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Zur Winterzeit ist man eine Stunde länger am Arbeitsplatz

Homburg. "Länger schlafen" bedeutet für die meisten Menschen die Umstellung von Sommer- auf Winterzeit. Wenn sie aufstehen, drehen sie einfach die Zeit um eine Stunde zurück. Wer jedoch am 24. Oktober nachts arbeiten musste, für den hieß es in der Regel nicht länger schlafen, sondern länger arbeiten

Homburg. "Länger schlafen" bedeutet für die meisten Menschen die Umstellung von Sommer- auf Winterzeit. Wenn sie aufstehen, drehen sie einfach die Zeit um eine Stunde zurück. Wer jedoch am 24. Oktober nachts arbeiten musste, für den hieß es in der Regel nicht länger schlafen, sondern länger arbeiten. Doch wird diese zusätzliche Arbeiststunde auch entgolten? Am Uniklinikum in Homburg, wo der Nachtdienst diesmal neun Stunden dauerte, ist das nicht der Fall. Dort würden für einen Nachtdienst nur acht Stunden auf dem Zeitkonto der Mitarbeiter angerechnet, sagt Reinhard Süß von der Stabstelle der Pflegedirektion. Das sei tarifrechtlich so geregelt. "Damit trotzdem eine gewisse Gerechtigkeit herrscht, versuchen wir, die Dienstpläne so zu gestalten, dass unsere Mitarbeiter an beiden Tagen der Zeitumstellung arbeiten. Bei Winter- auf Sommerzeit sind das dann nur sieben Stunden". Nur bei der Nachtzulage wird die zusätzliche Stunde verrechnet. Das größere Problem sei jedoch die Dokumentation, wenn zwischen zwei und drei Uhr eine Stunde hinzukommt. Dann müssten zwei Stunden dokumentiert werden, einmal zwei Uhr Sommer- und anschließend zwei Uhr Winterzeit. "Wenn einer Patientin um zwei Uhr Winterzeit schlecht wird, wird das vermerkt - hinter die zwei kommt dann ein Strich für die Winterzeit", erklärt Reinhard Süß. Uhren und medizinische Geräte seien alle computergesteuert und würden sich daher über eine zentrale Uhrenstation automatisch umstellen. Auch bei der Polizei müssen die Beamten länger Dienst schieben. "Das ist anstrengender als sonst, da der Nachtdienst statt zwölf dann 13 Stunden dauert, und in der Samstagnacht sowieso immer viel los ist", sagt Helge Hitzer, ein Sprecher der Polizei. Anders als im Uniklinikum wird die zusätzliche Stunde als Überstunde anerkannt. Diese wird zwar nicht extra entgolten, kann aber freigenommen werden. Extra gezahlt werde nur die Zulage für den Nachtdienst, so Hitzler. mwi