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Wandertouren
Wandertouren locken in die Region

Wer sich ein bisschen wetterfest macht, der kann bei Wanderungen im Herbst auf Schusters Rappen eine Natur im Wandel erleben.
Wer sich ein bisschen wetterfest macht, der kann bei Wanderungen im Herbst auf Schusters Rappen eine Natur im Wandel erleben. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Die Saarpfalz-Touristik hat im neuen Wanderführer bekannte und weniger bekannte Routen aufgenommen. Von Thorsten Wolf

Nein, so einen richtigen Herbst hatte das Jahr 2018 lange Zeit nicht im Gepäck. Statt eines Jahreszeitenwechsels gab‘s eine Sommer-Zugabe nach der anderen. Noch vor Kurzem lockten mitunter sogar ausgesprochen hohe Temperaturen eher zum Griff in die Schrank-Abteilung „T-Shirt“ als an die Kleiderhaken mit den Übergangsjacken. Nun jedoch scheint sich der Sommer samt langem Nachspiel wirklich verabschiedet zu haben – weniger schön für die Sonnenfans, aber Aufbruch für die, die dem Herbst mit allen seinen Facetten als Übergang zum Winter viel abgewinnen können.

Und kaum ein anderes Thema fand so seinen Wiederhall in der Literatur: „Die Blätter fallen, fallen wie von weit, als welkten in den Himmeln ferne Gärten; sie fallen mit verneinender Gebärde. Und in den Nächten fällt die schwere Erde aus allen Sternen in die Einsamkeit. Wir alle fallen. Diese Hand da fällt. Und sieh dir andre an: Es ist in allen. Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen unendlich sanft in seinen Händen hält“, hielt der deutschsprachige Lyriker Rainer Maria Rilke in Worten fest, was für ihn den Herbst ausmacht.

In der Region zwischen Homburg und Gersheim kann nun in den nächsten Wochen jeder seinen Herbst entdecken, bevor der Winter einzieht, Möglichkeiten gibt es wahrlich genug. Ganz vorne da natürlich: Die Herbstwanderung, ganz gleich, ob groß oder klein. Angebote für erlebenswerte Routen gibt es dabei genug, einen guten Überblick gibt ein Wanderführer der Saarpfalz-Touristik unter dem Titel „Wandern – mit Bus und Bahn im Saarpfalz-Kreis unterwegs“. Natürlich soll das nicht bedeuten, dass man sich die schönen Ecken zwischen Homburg und Gersheim durch die Scheibe eines Busses oder Zuges anschauen soll. Vielmehr soll die inhaltliche Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr dazu auffordern, das eigene Auto daheim stehen zu lassen und so einen Beitrag zum Schutz genau der Natur zu leisten, die man gerne erwandern möchte. Besagten Wanderführer und viele weitere gute Erlebnis-Tipps gibt die Saarpfalz-Touristik auch online unter der Adresse „https://www.saarpfalz-touristik.de/Urlaubsthemen/Wandern/Prospekte“.



Bei „Wandern – mit Bus und Bahn im Saarpfalz-Kreis unterwegs“ geht es los mit der Schlossbergtour in Homburg. Detailiert wird die Route beschrieben. „Zunächst geht es überwiegend talwärts ins Lambsbachtal zum Merwoog mit Resten der mittelalterlichen Merburg.“ Hier sei erwähnt, dass dieses Teilziel derzeit immer allerdings noch gesperrt ist.

„Für 2,5 Kilometer bleibt der Weg im Tal, auf naturbelassenen Pfaden in sanfter Hanglage. Ab dem Schwanenweiher in schön gestalteter Umgebung sind die Überreste der geheimnisvollen Gartenanlagen Karlslust des Karlsberger Schlosses zu erspüren. Nach dem Weiher geht es steil hinauf zu den Ruinen Bärenställe und zur Orangerie und ebenso steil hinab zum nächsten Garten-Kleinod, dem Karlsbergweiher. Dann geht es wieder bergauf zum ,Stumpfen Gipfel‘, einer gleichmäßigen Kuppe, auf der bereits die Kelten eine Kultstätte unterhielten.“

So beschrieben finden sich in der Folge viele weitere, gehenswerte Touren, so die zwölf Kilometer lange „Höcherbergtour“ mit ihren sehenswerten Stationen Höcherbergturm, Blumengarten, Bergbaumuseum und „Gulliverwelt 2.0“. Nicht weniger eine Wanderung wert ist auch die „Tafeltour“ in Kirkel, die Wanderer rund um die Kirkeler Burg führt oder die Erkundung des Lambsbachtals.

Und auch das Bliestal findet natürlich seinen deutlichen Wiederhall im Wanderführer der Saarpfalz-Touristik, so bei der „Hüttenwanderung“ rund um Hassel, auf dem Jakobswegs zwischen Heckendahlheim und Blieskastel und bei der Bliesgau-Tafeltour auf den Höhen zwischen Blies und Mandelbach. Den Abschluss im Reigen von auch und gerade im Herbst lohnenswerter Wandertouren bildet der „Gräfinthaler Weg“ rund um Bliesmengen.

Die Reste der Orangerie von Schloss Karlsberg liegen am Wegesrand einer Wanderstrecke, die über den Homburger Hausberg führt.
Die Reste der Orangerie von Schloss Karlsberg liegen am Wegesrand einer Wanderstrecke, die über den Homburger Hausberg führt. FOTO: Eike Dubois