| 22:10 Uhr

Berlin Hochburg der Datendiebe
Kaum manipulierte Geldautomaten in Rheinland-Pfalz und Saarland

 Datendiebe haben in der Region vergleichsweise selten die Geheimzahlen von Bankkunden an Geldautomaten ausgespäht.
Datendiebe haben in der Region vergleichsweise selten die Geheimzahlen von Bankkunden an Geldautomaten ausgespäht. FOTO: dpa / Marius Becker
Mainz/Saarbrücken/frankfurt/Main. Wer Geld am Automaten abhebt, sollte vor allem in Berlin vorsichtig sein. Doch auch in Rheinland-Pfalz und dem Saarland sind Bankkunden nicht sicher vor „Skimming“.

() Datendiebe haben an Geldautomaten in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland im ersten Halbjahr 2017 vergleichsweise selten zugeschlagen. In Hessen manipulierten Kriminelle 21 Automaten, um Kartendaten und Geheimnummer (Pin) von Bankkunden auszuspähen. In Rheinland-Pfalz wurden sieben „Skimming“-Fälle gezählt, für das Saarland steht in der aktuellen Statistik von Euro Kartensysteme eine Null. Die Frankfurter Einrichtung kümmert sich im Auftrag der deutschen Kreditwirtschaft um das Sicherheitsmanagement für Zahlungskarten.

Bundesweit zählte Euro Kartensysteme 240 manipulierte Automaten und damit deutlich mehr als vor Jahresfrist (94) und im gesamten vergangenen Jahr (159). Einsamer Spitzenreiter war in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres Berlin mit 139 Fällen.

Allerdings gingen auch die Zahlen in Hessen und Rheinland-Pfalz nach oben - wenn auch weniger stark: In Hessen hatte es im ersten Halbjahr 2016 nur drei „Skimming“-Angriffe auf Geldautomaten gegeben, im Gesamtjahr 2016 waren es sieben. In Rheinland-Pfalz wurde im gesamten vergangenen Jahr gerade einmal ein einziger Fall registriert.



Auch wenn Kriminelle wieder häufiger versuchen, an sensible Daten von Bankkunden zu kommen und diese dann zum Einkaufenzu missbrauchen: Der Bruttoschaden durch den Einsatz von Kartendubletten erhöhte sich auf bundesweiter Basis im ersten Halbjahr zum Vorjahreszeitraum um vergleichsweise geringe elf Prozent auf 938 000 Euro. Im Gesamtjahr 2016 stand ein Schaden von 1,9 Millionen Euro zu Buche. 

Den im langjährigen Vergleich geringen Schaden erklären Experten mit besserer Technik: Bis auf wenige Ausnahmen hat sich weltweit die EMV-Technik für Chipkarten durchgesetzt. Diese Bezahlkarten sind mit einer Art Mini-Computer ausgestattet. Die Karte wird bei Gebrauch auf Echtheit geprüft – und zwar bei jedem Einsatz sowohl am Geldautomaten als auch an der Ladenkasse. In Deutschland geklaute Kartendaten können daher in immer weniger Ländern weltweit genutzt werden.

(dpa)