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Wo sich Fuchs und Hase „Gute Nacht“ sagen

 Auch Feldhasen wie auf unserem Symbolfoto fühlen sich auf dem Gelände wohl. Foto: dpa
Auch Feldhasen wie auf unserem Symbolfoto fühlen sich auf dem Gelände wohl. Foto: dpa FOTO: dpa
Homburg. Als die Firma Bahnlog vor sieben Jahren mit der Renaturierung ihres Industriegeländes begann, erntete sie Spott, besonders von den Kritikern. Jetzt gab's den ersten Preis von Möbel Martin und dem saarländischen Umweltministerium für das Engagement. Christine Maack

Natur ist gut, Industrie ist schmutzig und lebensfeindlich. In der Natur sind Tiere glücklich, auf einem Industrie-Gelände verschwinden sie. So plakativ und so falsch wird argumentiert, wenn es um Tiere und ihre Lebensräume geht. Dabei ist längst bewiesen, dass es Tiere gibt, die sich gerade auch Industrie-Gebiete als Lebensräume zurückerobern.

Deshalb hat die Firma Bahnlog, die zwischen Altstadt und Homburg über ein großes und teilweise nicht mehr genutztes ehemaliges Bahngelände verfügt, ein innovatives Konzept verfolgt, dessen Ziel es ist, den Arten- und Biotopschutz im laufenden Betrieb zu verankern.

Diese Bemühungen wurden jetzt mit dem Naturschutzpreis belohnt, den Möbel Martin zusammen mit dem Umweltministerium vergibt (wir berichteten in unserer Freitausgabe bereits kurz).



In diesem Jahr lautete das Motto: "Mehr Natur im Stadt- und Arbeitsumfeld". Für den Möbel-Martin-Naturschutzpreis standen insgesamt 10 000 Euro Preisgeld zur Verfügung, dieser Betrag wurde auf mehrere Gewinner aufgeteilt. Den ersten Preis erhielt die Firma Bahnlog, die mit der fachlichen Unterstützung des Artenschutzbeauftragten Christoph Bernd seit 2009 ein Renaturierungsprogramm vorantreibt. Seitdem wurden unter seiner Leitung eine Vielzahl von Projekten umgesetzt.

Auf dem Gelände des ehemaligen Zollbahnhofs Kirkel gab es noch vor zehn Jahren keine wertgebenden Arten mehr. Ziel war es deshalb, die ehemalige lebensraumtypische Artenvielfalt wieder herzustellen und dauerhaft zu erhalten. Unter anderem kommen heute folgende Arten vor: Blauflügelige Sandschrecke, Südlicher Blaupfeil, Gelbbauchunke, Grasfrosch, Springfrosch, Laubfrosch, Kammmolch, Ringelnatter, Mauereidechse, Neuntöter, Rebhuhn, Steinkauz, Feldhase, Mauswiesel, Hermelin und Dachs. 2014 war das Gelände Brutplatz des Uhu mit drei flügge gewordenen Jungvögeln.