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Naturnahe Waldwirtschaft
Hajo Hoffmann erinnert an „Forstwende“

Um die naturnahe Waldbewirtschaftung geht es am Freitag bei einem Vortrag im Haus des Pfälzerwald-Vereins Kirkel-Neuhäusel.
Um die naturnahe Waldbewirtschaftung geht es am Freitag bei einem Vortrag im Haus des Pfälzerwald-Vereins Kirkel-Neuhäusel. FOTO: dpa / Hauke-Christian Dittrich
Kirkel-Neuhäusel. Der Ex-Minister blickt in einem Vortrag auf die zunächst umstrittene Abkehr von Monkulturen in den Wäldern zurück. Von red

Im Jahr 1987 leitete der damalige saarländische Wirtschaftminister Hajo Hoffmann (SPD) gegen erhebliche Widerstände einen tiefgreifenden Paradigmenwechsel bei der Bewirtschaftung der öffentlichen Wälder ein: An die Stelle der, wie es damals hieß, „kahlschlagorientierten Ausrichtung mit einseitiger Bevorzugung bestimmter Baumarten in Monokultur“ trat nun das Prinzip, standortorientierten Dauermischwald zu fördern, in dem nur schlagreife Bäume entnommen werden sollen. Die daraus folgenden Konsequenzen für die staatliche Forstwirtschaft waren immens. „Sie mögen noch nicht im vollen Umfang gezogen worden sein. Aber mit der Festschreibung dieses Bewirtschaftungsprinzips im Saarland begann eine Gesundung des heimischen Waldes“, heißt es in der Pressemitteilung vor einer Veranstaltung in Kirkel-Neuhäusel.

Zusätzlich habe diese Umstellung im Saarland auch eine Umstellung in den anderen Bundesländern bewirkt – „es löste eine ausgesprochene Revolution im Staatswald aus“, heißt es weiter.

Zwischenzeitlich sei die Erkenntnis gewachsen, dass der Wald in Zeiten des Klimawandels mehr als alles andere Wetterlagen beeinflusse, vor allem aber ein Garant für die Luft- und Wasserqualität darstelle. Er sei der Ort für Biodiversität, also der Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen. Zudem fördere er nachhaltig die körperliche und mentale Gesundheit beim Menschen. Umstände also, die die Notwendigkeit unterstrichen, den Umgang mit diesem Lebensraum weiter auf den Prüfstand zu stellen, vor allem das Überwiegen eines reinen Nützlichkeitsdenkens.



Dies zu befördern ist das besondere Anliegen der sich im Entstehen befindlichen saarländischen Waldakademie. Deren Initiatoren haben anlässlich des 30. Jubiläumsjahr der „Forstwende“ den seinerzeit verantwortlichen Minister, Hajo Hoffmann, gebeten, die Motive und die Erfahrungen mit der Einführung einer naturnahen Waldwirtschaft an der Saar in Erinnerung zu rufen. Gemeinsam mit dem Pfälzerwald-Verein Kirkel lädt die saarländische Waldakademie für kommenden Freitag, 26. Oktober, 18 Uhr, ins Pfälzerwald-Haus am Turnplatz in Kirkel-Neuhäusel ein. Hajo Hoffmann wird zurückschauen auf die Umstellungszeit, an die Auseinandersetzungen erinnern und Zusammenhänge und Erfolge benennen, die diese Veränderung in der Forstpolitik mit sich gebracht hat.