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Was wird aus dem Grünmarkt?
Wochenmarkt bleibt in der Altstadt

Seit Jahrzehnten hat der Wochenmarkt seinen Platz in der Homburger Alstadt, aus Sicht der Stadt gibt es keinen Grund, daran etwas zu ändern - auch wenn so mancher sich einen Umzug auf den Christian-Weber-Platz vorstellen könnte.
Seit Jahrzehnten hat der Wochenmarkt seinen Platz in der Homburger Alstadt, aus Sicht der Stadt gibt es keinen Grund, daran etwas zu ändern - auch wenn so mancher sich einen Umzug auf den Christian-Weber-Platz vorstellen könnte. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Stadtverwaltung spricht sich gegen eine Verlegung auf den Christian-Weber-Platz aus. Tradition spielt auch eine Rolle. Von Thorsten Wolf

So langsam neigt sich die kalte Jahreseit ihrem Ende zu, der Frühling kündigt sich immer deutlicher an. Und wenn es wärmer wird, dann steigt auch die Lust auf Frisches vom Markt. In Homburg ist eben der Wochenmarkt, seit langem zu Hause auf dem historischen Marktplatz und der Eisenbahnstraße immer wieder ein Thema, auch für die Politik in der Stadt. Zuletzt hatten die Freien Wähler zu Jahresbeginn, und auch nicht zum ersten Mal, den Wochenmarkt zu Thema gemacht. Dieser solle aus Sicht der FWG künftig auf den Christian-Weber-Platz sein Zuhause finden. Hier sei mehr Frequenz, und damit könne auch die Händlerzahl wieder steigen – so hatten die Freien Wähler im Februar ihren Vorschlag begründet. Axel Ulmcke, Stadtratsmitglied der FWG damals: „Natürlich ist der Marktplatz das Wohnzimmer der Stadt und wird zu Recht hofiert. Aber es gibt noch andere Ecken in der Innenstadt.“ Derzeit, und das ist Tradition, hat der Wochenmarkt aber dienstags und freitags seinen Platz in der Homburger Altstadt. Aber könnte da der Christian-Weber-Platz nicht eine Alternative sein - auch um im Kontext mit den Geschäftslagen dort vielleicht noch mehr Kunden zu gewinnen? Und: Immerhin kann der Platz an der Talstraße als große und Hinderniss-freie Fläche viel Raum bieten – Raum für eine schöne und lockende Anordnung der Marktständen. Und auch Raum für ein Mehr an Marktbeschickern. Dieser Gedanke scheint attraktiv und fast schon logisch zwingend. In der Homburger Stadtverwaltung stehen die Zeichen allerdings weniger auf Veränderung – wie uns Pressesprecher Jürgen Kruthoff gestern auf unsere Nachfrage hin mitteilte. „Generell es ist so, dass wir die derzeitige Regelung beibehalten wollen, weil sich diese aus unserer Sicht bewährt hat und verschiedene Gründe gegen eine Verlagerung auf den Christian-Weber-Platz sprechen.“ So solle der Wochenmarkt auch der Belebung von Marktplatz und Altstadt dienen. „Dies soll auch so bleiben und findet im Umfeld des Marktplatzes auch Zustimmung. Auch fügt sich der Wochenmarkt optisch sehr gut in die Örtlichkeit des Marktplatzes und die historische Altstadt ein.“ Darüber hinaus sei es der Stadt zur Stabilisierung des Marktes in den vergangenen Jahren gelungen, die Wochenmarktverlegungen vom Marktplatz auf den Parkplatz der Hohenburg-Schule erheblich zu minimieren. Teilweise werde nun im Bereich des Marktplatzes mit örtlichen Verschiebungen gearbeitet. „Auf dem Marktplatz selbst wird – auch von den ortsansässigen Geschäftsleute und Firmen – stets darauf geachtet, den Wochenmarkt nicht mehr als unbedingt nötig zu behindern.“ Zudem gibt es auch Sicht der Stadt Gründe, die klar gegen einen Umzug des Wochenmarktes auf den Christian-Weber-Platz sprechen. Die sind für Jürgen Kruthoff „vor allem die alljährlich stattfindenden Großveranstaltungen, die inklusive ihrer Auf- und Abbauzeiten diese bedeutenden Flächen des Platzes zeitlich enorm beanspruchen. Daher müsste der Wochenmarkt, würde er auf dem Christian-Weber-Platz durchgeführt werden, sehr oft verlegt werden.“

Dies könne nicht Sinn eines festen Standortes für den Wochenmarkt sowie einer festen Kundenbindung sein. Beispiele, die zu Verschiebungen führen würden, seien das Maifest, das Türkische Kinderfest, „Homburg Barrierefrei“, die Trofeo, der Firmenlauf, der Oldtimertreff, der Aktionstag Homburg lebt gesund sowie teilweise auch die Infostände von Firmen und Parteien, gerade vor Wahlen. „Besonders das rund fünf Wochen, mit Aufstellzeiten, dauernde Weihnachtsdorf mit seiner Eisbahn bindet den Christian-Weber-Platz komplett und würde eine längere Verlegung mit sich bringen.“ Eben diese häufigen Verlegungen könnten dazu führen, wie Kruthoff die Sicht der Stadt verdeutlichte, dass einige oder mehrere Händler den Standort Homburg aufgeben würden und auch die Kunden das Interesse gerade in der Winterzeit verlieren könnten. „Das ist auch die Einschätzung unseres Marktmeisters, der im ständigen Kontakt mit unseren Händlerinnen und Händlern steht.“