| 20:43 Uhr

Kirkeler Aussichten
Beide Augen auf die Kinderbetreuung

„Kinderbetreuung“ steht ganz oben auf der Liste der Herausforderungen für das neue Jahr 2018 in der Gemeinde Kirkel, so sollen auch die Freiwilligen Ganztagsschulen, hier in Limbach, für die Zukunft fit gemacht werden.
„Kinderbetreuung“ steht ganz oben auf der Liste der Herausforderungen für das neue Jahr 2018 in der Gemeinde Kirkel, so sollen auch die Freiwilligen Ganztagsschulen, hier in Limbach, für die Zukunft fit gemacht werden. FOTO: Thorsten Wolf
Kirkel. Die Kirkeler Verwaltung hat sich im neuen Jahr viel für die Kita- und Schulkinder vorgenommen. Auch der Marktplatz ist ein Thema. Von Thorsten Wolf

Wie wird aus Sicht der Kirkeler Gemeindeverwaltung das neue Jahr 2018 aussehen, welche Aufgaben und Herausforderungen stehen an? Diese Frage stellten wir gestern Bürgermeister Frank John. Und der hatte eine ganze Reihe von Themen auf der Agenda.

Einen großen Stellenwert wird dabei das Thema Kinderbetreuung haben, dort, wo die Gemeinde zuständig ist, „sprich vor allem im Bereich der Schulkinder und hier der Ganztagsbetreuung in Kirkel-Neuhäusel und Limbach. Dort haben wir ja in der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres 2017 beschlossen, die entsprechenden Planungen für den Ausbau zu vergeben.“ Parallel arbeite man an der Finanzierung dieser Investitionen. „Hier haben wir in der nächsten Woche einen Termin beim Bildungsministerium, dann wird es um Zuschüsse und andere Themen geben – denn dort ist man ja für die Genehmigung zuständig“, erläuterte John. In der Folge gehe es dann auch beim Innenministerium um die Finanzierung. Grundsätzlich sei man als Träger der Sachkosten im Bereich der Grundschulen durchaus auf Stand, klar müsse man immer wieder an den beiden Standorten investieren.

Auch beim Thema „Inklusion“ habe man bislang nicht tiefer in die Tasche greifen müssen. Man sei sich aber durchaus klar darüber, dass die Einschulung eines Kindes mit Handicap durchaus mit hohen Kosten verbunden sein könnte – wenn es dann darum gehe, die durchaus individuellen, baulichen Voraussetzungen für einen Schulbesuch zu schaffen. Auch bei den Kindertagesstätten, die in der Gemeinde in kirchlicher Trägerschaft stehen, sei man finanziell engagiert. So sei man bei der katholischen Kirche für die Gebäude zuständig, für alle fünf Kindergärten, unabhängig von der konfessionellen Bindung, leiste man zudem einen Sachkostenzuschuss an den jeweiligen Träger. „Das geht in Richtung  300 000 Euro pro Jahr.“ Zu diesen Kosten kämen nun in der Zukunft weitere rund 100 000 bis 150 000 Euro pro Jahr hinzu – Mittel, die die Gemeinde aufbringen müsse, um die zusätzlichen Krippengruppen in Sachen Personal zu finanzieren. Dies sei nötig, um die mindestens fünf zusätzlichen Krippengruppen in der Gemeinde zu realisieren. Bei diesen laufenden Kosten könne man, so John, nicht auf Zuschüsse aus Töpfen des Landes oder des Bundes bauen, „diese Mittel bleiben bei uns hängen“. Insgesamt rechne er für die kommenden Jahre mit einer Summe von bis zu 400 000 Euro pro Jahr, die man als Gemeinde für die Kinderbetreuung zusätzlich aufbringen müsse.



„Wir werden in diesem Jahr auch konzeptionell das Thema ,Ausbau der Kitas‘ angehen“, so John – mit Blick auf ganz konkrete Zahlen. „Wir hatten im Zeitraum vom 1. Juli 2016 bis zum 30. Juni 2017 112 Geburten.“ Dies bedeute auch in der Folge für die Grundschulen in der Zukunft einen deutlichen Zuspruch, verbunden mit entsprechenden Raumanforderungen.

Doch natürlich steht nicht nur das Thema Kinderbetreuung auf der Liste der Gemeinde, auch in Sachen innerörtlicher Entwicklung soll sich einiges tun. So gehe es neben einem „Energetischen Quartierskonzept“ für den Bereich der Goethestraße und den Planungen für eine Neugestaltung des Marktplatzes an der Wielandstraße in Kirkel-Neuhäusel auch die Burg, das Wahrzeichen der Gemeinde. Dort kann man aktuell am deutlichsten sehen, dass sich etwas tut, wurde doch der gesamte Hang der Burg in Richtung Ort von Grün befreit. „Hier wird der zweite Fluchtweg für die Anlage entstehen“, erläuterte Frank John gestern.

Ein weiteres Thema im Jahr 2018 soll auch die interkommunale Zusammenarbeit werden. Nachdem Kirkel hier, wie John verdeutlichte, schon seit einem halben Jahr erfolgreich in Sachen Standesamt mit der Stadt St. Ingbert zusammenarbeite, könnten weitere Projekte folgen – erneut mit St. Ingbert, mit dem Saarpfalz-Kreis und möglicherweise auch mit Homburg. Dass man auf diesem Wege ganz große Einsparungen erziele, das bezweifle er, so John. Doch biete eine solche Zusammenarbeit gerade für kleinere Kommunen wie Kirkel die Möglichkeit, auf Kompetenzen – so bei aufwändigen Vergabeverfahren – zurückgreifen zu könne, über die man selbst nicht verfüge.

Kirkels Bürgermeister Frank John.
Kirkels Bürgermeister Frank John. FOTO: Thorsten Wolf