| 23:59 Uhr

Fußball-WM
Vorfreude auf spannende Fußballtage

Als Ehrengast einer eigens anberaumten Pressekonferenz zum „Public Viewing“ in Homburg wagte der 1974er-Weltmeister Bernd Hölzenbein eine Prognose zum Abschneiden der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Russland.
Als Ehrengast einer eigens anberaumten Pressekonferenz zum „Public Viewing“ in Homburg wagte der 1974er-Weltmeister Bernd Hölzenbein eine Prognose zum Abschneiden der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Russland. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Die Vorbereitungen fürs WM-Fandorf laufen auf Hochtouren. Mit Bernd Hölzenbein war am Dienstag ein Ex-Weltmeister zu Gast in Homburg. Von Thorsten Wolf

Wirklich grundlegend Neues brachte die Pressekonferenz zum „Public Viewing“ in Homburg während der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland gestern in den Räumen des FC Homburg im Waldstadion nicht. Wie unsere Zeitung schon vor rund einem Monat berichtete, wird der Christian-Weber-Platz Standort des neuen „Fandorfs Homburg“ werden – ausgerichtet von der Stadt in Kooperation mit dem privaten Partner Triacs. Der betreibt schon seit einiger Zeit das Fandorf in Saarlouis – und will nun in Homburg ein zweites Public-Viewing-Event etablieren. Geplant ist das Ganze für maximal 4500 Besucher. Neben den Spielen der DFB-Elf in der Gruppenphase werden das Eröffnungsspiel, alle Finalspiele mit deutscher Beteiligung, sowie in jedem Fall beide Halb-Finalspiele und natürlich das Finale im Fandorf übertragen, auf einer hochauflösenden, 16 Quadrameter großen Leinwand. Der Eintritt ist frei.

Für Homburg, das machte Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind gestern klar, sei die Kooperation mit dem privaten Betreiber die Chance, mit dem einem mit der Vergangenheit vergleichbaren finanziellen Aufwand mehr Spiele übertragen zu können. „Seit vielen Jahren findet in unserer Stadt Public Viewing statt. Wir hatten das an verschiedenen Standorten, zuerst im Stadtpark, dann lange auf dem historischen Marktplatz, zuletzt auf dem Christian-Weber-Platz.“

Nun seien die Haushaltsmittel der Stadt nicht mehr so, wie sie mal gewesen seien, „deswegen gab es die ersten Überlegungen, ob wir überhaupt noch einmal ein Public Viewing durchführen. Und dann kam die Idee unsere Stadtmarketings, ob wir nicht, um Geld einzusparen, dies gemeinsam mit einem privaten Partner durchführen könnte.“ Dieser private Partner sorge nun nicht dafür, dass man wirklich viel Geld einspare, man sei aber eben in der Lage, mit einem vergleichbaren finanziellen Ansatz ein größeres Angebot zu präsentieren, „wir können für das selbe Geld wesentlich mehr Spiele zeigen. Zusätzlich können wir viele Arbeitsstunden der Verwaltung einsparen“.



Was gestern auch Thema war, das war die Sicherheit bei einer solchen Veranstaltung. Hier verdeutlichte Udo Treimetten, Chef des privaten Partner Triacs, dass man eine hohen Standard fahren werde. „Das ist ein großes und ganz wichtiges Thema für uns! Wir haben sehr enorme Sicherheitsvorkehrungen. Es gibt Einlass-Kontrollen. Auch gibt es Absperrungen gegen Fahrzeuge. Wir haben zahlreiche Sicherheitskräfte auf dem Platz.“

Zusätzlich, so Treimetten, sei auch die Polizei vor Ort, teils auch in zivil. Zum tatsächlichen Ablauf an einem Spieltag im Fandorf erläuterte Treimetten, dass dieses rund eine Stunde vor Spielbeginn geöffnet werde, „zum Spiel ist der Platz dann gefüllt. Eine halbe Stunde nach Abpfiff ist der Platz wieder geräumt, die Besucher fließen dann zum Feiern ab in die Stadt. Und das ist vom Konzept her auch so gewollt“. Soweit, so gut. Natürlich wird aber vieles nun davon abhängen, wie die Deutsche Elf im Turnier auftreten und abschneiden wird.

Turnierstart ist am 14. Juni mit dem Eröffnungsspiel von Gastgeber Russland gegen Saudi-Arabien. Das deutsche WM-Team wird dann am 17. Juni mit seinem Auftaktspiel gegen Mexico ins Turnier einsteigen. Ein richtiger Knaller in Sachen Publikumszahlen wird das Homburger Public Viewing aber nur dann, wenn die Truppe von Jogi Löw auch wirklich weit kommt – immerhin gilt es, den Titel von 2014 zu verteidigen.

Und da hatte man sich, quasi als  „guten Geist“ den 74er-Weltmeister Bernd Hölzenbein nach Homburg eingeladen. Nun mag man darüber philosophieren, warum gerade das Urgestein der Eintracht Frankfurt als Ehrengast gestern den Weg nach Homburg gefunden – aber tatsächlich gibt es eine historische Brücke, über die man gehen kann: Anfang der 1970er Jahre hatte Hölzenbein nämlich mal mit der Eintracht gegen Homburg gespielt. Die Hessen gingen damals mit 4:2 als Sieger vom Platz, Hölzenbein allerdings wurde in der 28. Minute ausgewechselt. Neben diesem anekdotenhaften Ausflug in die Vergangenheit bot Bernd Hölzenbein dann auch noch einen Ausblick aufs kommende Turnier: „Jogi wird wieder Weltmeister – gegen Brasilien!“ Und die Vorstellung des WM-Kaders kommentierte er knapp mit „Ist okay.“