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Drei Brandstiftungen in vier Wochen
Feuerteufel macht Kirkel unsicher

 Gerade erst diese Woche, am 14. Oktober, stand dieses Wohnmobil in Flammen.
Gerade erst diese Woche, am 14. Oktober, stand dieses Wohnmobil in Flammen. FOTO: Feuerwehr Kirkel/Kai Dörner
Kirkel-Neuhäusel. Erst zündete ein Unbekannter in der Kaiserstraße Richtung Rohrbach ein Auto an, dann fackelte er einen Stromverteilerkasten ab und setzte diese Woche einen Wohnwagen in Brand. Der bisherige Schaden dürfte im fünfstelligen Bereich liegen. Die Polizei ermittelt, sucht allerdings nach Zeugen. Von Eric Kolling

 Erst ein Auto, dann ein Stromverteiler und diese Woche ein Wohnwagen: Treibt in der Kirkeler Kaiserstraße ein Feuerteufel sein Unwesen? Nach drei Bränden innerhalb von vier Wochen vermutet das jedenfalls die Homburger Polizei. Gerhard Stiglmair, der stellvertretende Kriminaldienstleiter, sieht einen Zusammenhang, die Ermittlungen liefen. Auch von einer Brandstiftung in allen drei Fällen geht die Polizei aus.  Aus Zuständigkeitsgründen sei der Vorgang aktuell beim Landespolizeipräsidium zur Bearbeitung. Allerdings habe man bisher noch keine Fakten oder Personenhinweise, die auf einen bestimmten Täter hindeuteten. Beim Autobrand sei zwar eine Person in der Nähe des Tatorts beobachtet worden, es sei aber unklar, ob sie mit dem Feuer etwas zu tun habe.

Das erste Feuer musste die Kirkeler Wehr am frühen Sonntagmorgen, 15. September, in der Verlängerung der Kaiserstraße (L 119) zwischen Kirkel-Neuhäusel und Rohrbach löschen. Um 2.30 Uhr stand besagtes Auto in Flammen (wir berichteten kurz). Der Motorraum brannte voll, hatte die Feuerwehr damals mitgeteilt und den Brand mithilfe eines sogenannten Schnellangriffs der Löschschaumpistole erfolgreich bekämpft. Sie musste noch einen Kanalablauf sichern, damit keine Betriebsstoffe in die Kanalisation einsickern konnten und ein angrenzendes Wohngebäude auf Rauch kontrolliert.

Der zweite Brandzwischenfall ereignete sich knappe zwei Wochen später, am frühen Freitagmorgen, 27. September, diesmal gegen 4.40 Uhr: ein Kabelverteilerschrank stand in Flammen – wiederum am Ortsausgang Kirkel in Fahrtrichtung Rohrbach. Die Floriansjünger ließen den Schrank bis zur „stromlos-Schaltung“ kontrolliert abbrennen und löschten ihn im Anschluss ab (wir berichteten kurz).



Der aktuellste Fall datiert nun vom Montagmorgen, 14. Oktober. 3.45 Uhr. Da brannte ein Wohnmobil in der Kaiserstraße. Laut Polizei hatte ein Kurierfahrer das Feuer zufällig entdeckt und die Rettungskräfte sowie Anwohner verständigt. Bereits die ersten Löschmaßnahmen der Anwohner seien erfolgreich gewesen, sodass diese nur noch habe Nachlöscharbeiten bzw. die Nachkontrolle des Brandortes mittels Wärmebildkamera durchführen müssen.

Da das Wohnmobil unmittelbar an einem Wohnanwesen parkte und das Eindringen von Rauchgasen nicht ausgeschlossen werden konnte, hatten die Feuerwehrleute das Haus auch belüftet.

Bei allen drei Brandstiftungen entstand bisher ein fünfstelliger Schaden, die Schadenshöhe bei dem Verteilerschrank beläuft sich laut Kriminalhauptkommissar Stiglmair auf 2000 Euro. Weil sich die Taten jeweils mitten in der Nacht abspielten, sei es schwer, Zeugenhinweise zu erhalten.

Wer etwas Verdächtiges bemerkt hat und zur Aufklärung der Brandserie beitragen kann, der sollte sich mit der Homburger Polizei, Tel. (0 68 41) 10 60, in Verbindung setzen.

 Hier brannte der Stromverteilerkasten in der Nacht zum 27. September in Kirkel-Neuhäusel.
Hier brannte der Stromverteilerkasten in der Nacht zum 27. September in Kirkel-Neuhäusel. FOTO: Kai Dörner/Feuerwehr Kirkel
 Die Feuerwehr beim Versuch, das Auto am 15. September in Kirkel zu löschen.
Die Feuerwehr beim Versuch, das Auto am 15. September in Kirkel zu löschen. FOTO: Kai Dörner/Feuerwehr