| 20:02 Uhr

Gartenbau
Gartenbauvereine leisten Arbeit für alle

 Verbandspräsident Clemens Lindemann (rechts neben ihm seine scheidende Stellvertreterin Margit Mohr) ehrte verdiente Verbandsmitglieder: Walter Groß, Rosemarie Günther-Arand, Theo Magin, Gertrud Baselau, Karl-Heinz Kunkler und Gerhard Reitnauer (von links nach rechts).
Verbandspräsident Clemens Lindemann (rechts neben ihm seine scheidende Stellvertreterin Margit Mohr) ehrte verdiente Verbandsmitglieder: Walter Groß, Rosemarie Günther-Arand, Theo Magin, Gertrud Baselau, Karl-Heinz Kunkler und Gerhard Reitnauer (von links nach rechts). FOTO: Sebastian Dingler
Limbach. Die Jahrestagung des Verbandes Saarland/Rheinland-Pfalz fand in der Limbacher Dorfhalle statt. Von Sebastian Dingler

Der Verband der Gartenbauvereine Saarland/Rheinland-Pfalz geht historisch auf eine saarländische Initiative zurück. Erst später kamen Obst- und Gartenbauvereine aus der Pfalz hinzu, in jüngerer Zeit dann aus ganz Rheinland-Pfalz. Das ist der Grund, weshalb das Saarland bei dem Verband an erster Stelle genannt wird. Außerdem stellt das Saarland nach wie vor die meisten Vereine innerhalb des Verbands.

Dieser Tage fand nun dessen Jahrestagung in der Limbacher Dorfhalle statt. Der ehemalige Landrat Clemens Lindemann ist Präsident und begrüßte als solcher die zahlreichen Delegierten. Der Staatssekretär im Umweltministerium, Roland Krämer (SPD), erinnerte in seiner Ansprache an die Zeiten, als der Garten noch dringend notwendig für die Bergleute war, um den Lebensunterhalt bestreiten zu können. Heute diene das eigene Anbauen von Obst und Gemüse der gesunden Ernährung, denn: „Man will wissen, was man isst“. Gärten oder Streuobstwiesen dienten der Vielfalt der Natur. „Viele Tiere gibt’s bei uns nur, weil die Natur kultiviert worden ist“, sagte Krämer. Als Beispiele nannte er die Lerche und den Steinkauz. Deswegen bedankte sich der Staatssekretär für die Arbeit der Gartenvereinsmitglieder, „die Sie auch im Interesse der Allgemeinheit erbringen“.

Kirkels Bürgermeister Frank John (SPD) sprach anschließend auch in seiner Funktion als Vorsitzender des Verbands der Gartenbauvereine im Saarpfalz-Kreis. Hier in der Gemeinde Kirkel, die Teil des Biosphärenreservats Bliesgau ist, gebe es einige Streuobstwiesen, außerdem viel Wald. „Man ist bei uns gleich in der Idylle“, stellte John fest. Der Ortsvorsteher von Limbach, Max Limbacher (SPD), sprach sich gegen die „so genannten Steinwüsten“ in den Vorgärten aus. Man solle den Leuten Mut machen, dass sie Erde in die Hand nehmen und etwas daraus machen. Als Präsident des Landesverbandes Gartenbau Rheinland-Pfalz sprach anschließend Volker Schmitt aus Worms zu den Delegierten. Er betonte die vielen Gemeinsamkeiten mit dem Saarland und die kleinen Bündnisse, die man bereits geschlossen habe. Als nächster Redner war der Präsident der saarländischen Landwrtskammer, Franz-Josef Eberl, an der Reihe. Auch er wies darauf hin, dass die Gärtner Artenvielfalt produzierten und sprach sich gegen „Steingärtner und Hofpflasterer“ aus.



Nach all den Grußworten wurde die Goldene Rose als höchste Auszeichnung des Verbands verliehen, und zwar an: Rosemarie Günther-Arand (Haustadt), Walter Groß (Bubach), Theo Magin (Schifferstadt), Gertrud Baselau (Siersburg), Karl-Heinz Kunkler (Aßweiler) und Gerhard Reitnauer (Einöd). Rosemarie See (Limburgerhof) fehlte aus Gesundheitsgründen.

Sabine Jost stellte danach ausführlich die Erfolgsgeschichte des erst im vergangenen Jahr gegründeten Obst- und Gartenbauvereins Oberwürzbach vor und machte damit den Zuhörern Mut, dass ihr Hobby weiteren Zulauf bekommt. Werner Braun begründete den Erfolg des Obst- und Gartenbauvereins Waldmohr damit, „dass wir mehr Helfer haben, als wir brauchen“. Das sei auf das beliebte Helferfest zurückzuführen, bei dem die Freiwilligen eine schöne Anerkennung erhielten.

Spannend wurde es dann beim Vortrag des Biologen Michael Keller, Fachberater des Landkreises St. Wendel. Er stellte mit viel Witz und Fotos die Situation der Blüten liebenden Insekten wie etwa den Bienen dar. Was Gärtner für deren Erhalt tun können, klang bisweilen überraschend. So plädierte Keller für einen mageren und mit Steinen versetzten Boden, denn viele Blumen schätzten einen trockenen Standort. Der Biologe zählte auch die einzelnen Sorten auf wie Huflattich oder Wilde Möhre, die teilweise als Unkraut gelten, aber für Bienen wichtig seien. Bei den abschließenden Wahlen des Verbands wurde Lindemann im Amt bestätigt. Sein Stellvertreter für den saarländischen Bereich bleibt Günther Heinrich. Neu gewählt wurde der Stellvertreter für den rheinland-pfälzischen Bereich: der Landrat des Rhein-Pfalz-Kreises Clemens Körner (CDU) tritt die Nachfolge von Margit Mohr an.