| 23:11 Uhr

Rheinland-Pfalz
Katastrophen-Alarm nach Unwettern

In der Ortsgemeinde Fischbach bei Idar-Oberstein waren nach heftigen Regenfällen die Straßen teilweise meterhoch überflutet. Die Straße zwischen Fischbach und Herrstein wurde gesperrt.
In der Ortsgemeinde Fischbach bei Idar-Oberstein waren nach heftigen Regenfällen die Straßen teilweise meterhoch überflutet. Die Straße zwischen Fischbach und Herrstein wurde gesperrt. FOTO: dpa / Christian Schulz
Trier. Gewitter und Starkregen haben in Teilen von Rheinland-Pfalz für Überschwemmungen gesorgt. Besonders schlimm traf es den Landkreis Birkenfeld.

Zerstörte Autos, beschädigte Gebäude sowie überschwemmte Keller und Straßen – gewaltige Regenfälle haben am Sonntagabend im Südwesten von Rheinland-Pfalz großen Schaden angerichtet. Im Kreis Birkenfeld waren laut Polizei fast 600 Helfer von Feuerwehr, Deutschem Roten Kreuz und Technischem Hilfswerk im Einsatz. Die Aufräumarbeiten dauerten am Montag noch an.

Mindestens 50 Fahrzeuge wurden im Kreis Birkenfeld durch die Wassermassen beschädigt, wie die Kreisverwaltung mitteilte. Etliche Fahrzeuge seien durch einen rasant angestiegenen Bach ineinander geschoben worden. Über 360 Gebäude seien in insgesamt vier Gemeinden überflutet worden. Einsatzkräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Hilfsorganisationen waren mit dem Auspumpen von Kellern und der Evakuierung hilfsbedürftiger Personen beschäftigt.

Eine Wettermessstation in der Region registrierte dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge fast 150 Liter Regen pro Quadratmeter innerhalb von drei Stunden. Örtlich könnten es sogar in der Spitze um die 160 Liter gewesen sein, schätzte ein Meteorologe. „Das ist mehr als der übliche Monatsniederschlag.“



Im Kreis Birkenfeld traf das Unwetter besonders heftig die Orte Fischbach und Herrstein. In den Gemeinden seien in mehreren Häusern Räume einsturzgefährdet, teilte die Polizei mit. Außerdem brach die Stromversorgung in beiden Orten zusammen. Sie wurden am Montag noch per Notstrom versorgt. Verletzt wurde nach bisherigen Erkenntnissen niemand.

In Herrstein gab es Schäden in zwei Firmen. Durch den Ort war laut Kreisverwaltung eine 1,60 Meter hohe Flutwelle geschwappt. In Fischbach wurden zwei Brücken schwer beschädigt – eine davon musste gesperrt werden. Außerdem fluteten die Wassermassen einen Großteil der Hauptstraße. Die Landstraße 160 wurde zwischen Fischbach und Herrstein gesperrt. Die Aufräumarbeiten waren in beiden Orten am Montagvormittag noch in vollem Gange. „Das wird auch noch länger dauern“, sagte der Sprecher.

Auch in anderen Teilen von Rheinland-Pfalz hinterließ das Unwetter Spuren. In Hübingen (Verbandsgemeinde Montabaur) schlug ein Blitz in ein Einfamilienhaus ein. Zu einem Brand kam es aber nicht.

In Höhr-Grenzhausen (Westerwaldkreis) stürzte während des Gewitters ein Baum auf das Dach eines Wohn- und Geschäftshauses. Verletzt wurde auch hier niemand. In Kaiserslautern fluteten die Regenmassen am Sonntagnachmittag einige Straßen und Keller.

Der DWD erwartet weitere Gewitter im Laufe des Montags. Extremer soll die Lage allerdings am Dienstag werden. Es müsse dann mit heftigen Unwettern mit Starkregen und Sturzfluten gerechnet werden.

In Fischbach im Kreis Birkenfeld wirft eine Frau nach dem Unwetter vom Sonntag ihr kaputtes Mobiliar aus dem Fenster.
In Fischbach im Kreis Birkenfeld wirft eine Frau nach dem Unwetter vom Sonntag ihr kaputtes Mobiliar aus dem Fenster. FOTO: dpa / Harald Tittel
Eine Gemeinde-Mitarbeiterin packt in Herrstein an.
Eine Gemeinde-Mitarbeiterin packt in Herrstein an. FOTO: dpa / Harald Tittel
(dpa)