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Zwei Genossenschaftsbanken heiraten

 Vorstände und Aufsichtsräte der VR Bank und Volksbank verkünden ihre Fusion: (v.l) Christoph Palm, Helmut Scharff, Ludwig Wolf, Ernst Ehrmanntraut, Wolfgang Brünnler und Konrad Huwig. Foto: thw
Vorstände und Aufsichtsräte der VR Bank und Volksbank verkünden ihre Fusion: (v.l) Christoph Palm, Helmut Scharff, Ludwig Wolf, Ernst Ehrmanntraut, Wolfgang Brünnler und Konrad Huwig. Foto: thw FOTO: thw
Saarpfalz-Kreis. Niedrigzinsen, Kostendruck und demografischer Wandel sind die Auslöser für die Zusammenlegung der beiden Genossenschaftsbanken Volksbank Saarpfalz und VR Bank. Nun muss nur noch die Vertreterversammlung der Fusion zustimmen. Christine Maack

. Es werde eine Hochzeit gefeiert, sagte Ludwig Wolf, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Volksbank Saarpfalz, gestern anlässlich einer Pressekonferenz. Allerdings nicht im Himmel, sondern geografisch sehr überschaubar, nämlich im Saarpfalz-Kreis . Wer heiratet - oder, um es in korrekter Kaufmannssprache zu sagen, wer fusioniert -, das sind die Volksbank Saarpfalz und die VR Bank Saarpfalz.

Drei Jahre dauert der Flirt der beiden saarpfälzischen Genossenschaftsschwestern, der gegen Ende immer konkreter wurde, da angesichts der schwindenen Gewinn-Margen beider Banken ein "Fusionsdruck" entstand, wie es Wolfgang Brünnler formulierte.

Allerdings gibt es vor der rechtskräftigen standesamtlichen Trauung noch eine Hürde: die Vertreterversammlung. Da beide Banken genossenschaftlich organisiert sind, müssen die gewählten Vertreter beider Banken erst einmal grünes Licht für die Verbindung geben - die Termine dafür sind am 22 Juni (VR Bank) und am 24. Juni (Volksbank). Erst danach ist die Hochzeit perfekt.

Für viele Kunden kommt diese Fusion nicht überraschend, zumal die Abkürzung "VR" Bank "Volksbanken-Raiffeisenbanken" bedeutet, womit auch eine Namensgleichheit mit der Volksbank gegeben war. Manche Kunden verwechselten die Banken auch schon mal und wunderten sich, dass es sich um getrennte Häuser handelte.

Die Fusion ist also weniger für die Kunden, sondern eher für die beiden Banken eine größere Umstellung. Denn "jedes Haus hat seine eigene Kultur und Struktur", so Wolfgang Brünnler, "aber ich bin zuversichtlich, dass wir schnell zusammenwachsen werden".

Die neue Bank heißt dann korrekt "Volks- und Raiffeisenbank Saarpfalz eG" und wird von vier Vorständen geleitet, die zuvor in ihrem jeweiligen Bankhaus tätig waren: Wolfgang Brünnler und Helmut Scharff kommen von der Volksbank, Christoph Palm und Konrad Huwig von der VR Bank. Gemeinsam sei man "eine starke Bank", sagt Christoph Palm, "wir haben einen soliden Kundenstamm und jeder bringt seine Stärken ein". Die VR Bank sei im Blies- und Mandelbachtal stärker vertreten, die Volksbank im Raum Bexbach und Homburg. Zusammen hat die Bank nun 190 Mitarbeiter und betreut 54000 Kunden, bei einer Bilanzsumme von 660 Millionen Euro. Beim Personal gebe es keine Einsparungen, die Anpassung werde über die über 40 Mitarbeiter, die in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen, geregelt, betont Konrad Huwig. Auch werden weiterhin Auszubildende eingestellt, derzeit sind es zehn bei der Volksbank und vier bei der VR Bank.

Auch die 22 Geschäftsstellen und die neun SB-Stellen im Kreis bleiben erhalten. Lediglich bei drei Filialen gibt es Veränderungen: In Einöd zieht die neue Bank gemeinsam in die kürzlich renovierten Räume der VR-Bank (die Volksbank unterhält ohnehin nur einen Automaten), in Erbach werden die beiden bisherigen Standorte verlassen und durch größere Räume, die noch angemietet werden müssen, ersetzt. In der Homburger Innenstadt wird die VR Bank voraussichtlich ihre angestammten Büros in der Talstraße verlassen und auf die andere Seite ziehen - zu den neuen Kollegen der Volksbank.