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Rathaus muss weiteres Geld zuschießen
Volkshochschule braucht 6500 Euro extra von der Stadtverwaltung

Willi-Günther Haßdenteufel (rechts), der Leiter der Volkshochschule Homburg, stellte an der Seite von Dozentensprecherin Erica Beck (links) und der neuen Geschäftstellenleiterin Isabelle Keßler die Arbeit des Bildungsträgers im vergangenen Geschäftsjahr vor.
Willi-Günther Haßdenteufel (rechts), der Leiter der Volkshochschule Homburg, stellte an der Seite von Dozentensprecherin Erica Beck (links) und der neuen Geschäftstellenleiterin Isabelle Keßler die Arbeit des Bildungsträgers im vergangenen Geschäftsjahr vor. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Erstmals liegen bei der Einrichtung die Ausgaben über den Einnahmen. Laut Oberbürgermeister soll der städtische Zuschuss auf 50 000 Euro steigen. Von Thorsten Wolf

Der Leiter der Volkshochschule (VHS) Homburg, Willi-Günther Haßdenteufel, hatte am Montagabend anlässlich der Jahreshauptversammlung des Bildungsträgers eine schlechte Botschaft parat. So hätten 2017 zum ersten Mal überhaupt die Ausgaben von etwas über 213 600 Euro die Einnahmen von rund 207 100 überschritten. Als Folge habe man den entstandenen Verlust von knapp 6500 Euro aus den Rücklagen decken müssen. Diese hätten nun noch ein Volumen von etwas über 16 000 Euro.

Diese Zahlen präsentierte im Detail Hans Burgard, der zweite Vorsitzende der VHS Homburg. Haßdenteufel kommentierte diese für die VHS neue Situation, auch vor dem Hintergrund vollzogener Sparmaßnahmen im vergangenen Jahr, allerdings ohne Panik. „Laut Mitteilung unseres Oberbürgermeisters ist die Fortführung unserer Arbeit in der gewohnten Form nicht gefährdet!“ Zum Hintergrund: Aktuell unterstützt die Stadt die VHS jährlich mit 43 000 Euro. Diese Summe allerdings, das betonte Haßdenteufel, sei die gleiche wie noch vor 20 Jahren. „Die Stadt muss sich aber ihrer Fürsorgepflichten gegenüber der Volkshochschule bewusst sein und uns finanziell so unterstützen, dass wir auch weiterhin ein essentieller Standortfaktor dieser Stadt bleiben können.“

Hier gab es dann eine gute Nachricht von Schneidewind. So habe er eine Erhöhung des städtischen Zuschusses in die aktuellen Haushaltsplanungen eingebracht – und er gehe davon aus, dass die in Zukunft vorgesehenen 50 000 statt bisher 43 000 Euro auch eine Mehrheit im Rat fänden.



Erneut war die räumliche Situation der Volkshochschule ein Thema. Die ist nach wie vor verteilt auf unterschiedliche Standorte in der Stadt. Hier spielt für die Verantwortlichen die Hohenburgschule eine wichtige Rolle. Gegenwärtig laufen dort schon einige Kursangebote, andere finden sich im Berufsbildungszentrum Homburg. Schneidewind vermittelte wenig Hoffnung, dass sich daran so bald etwas ändern werde. „Die Haushaltslage der Stadt Homburg ist bekannt. Wir haben im Investitions-Haushalt 1,6 Millionen Euro für sieben aktive Grundschul-Gebäude, für sechs Feuerwehrgerätehäuser, städtische Liegenschaften und Straßen. Es wird also so einfach nicht funktionieren.“

Allerdings, so Schneidewind, gebe es Gespräche mit einem Investor. Der mögliche Plan: Dieser Investor saniert die Hohenburgschule privat und die Stadt mietet Räume zurück. „Da muss aber noch vieles geklärt werden“, deutete Schneidewind an, dass keine schnelle Lösung zu erwarten ist.

So wird die VHS wohl auch auf Sicht mit unterschiedlichen Standorten arbeiten müssen. Und das mit positiven Zahlen. So habe man, wie Haßdenteufel schilderte, 2017 in 245 Kursen 2455 Teilnehmer zählen können. „Bei den Kursen haben wir so den Schnitt von rund zehn Teilnehmern gehalten. Das ist saarlandweit sehr beachtlich.“

Die Zahl der Sprachkurse, hier ein Symbolbild, hat bei der Volkshochschule Homburg zugenommen.
Die Zahl der Sprachkurse, hier ein Symbolbild, hat bei der Volkshochschule Homburg zugenommen. FOTO: picture-alliance / dpa / Thomas_Frey