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Blutspendeaktion in Kirkel
Immer auf der Suche nach Erstspendern

Beim Blutspendetermin am Montag in Kirkel-Neuhäusel ging es gut gelaunt zu, Sophia Purbst (links) sorgte als ehrenamtliche DRK-Betreuerin von Spendern wie Edith Schneider mit einem strahlenden Lächeln für entspannte Stimmung.
Beim Blutspendetermin am Montag in Kirkel-Neuhäusel ging es gut gelaunt zu, Sophia Purbst (links) sorgte als ehrenamtliche DRK-Betreuerin von Spendern wie Edith Schneider mit einem strahlenden Lächeln für entspannte Stimmung. FOTO: Thorsten Wolf
Kirkel-Neuhäusel. Der Ortsverein Kirkel-Neuhäusel des DRK engagiert sich ganz besonders für den Blutspende-Dienst. Vier Mal im Jahr ruft man hier in Zusammenarbeit mit dem Blutspende-Dienst Rheinland-Pfalz/Saar die Bürger zum Spenden auf. Von Thorsten Wolf

Montag, später Nachmittag. Im Feuerwehrgerätehaus des Löschbezirks Kirkel-Neuhäusel herrscht ordentlich Betrieb. Im großen Besprechungsraum sind einige „Behandlungsstühle“ aufgebaut. Es ist viel medizinisches Gerät zu sehen. Dazwischen bereiten sich Aktive des DRK-Ortsvereins Kirkel-Neuhäusel und Mitarbeiter des Blutspende-Dienstes Rheinland-Pfalz/Saarland auf ihren Einsatz vor. Bis 20 Uhr geht es nur um das Spenden von Blut.

Für den DRK-Ortsverein Kirkel-Neuhäusel hat dessen stellvertretender Vorsitzender Harald Klein ein waches Auge auf das Treiben im Feuerwehrgerätehaus. „Wir bieten vier Mal im Jahr hier einen solchen Blutspendetermin an“, erzählt Klein. „Dabei suchen wir immer auch Erstspender.“ Bestandteil eines jeden Blutspendetermins sei quasi auch immer ein Gesundheits-Check, „das ist ja auch einer der positiven Aspekte.“ Wer also Blut spenden kann, der tut nicht nur anderen etwas Gutes, sondern auch sich selbst. Tatsache ist aber, dass es mehr Blutspender geben sollte. Gerade jetzt in der Urlaubszeit. Da häufen sich nicht selten die Unfälle, die Blutspenden erforderlich machen. Gleichzeitig nimmt aber eben durch die vielen Urlaubsreisen die Zahl der Spender ab.

Immerhin, in Kirkel hat man das Problem von zu wenigen Spendern nicht, „wir haben eigentlich immer zwischen 35 und 45 Spender, das schwankt ein bisschen“.



An diesem Montag herrscht schon kurz nach Beginn des Blutspendetermins einiger Andrang an der Anmeldung. Jeder Blutspender muss sich inzwischen mit einem Lichtbild-Ausweis ausweisen, auch hier greift die zunehmende Bürokratisierung. Danach geht es in den Blutspende-Raum. Es gibt einen ärztlichen Check, dann nimmt das Fachpersonal des Blutspendedienstes das Blut ab. Alles verläuft sehr ruhig, laut gesprochen wird gar nicht. Es geht familiär zu. Die Arbeiten sind dabei geteilt. Der Blutspende-Dienst ist für die medizinischen Aspekte zuständig, die ehrenamtlichen Helfer des DRK-Ortsvereins Kirkel-Neuhäusel kümmern sich um die Betreuung der Spender.

Genau da ist an diesem Montag auch Sophia Purbst im Einsatz. Sie kommt eigentlich vom DRK in Walsheim und hilft an diesem Tag aus. „Ich schaue, ob es den Blutspendern während der Blutentnahme gut geht, achte ein bisschen auf den Kreislauf, reiche, wenn nötig was zu trinken. Nach der Entnahme verschließe ich die Einstichstelle mit dem Stauschlauch. Und dann geht es natürlich auch noch um die Nachbetreuung.“

Eine, für die Sophia Purbst an diesem Montag in Sachen Betreuung verantwortlich ist, ist Edith Schneider aus Kirkel-Neuhäusel. „Ich spende Blut, weil ich in ganz frühen Jahren selbst einmal Blutkonserven gebraucht habe. Deshalb ist Blutspenden, so weit ich es einrichten kann, für mich eine Pflicht.“ Und es sei ein gutes Gefühl, das sie dabei habe, „weil ich jemandem mit meinem Blut helfen kann. Und solange ich gesund bleibe, werde ich auch weiterhin Blut spenden“. Seitens des DRK-Blutspendediensts Rheinland-Pfalz und Saarland ist die für die Region um Homburg zuständige Referentin Sabine Böhme vor Ort. Sie macht klar, dass man in den kommenden Wochen merken werde, dass viele Blutspender im Urlaub seien und damit auch die Menge an Spenden erfahrungsgemäß sinken werden. Auch generell, so Böhme, sei die Spender-Bereitschaft abnehmend. „Das liegt daran, dass zum einen unsere bisherigen Blutspender eher die älteren Semester waren, die nun nicht mehr spenden können. Zum anderen kommen junge Spender nicht in dem Maße nach.“

Was kann man da tun? Böhme: „Wir gehen an Schulen und in Firmen. Nun ist es aber natürlich so: Wenn wir an Schulen einen Blutspendetermin machen, dann kommen die Schüler natürlich. Sie gehen später aber nicht zu den regelmäßigen Blutspendeterminen in den Ortsvereinen.“ Trotzdem sei der Einsatz nicht vergebens. „Wer einmal Blut gespendet hat, er erinnert sich später daran. Meistens dann, wenn es mit Anlass im persönlichen Umfeld verbunden ist. Und dann werden solche Menschen hoffentlich zu regelmäßigen Blutspendern.“

Nur ein kleiner Stich mit der Nadel und schon läuft die so wichtige Blutspende ganz wie von selbst.
Nur ein kleiner Stich mit der Nadel und schon läuft die so wichtige Blutspende ganz wie von selbst. FOTO: Thorsten Wolf