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Kita Sonnenfeld wird erweitert
Weitere Betreuungsplätze für die Kleinen

Die protestantische Kirchengemeinde Homburg will ihre Kita Sonnenfeld in Homburg erweitern. Es sollen 17 neue Krippenplätze und zwölf weitere Kindergartenplätze entstehen.
Die protestantische Kirchengemeinde Homburg will ihre Kita Sonnenfeld in Homburg erweitern. Es sollen 17 neue Krippenplätze und zwölf weitere Kindergartenplätze entstehen. FOTO: dpa / Waltraud Grubitzsch
Homburg. Mit einer Investition von rund 1,1 Millionen Euro soll die Kindertagesstätte Sonnenfeld auch um 17 Krippenplätze erweitert werden. Die Stadt Homburg steuert 442 000 Euro bei, Geld kommt zudem vom Kreis und vom Land.  Von Ulrike Stumm

Die Betreuung von Kindern, deren Eltern arbeiten, bleibt auch in Homburg eine Herausforderung. Es ist zwar in der öffentlichen Diskussion ruhiger geworden um die Aufstockung der Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren. Der Bedarf ist aber weiter sehr hoch. Alle Kindertagesstätten in Homburg hätten insbesondere im Krippenbereich Wartelisten, sagte Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind kürzlich im Zusammenhang mit einem weiteren Bauprojekt in Sachen Kitas. Früher habe man gedacht, dass man Kitaplätze, also solche für Kinder  ab drei Jahren, in Krippenplätze für die ganz Kleinen umwandeln könne. Doch der demografische Wandel treffe die Mittelstädte nicht so stark wie angekündigt, erläuterte er auch mit Blick auf die Einwohnerzahlen in Homburg. Neue Betreuungsplätze werden also weiter benötigt.

Diesmal geht es um die protestantische Kindertagesstätte Sonnenfeld in  der Homburger Emilienstraße. Der Stadtrat hatte in seiner jüngsten Sitzung einstimmig grünes Licht dafür gegeben, dass die Stadt den Trägeranteil sowie die nicht anerkannten Kosten für den geplanten Erweiterungsbau  mit einer einfachen witterungsgeschützten Anbindung an das bestehende Gebäude übernehmen wird.

Insgesamt geht es hier um eine Größenordnung von rund 1,1 Millionen Euro, so steht es in den Stadtrats-Unterlagen. Deutlich aufstocken möchte man bei den Krippenplätzen. Derzeit werden gerade einmal fünf vorgehalten, 22 sollen es nach dem Ausbau sein. Aber auch bei den so genannten Regelplätze will man erweitern: von derzeit 63 auf 75. Auch im Hort sollen mehr Kinder, nämlich 30, betreut werden können.  Das Land fördert das Vorhaben mit rund 390 000 Euro. Der Saarpfalz-Kreis übernimmt 30 Prozent der anerkannten Baukosten und damit rund 335 000 Euro.



Der Gesamtzuschuss der Stadt  Homburg, die selbst keine eigenen Kitas hat, läge damit voraussichtlich bei rund 442 000 Euro. Mittel stehen im Haushalt aufgrund von Sonderkrediten zur Verfügung. Den Trägeranteil der Investitionskosten habe die Stadt bisher immer bei Erweiterungen von Kitas gezahlt – soweit die Vorlagen.

In jüngster Zeit hatte es immer wieder Kita-Neubauten oder aber auch Erweiterungen gegeben. Ende April wurde beispielsweise die neue Kita Aller-Hand in Beeden offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Sie wurde als Ersatz für den maroden Altbau neu errichtet. Im vergangenen Frühjahr feierte man etwa die Einweihung des Kindergartens St. Michael, der von der Schwesternhausstraße ans Forum umgezogen ist. Der saarländische Kultusminister Ulrich Commerçon hatte bei dieser Gelegenheit auf die Aufholjagd des Landes bei den Kindergartenplätzen hingewiesen. Nach Angaben des statistischen Bundesamtes besuchten im Saarland zum Stichtag 1. März 2017 insgesamt 34 939 Kinder eine Kindertageseinrichtung, erfasst sind darin Kinder bis zu 14 Jahren. 6244 kleine Mädchen und Jungen waren unter drei Jahren alt, 20 960 waren zwischen drei und sechs Jahren, 7735 waren sechs bis 14 Jahre alt, besuchten also vormittags  eine Schule. Zum 1. März 2016 hatten im Saarland noch etwas weniger, nämlich 34 148 Kinder, eine solche Einrichtung besucht, darunter 5923 Unter-Dreijährige und 21 109 typische Kindergartenkinder. Zum Vergleich: 2013 waren es insgesamt noch 31 961 Kinder in einer Betreuung, 4666 davon jünger als drei Jahren, 20 594 zwischen drei und sechs Jahren. Seit 2013 gibt es einen Anspruch auf eine Betreuung für unter Dreijährige. Das wurde Jahre zuvor unter der damaligen Familienministerin Ursula von der Leyen festgeschrieben. Die Kinder müssen entweder bei Tagesmüttern oder in einer Kinderkrippe Plätze finden.

Dem Saarpfalz-Kreis liege das Thema der  ausreichenden Kinderbetreuung am Herzen, so die Kreisverwaltung. Daher ist er seit 2016 Modellstandort im Bundesprogramm „Kindertagespflege: Weil die Kleinsten große Nähe brauchen“. Damit  stärkt das Bundesfamilienministerium die Weiterentwicklung des Systems Kindertagespflege und die Sicherung der Qualität der pädagogischen Tätigkeit von Kindertagespflegepersonen – so werden Tagesmütter offiziell bezeichnet. Von Januar 2016 bis Dezember 2018 werden rund 30 solcher Modellstandorte gefördert.

Der Kreis bietet regelmäßig Qualifizierungskurse zur Kindertagespflegeperson an.