaßen unterbringen zu können, hat sie sich die Geschichte, die sozusagen den roten Faden bildet, selbst ausgedacht. Die Musik reicht von original klassisch bis zu modern-abstrakt. Und welche Richtung schlägt sie tänzerisch ein? Einfach etwas Bestehendes nachtanzen lassen, ist ihre Sache überhaupt nicht. Sie bediene sich dem Tanztheatergenre, arbeitet von klassisch bis sehr zeitgenössisch, ein besonderes Nebeneinander. Denn sie hat den Anspruch, dass man sieht, was zeitgenössischer und moderner Tanz sein kann. Es geht auch um Techniken und darum, dass sie viele verschiedene Menschen erreicht. Mal sind es größere Gruppen, die auf der Bühne agieren, mal kleinere, und es wird ein Stück im Stück eingebaut. Wer mehr wissen möchte, soll selber schauen.

Wer sich darauf einlässt, der betritt sozusagen  ein Museum, in dem die Bilder und Skulpturen, die dort hängen und stehen, zum Leben erwachen. Mittendrin: ein Kind, das dies alles erlebt.  Neben den Bilder, die erwachen, kommen auch solche Menschen darin vor, die in einem Museum unterwegs sind. Und, auch das eine Besonderheit, das Erlebnis beginnt für das Publikum nicht erst dann, wenn das Bühnengeschehen startet. Schon ab dem Zeitpunkt, wenn er den Saalbau betritt, soll der Zuschauer sofort in die besondere  Museums-Atmosphäre eintauchen. Deswegen ist der Einlass auch schon eine Stunde vor Beginn der Vorstellung angesetzt.

Selbst wenn bis Dezember noch etliche Wochen bleiben, die Proben und alles, was dazu gehört, laufen auf Hochtouren. Denn so langsam geht es in den Endspurt für die tänzerische Reise im Museum.

Lisa Merscher und ihrer Limbacher Tanzmanufaktur stehen hinter den Aufführungen am 1. und 2. Dezember im Homburger Saalbau.
Lisa Merscher und ihrer Limbacher Tanzmanufaktur stehen hinter den Aufführungen am 1. und 2. Dezember im Homburger Saalbau.