| 20:14 Uhr

Fastnachtsumzug durch Altstadt
Zum Start des Zuges riss der Himmel auf

 Der größte kleine Fastnachts-Umzug der Welt in Altstadt lockte auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Zuschauer an.
Der größte kleine Fastnachts-Umzug der Welt in Altstadt lockte auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Zuschauer an. FOTO: Thorsten Wolf
Altstadt. Der „größte kleine Umzug“ war zum Abschluss der Fastnachtstage am Dienstag wieder in Altstadt unterwegs. Von Thorsten Wolf

Der Fastnachtsdienstag in Altstadt bringt einen dazu, ein gutes Sprichwort ein wenig umzutexten: Statt mit einem „blauen Augen“ kamen die Närrinnen und Narren beim größten kleinen Umzug der Welt in diesem Jahr mit einem „blauen Himmel“ davon. Genau ab dem Moment, als sich der Zug vom Hof Körner in der Homburger Straße über die Ortsstraße in Richtung Hugo-Strobel-Halle schlängelte, kam die Sonne hervor. Noch während sich der Zug gegen 13.30 Uhr auf dem Reiterhof aufstellte, hatte es da ganz anders ausgesehen, da regnete es noch.

Und eben der Regen mochte auch dafür gesorgt haben, dass der Umzug in diesem Jahr ein bisschen kleiner ausfiel als in der Vergangenheit. Nun gut, ein Vergleich zu 2019 durfte eh nicht gezogen werden, da hatte ein riesiger Festwagen vom Neunkircher Umzug, der damals ausgefallen war, dafür gesorgt, dass man in Sachen „mobiler Fastnacht“ in völlig ungeahnte Höhen vorgestoßen war. Diesmal wurden wieder etwas kleinere Brötchen gebacken – die waren aber auch sehr, sehr lecker. Mit dabei: die Limbacher Dorfmusik Hacke, der Kindergarten „Pusteblume“ aus Limbach, die Oldtimerfreunde, die Altstadter Kita „Himmelsgarten“, der TV Altstadt, der SV Altstadt und die „Friesenfreunde“. Wie gesagt, der Zug fiel in diesem Jahr ein bisschen kürzer aus. Umso erfreulicher war der wirklich respektable Zuspruch seitens des Gäste am Streckenverlauf – trotz des bis dato verregneten Tages.

Die beiden größten Gruppen waren, diesen Eindruck konnte man durchaus gewinnen, die beiden Kindergärten. Das machte durchaus Sinn, ist der Altstadter Umzug doch der Auftakt zur Kinderfastnacht in der Hugo-Strobel-Halle. Und was wäre die eben ohne Kinder. Die „Pusteblume“ von Leiterin Martina Heinzelmann hatte sich als Thema den Klimwandel, Umwelt- und Naturschutz ausgesucht. Und ein Lied hatte man auch noch im närrischen Gepäck: „Schau die Pole, wie sie schmelzen, es wird wärmer, es wird wärmer, jedes Jahr, Jahr, Jahr. Schau die Pole, wie sie schmelzen, es wird wärmer – das ist wahr“.



Auch ansonsten bot der Umzug in diesem Jahr wieder viel Fantasievolles, viele lustige Kostüme und witzige Idee. Puschlige Pandas waren ebenso zu sehen wie eine ganze Parade von sehenswerten Hüten. Die wurden, garniert mit vielen lustigen Sprüchen, von der Kita „Himmelgarten“ durchs heimische Altstadt getragen, zu lesen war da unter anderem „Hasche e Hut aan, bissche gut aan“ oder auch „Mit Hut geht’s mir gut“. Und gut ging‘s am Dienstag, so ist es zu hoffen, allen.

Abgesichert und begleitet vom Löschbezirk Altstadt mit Löschbezirkführer Andreas Hoffmann an der Spitze und Polizeioberkommissar Thomas Clemenz von der Polizeiinspektion Homburg konnten die Narren im Zug und an den Straßen ausgiebig feiern. Es gab Guzzjer, Popcorn und vieles mehr für die, die wie in jedem Jahr gleich mit leeren Einkaufstüten zum Altstadter Umzug gekommen waren – um den heimischen Süßigkeiten-Vorrat ein bisschen aufzufüllen. Dass die Stimmung durchweg so ausgelassen war, wirkte nach der Fahrzeug-Attacke auf einen Umzug am Montag in Nordhessen mit vielen Verletzten umso beeindruckender. Ortsvorsteher Peter Voigt, der wie in all den Jahren auch diesmal wieder den Hut des Verantwortlichen trug, brachte es wohl stellvertretend für viele so auf den Punkt: „Natürlich hat man ein mulmiges Gefühl, das bleibt nicht aus. Wenn man sieht, was in der letzten Zeit so alles passiert ist. Ich bin aber nicht bereit, mir von Schwachköpfen, egal ob politisch motiviert oder warum auch immer, vorschreiben zu lassen, wie wir unser dörfliches Leben zu gestalten haben.“

Und so wurde in Altstadt kräftig gefeiert, so wie man es in all den vergangenen Jahren getan hatte. Diesmal vielleicht ein bisschen kleiner als sonst – aber immerhin gilt es ja in jedem Jahr wieder den Titel des „größten kleinen Umzugs der Welt“ zu verteidigen, denn: anders wäre ja nicht Altstadt.

 Die Limbacher Kita „Pusteblume“ machte den Klimawandel zum Thema.
Die Limbacher Kita „Pusteblume“ machte den Klimawandel zum Thema. FOTO: Thorsten Wolf