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Verkaufsoffener Sonntag mit Mehrwert

Schon in der Vergangenheit sorgten Straßenmusiker wie Tobias Schäfer mit ihren überraschenden Auftritten – und ausgefallenen Instrumenten wie diesem „Rohr-Schlagzeug“ für gute Stimmung bei verkaufsoffenen Sonntagen in Homburg.
Schon in der Vergangenheit sorgten Straßenmusiker wie Tobias Schäfer mit ihren überraschenden Auftritten – und ausgefallenen Instrumenten wie diesem „Rohr-Schlagzeug“ für gute Stimmung bei verkaufsoffenen Sonntagen in Homburg. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Am 14. Oktober sollen offene Geschäfte und ein buntes Rahmenprogramm mit Kunst und Kultur Käufer und Besucher nach Homburg locken. Das ist die Hoffnung des Teams vom Stadtmarketing.

Verkaufsoffene Sonntage galten in der Vergangenheit als probates Mittel, um kauflustigen Kunden auch fernab der üblichen Öffnungszeiten den einen oder anderen Euro – früher eben die D-Mark – zu entlocken. Doch bekanntermaßen hat sich das Kaufverhalten geändert, statt dem sonntäglichen Mehr an Einkaufsmöglichkeit zu huldigen, kann Herr und Frau Käufer heute rund um die Uhr im World-Wide-Web shoppen. Geblieben sind die verkaufsoffenen Sonntage, doch heute gilt es vor dem Hintergrund des boomenden Internethandels, jenseits von reinen Einkaufsmöglichkeiten auch weitere Anreize für einen Besuch in der Stadt zu bieten. Das hat das Stadtmarketing der Stadt Homburg schon seit längerem verstanden – und hat in der jüngeren Vergangenheit überall da, wo nötig und machbar, verkaufsoffene Sonntage in der Kreis- und Universitätsstadt mit Unterhaltungsprogrammen auf Straßen und Plätzen „ummantelt“. Kunst und Kultur sollten in die Stadt und damit auch in die Geschäfte locken. Ob das mit den Geschäften in der Vergangenheit geklappt hat, das wissen nur die Einzelhändler selbst. Sicher ist aber: Straßenmusiker und Straßenkünstler sorgten im vergangenen Jahr für ordentlich Betrieb in der City. Das soll sich am verkaufsoffenen Sonntag am 14. Oktober wiederholen. Dann wollen Dagmar Pfeiffer und ihr Team vom Homburger Stadtmarketing Kunst und Kultur gemeinsam als Rahmenprogramm und Verkaufshilfe präsentieren. Jüngst hatte Pfeiffer öffentlich Straßenmusiker dazu aufgerufen, sich für eine Teilnahme am verkausfoffenen Sonntag im Oktober zu bewerben. Die Resonanz auf diesen Aufruf sei sehr gut gewesen, versicherte Homburgs Stadtmarketing-Chefin gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. 15 Einzelmusiker und Gruppen umfasse derzeit das musikalische Aufgebot. „In Sachen Musikrichtungen ist alles dabei, von Blues über Jazz bis zu ganz bunten Geschichten. Das ist eine wilde Mischung.“

Als Vorgabe hatte die Stadt nur festgelegt, dass sie den Künstlerinnen und Künstlern keinen Strom zur Verfügung stellen werden. „Da haben natürlich auch ein paar absagen müssen. Aber das wäre dann auch für mich keine Straßenmusik gewesen“, sagte Pfeiffer.

Mit im Boot am 14. Oktober ist auch die Freie Kunstschule Artefix. Sie wird für den Teil „Kunst“ im Rahmenprogramm des verkaufsoffenen Sonntags sorgen. Dass man in diesem Jahr und im Gegensatz zu 2017 Kunst und Kultur gemeinsam zu einem Event zusammenfasse, sei, so Pfeiffer, dem Umstand geschuldet, dass alle anderen verkaufsoffenen Sonntag des Jahres an sich schon eine zusätzliche Attraktion geboten hätten oder noch böten: Im Frühjahr mit dem Keramikmarkt, im Mai mit dem Maifest und in der Vorweihnachtszeit mit dem Homburger Nikolausmarkt. So habe man sich, nach der großen Resonanz im vergangenen Jahr, dazu entschieden, die beiden Themen „Kunst“ und „Musik“ gemeinsam zu bedienen. Wer sich nun noch als Straßenmusiker für einen Auftritt im Oktober interessiere, den werde man nicht abweisen, versicherte Pfeiffer. Allerdings müssten solche Musikerinnen und Musiker schon damit rechnen, nicht in den so genannten „A-Lagen“ spielen zu können. „Wir werden aber auf jeden Fall ein schönes Plätzchen finden.“ Musiziert wird von 13 bis 18 Uhr, dabei gebe es Musiker, die nur Morgens oder nur Nachmittags oder auch über den ganzen Tag hinweg spielen würden, skizzierte Dagmar Pfeiffer das Programm, das die Gäste des verkaufsoffenen Sonntags erwarten wird.



Dabei wichtig: „In der Innenstadt wird es verschiedene stark frequentierte Standorte geben, die auch bei Regenwetter zum Musizieren geeignet sind und an denen zwischen 13 und 18 Uhr das musikalische Talent präsentiert werden kann.“ Einzig das Wetter muss nun noch mitspielen, „am besten wäre ein schöner Spätsommertag“.

Ebenfalls wünschenswert: Dass die hoffentlich zahlreichen Besucher nicht nur das künstlerische und musikalische Rahmenprogramm zu würdigen wüssten – sondern auch noch dem Homburger Einzelhandel eine in Euros messbaren Dienst erweisen würden.

(thw)