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Vom Leben der Römerin

 In seiner Rolle als Sklave Geta führte Heribert Rausch die Gäste der Vernissage zur Ausstellung „Feminae“ im Edelhaus des Römermuseums ins Leben der Frau im römischen Reich ein. Foto: Thorsten Wolf
In seiner Rolle als Sklave Geta führte Heribert Rausch die Gäste der Vernissage zur Ausstellung „Feminae“ im Edelhaus des Römermuseums ins Leben der Frau im römischen Reich ein. Foto: Thorsten Wolf FOTO: Thorsten Wolf
Schwarzenacker. Anhand von Fundstücken wird die Geschichte der römischen Frau erzählt. Die Ausstellungsstücke wurden in den Ausgrabungen im Vicus Schwarzenacker selbst gefunden. Die Vernissage der Ausstellung fand am Montagabend statt. Thorsten Wolf

Dass es mit Geta ein männlicher Sklave war, der da am vergangenen Montagabend anlässlich der Vernissage der Ausstellung "Feminae" die Rolle der Frau im römischen Reich verbildlichte, mochte nur auf den ersten Blick überraschen. Denn, und das machte der Sklave, der im neuzeitlich-bürgerlichen Leben auf den Namen Heribert Rausch hört, deutlich: Eine große Rolle in der Öffentlichkeit spielte die Frau nur an der Seite ihres Herrn, das Leben der Domina war vor allem durch ihre Rolle als Hausherrin geprägt. Doch wie lebte sich es dann als Frau Roms in Zeiten, in denen der Mann das Wort führte? Eben darüber soll die Sonderausstellung "Feminae", zu Deutsch: die Frauen, im Edelhaus des Römermuseums Schwarzenacker Auskunft geben.

In vielen Facetten wird die römische Weiblichkeit präsentiert - von Schmuck und Körperpflege über Frisuren-Kunst bis hin zu Parfum, Bekleidung und Erotik . All das schön arrangiert und präsentiert im Dachgeschoss des Edelhauses, das damit nach seiner Renovierung mit der Vernissage am Montag auch wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.

Die Geschichte der römischen Frau wird dabei vor allem anhand von Fundstücken erzählt, die in den Ausgrabungen im Vicus Schwarzenacker selbst gefunden wurden. Aufwendig nachgebaute Frisuren , lebensgroße Puppen in den traditionellen Gewandungen - von der Domina, also der Hausherrin, über die Braut bis hin zur einfachen römischen Sklavin - sowie historische Texte komplettieren die visuelle Ausgestaltung der Ausstellung.

Homburgs Oberbürgermeister Karlheinz Schöner ordnete als Vorsitzender der Stiftung Römermuseum Schwarzenacker die Sonderausstellung "Feminae" ein in eine Reihe von kommenden Aktivitäten hin zum 50-jährigen Jubiläum der Einrichtung im kommenden Jahr. Auch habe man für das Römermuseum "viele Pläne in den Schubladen, die wir hoffentlich dann verwirklichen können, wenn es uns finanziell wieder möglich ist".

Welche große Bedeutung die Sonderausstellung für das Römermuseum Schwarzenacker hat, das betonte Klaus Kell, Leiter des Amtes für Kultur und Tourismus der Stadt Homburg und Geschäftsführer der Stiftung.

Kell unterließ es auch nicht, den vielen Müttern und Vätern der erfolgreichen Ausstellungspräsentation, bis hin zu den Maskenbildnerinnen des Saarländischen Staatstheaters, zu danken - die mehr als lange Liste ließ erahnen, welcher Aufwand in den zurückliegenden Monaten betrieben werden musste, um "Feminae" zeigen zu können.

Einen ganz besonderen Dank richtete Kell in diesem Zusammenhang an Julia Quirin, früher Studentin an der Saar-Uni und als solche auch zeitweise Praktikantin im Römermuseum , heute beschäftigt beim Landesdenkmalamt in Baden-Württemberg. Sie sei, so Kell, mit ihrer Idee, das Leben der römischen Frau zu erkunden und zum Thema ihrer Masterarbeit zu machen, Initial für die Ausstellung gewesen. Und sie stehe für eine nachhaltige Zusammenarbeit zwischen der Universität des Saarlandes und dem Römermuseum .

Zum Thema:

Auf einen BlickDie Sonderausstellung "Feminae" widmet sich dem Thema "Römische Frauen". Gezeigt werden im Dachgeschoss des Edelhauses Funde, die in Kombination mit antiken Quelltexten Einblicke in das Alltagsleben der Frauen zur Römerzeit geben. Themen dabei sind unter anderem auch Tischkultur und Schmuck. Aber die Schönheitspflege sowie Frisuren , Kleidung und Erotik dürfen selbstverständlich ebenfalls nicht zu kurz kommen. "Feminae" kann bis Sonntag, 30. November, zu den Öffnungszeiten und zu den Eintrittspreisen des Edelhauses im Römermuseum in Schwarzenacker besucht werden. red