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Unesco verlangt Drei-Prozent-Anteil
Im Pfälzerwald soll mehr Urwald entstehen

Der Pfälzerwald, hier der Teufelstisch über Hinterweidenthal, ist ein beliebtes Wandergebiet. Jetzt soll auf mindestens drei Prozent in der Kernzone des Biosphärenreservats natürlicher Urwald entstehen.
Der Pfälzerwald, hier der Teufelstisch über Hinterweidenthal, ist ein beliebtes Wandergebiet. Jetzt soll auf mindestens drei Prozent in der Kernzone des Biosphärenreservats natürlicher Urwald entstehen. FOTO: picture alliance / dpa / Ronald Wittek
Kaiserslautern/Mainz. In Kernzonen des Pfälzerwaldes soll die Natur sich ohne Eingriff durch den Menschen entwickeln. So sieht es die Unesco vor und verlangt, auf mindestens drei Prozent der Fläche solche Zonen auszuweisen.

Mit einer Ausweitung besonders geschützter Zonen soll im Pfälzerwald mehr natürlicher Urwald entstehen. Die Gebiete sollen von etwa 3870 Hektar auf 5360 Hektar erweitert werden. Damit steigt der Anteil der Schutzgebiete an der Gesamtfläche von 178 498 Hektar auf drei Prozent, wie das rheinland-pfälzische Umweltministerium auf eine Anfrage im Landtag erklärte. Der Anteil der 16 Kernzonen liegt bisher bei etwa zwei Prozent.

Um die mit der Kulturorganisation der Vereinten Nationen (Unesco vereinbarte Erweiterung zu bewerkstelligen, sollen bestehende Kernzonen vergrößert beziehungsweise miteinander verbunden werden, sagte der Vorsitzende des Bezirkstags der Pfalz, Theo Wieder. Er war über Monaten hinweg an den zahlreichen Gesprächen mit betroffenen Kommunen, Behörden und Naturschutzverbänden beteiligt. „Da die Rechte an den Waldgebieten teilweise seit Jahrhunderten bestehen, waren komplizierte Gespräche notwendig“, sagte er.

Kernzonen sind Bereiche, in denen der Mensch nicht eingreifen darf – also auch nicht zur Bewirtschaftung oder Pflege. Ihre geplante Erweiterung beruht auf einer Verpflichtung gegenüber der Unesco, wie er sagt. Die Organisation hat den Pfälzerwald als deutschen Teil des grenzüberschreitenden Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen international anerkannt, die Erweiterung der Kernzonen sei aber Teil der Vereinbarung, sagte Wieder. „Wir hoffen, dass die Politik bis zum Jahreswechsel die entsprechende Rechtsverordnung erlässt, so dass wir im Sommer 2019 am Ziel sind.“



Mit Blick auf den Zeitrahmen bleibt das Mainzer Umweltministerium allerdings noch zurückhaltend. Auf Basis des vorliegenden Konzepts hat das Ministerium den Entwurf der Rechtsverordnung zur Erweiterung der Kernzonen fertiggestellt, wie eine Sprecherin jetzt mitteilte. Es stehe aber noch eine Anhörung an. „Da hier verschiedene Akteure einbezogen werden, können wir keine genauen Angaben machen, wann die Rechtsverordnung erlassen und in Kraft treten wird“, sagte sie.