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Dicht für die nächsten 20 Jahre

So richtig im Schlamm wühlen durften die Helfer beim jüngsten Arbeitseinsatz des Altstadter Naturschutzbundes. Am Wäschbach wurde ein Damm mit zwei Tonnen Lehm abgedichtet. Foto: Martin Baus
So richtig im Schlamm wühlen durften die Helfer beim jüngsten Arbeitseinsatz des Altstadter Naturschutzbundes. Am Wäschbach wurde ein Damm mit zwei Tonnen Lehm abgedichtet. Foto: Martin Baus
Altstadt. Beim jüngsten Arbeitseinsatz des Altstadter Naturschutzbundes ging es darum, zwei Tonnen Lehm derart zu verdichten, dass drum herum alles wasserundurchlässig wurde. Mit ihren Gummistiefeln stampften die Helfer den Schlamm zusammen und stopften ihn mit bloßen Händen in die sich immer wieder neu auftuenden Löcher, bis am Ende dann doch alle Löcher am Damm geschlossen waren Von Merkur-Mitarbeiter Marin Baus

Altstadt. Beim jüngsten Arbeitseinsatz des Altstadter Naturschutzbundes ging es darum, zwei Tonnen Lehm derart zu verdichten, dass drum herum alles wasserundurchlässig wurde.Mit ihren Gummistiefeln stampften die Helfer den Schlamm zusammen und stopften ihn mit bloßen Händen in die sich immer wieder neu auftuenden Löcher, bis am Ende dann doch alle Löcher am Damm geschlossen waren.

Schauplatz der Aktion war das Naturschutzgebiet "Kühnbruch" bei Niederbexbach, wo ein löchriger Damm seit geraumer Zeit Probleme bereitete. Dieser Deich, vor mehr als 20 Jahren von der Gemeinde Kirkel gemauert, trennt den Feilbach von einem anderen Fließgewässer, dem Wäschbach. Dieser wird aus einer mächtigen artesischen Kesselquelle gespeist und weist deswegen allerbeste Wasserqualität auf. Da im Laufe der Jahre der mit Sandsteinen gemauerte Damm aber zusehends löchriger wurde, floss das Wasser immer stärker in den Feilbach, während die Wasserführung im Wäschbach immer geringer wurde. Lange Zeit suchte der Altstadter Naturschutzbund nach Möglichkeiten, dem Problem Herr zu werden, auch im Gespräch mit der zuständigen Naturschutzbehörde, aber immer wieder traten neue Schwierigkeiten auf.

Eine Tongrube im Bliesgau bot nun die Gelegenheit, sich des Problems zu entledigen: Sie stellte das erforderliche Material unbürokratisch und kostenlos zur Verfügung, die Gemeinde Kirkel half ebenso schnell und transportierte den Schlamm per Laster so nah wie möglich an die Leckage.



Und ein gutes Dutzend Nabu-Helfer besorgte den Rest. "Knochenarbeit", kommentierte Bernd Binkle etwa das Beifahren des Lehms von der Abladestelle hin zum Wäschbachdamm.

Der Schubkarren hielt gerade noch bis zur letzten Fuhre durch, ehe er den Geist aufgab. Damit dieser nicht im feuchten Wiesenboden einbrach, musste die schwere Last auch noch auf schmalen Brettern punktgenau zirkuliert werden. Nach drei Stunden hatten Falk Deckert und Thomas Schmitt alle Löcher zugestampft, die Abdichtung hielt. "Das muss jetzt für die nächsten 20 Jahre halten", war das Fazit der Helfer nach getaner Arbeit. Kein Wunder, dass die belegten Brötchen nach getaner Arbeit sehr willkommen waren.

Auf einen Blick

Als Naturschutzgebiet ausgewiesen sind der Kühnbruch bei Niederbexbach und der Höllengraben in Altstadt. Beide Feuchtgebiete sind insbesondere Lebensraum für seltene Vogelarten wie Bekassine, Rohrweihe, Braunkehlchen und Wasserralle. Der Weißstorch, der in diesem Abschnitt des Bliestales bis in die 1960er Jahre regelmäßiger Brutvogel war, ist als Nahrungsgast ganzjährig zu beobachten. jkn