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Verkaufsoffener Feiertag
Am 15. August ist Einkaufstag in Homburg

Verkaufsoffene Sonntage sind  vor allem dann ein Erfolg, wenn das Wetter mitspielt. Das könnte am 15. August 2019 der Fall sein.
Verkaufsoffene Sonntage sind  vor allem dann ein Erfolg, wenn das Wetter mitspielt. Das könnte am 15. August 2019 der Fall sein. FOTO: BeckerBredel / BeckerBredel/ck
Homburg. Ein verkaufsoffener Sonntag im Mai wird 2019 gestrichen, dafür ist an Maria Himmelfahrt geöffnet.

Im kommenden Jahr wird in Homburg der 15. August, Maria Himmelfahrt, ein verkaufsoffener Feiertag sein. Das bestätigte der Gewerbeverein gegenüber unserer Zeitung.

Wenn man an der Grenze wohnt, kann man alle Vorteile des Nachbarn mitnehmen, ohne unbedingt die Nachteile in Kauf nehmen zu müssen. Dazu gehören vor allem die Feiertage. Am 14 Juli, dem französischen Nationalfeiertag, stürmen die Franzosen die deutschen Geschäfte, am 3. Oktober ist in Metz und Strasbourg „Deutschland-Tag“.

Was für die Länder gilt, gilt auch für die Bundesländer, denn auch hier sind die Feiertage unterschiedlich. Ein charakteristischer Tag ist dabei der 15. August, Maria Himmelfahrt. Außer in Bayern wird dieser Tag nur im Saarland gefeiert – und auch nur, weil ihn einst die Franzosen bei uns eingeführt haben. Dazu muss man wissen, dass in Frankreich und Italien dieser Tag über seine religiöse Bedeutung hinaus den Höhepunkt des Sommers markiert.



Ohne den 15. August würden diese beiden Länder vermutlich in eine Identitätskrise stürzen, vor allem die Italiener, denen „Ferragosto“, also die Woche um den 15. August, über alles geht. Nun denken die Saarländer bestimmt nicht daran, den 15. August zu streichen, aber der Handel hierzulande macht nicht gerade Freundensprünge, wenn er mitansehen muss, dass an diesem Tag die Saarländer in Scharen in die benachbarten Bundesländer abwandern. Sei es nach Trier, nach Mannheim oder auch nur nach Zweibrücken, um dort ihr schönes Geld den Pfälzern hinterherzuwerfen.

Die Pfälzer nutzen die saarländische Feiertagsstimmung natürlich aus und sorgen am 15. August für Blasmusik, Lyoner und Leberknödel, um ihren saarländischen Nachbarn das Geldausgeben so angenehm wie möglich zu gestalten.

Muss man sich das mitansehen? Muss man nicht. Und so hat der Homburger Gewerbeverein angeregt, ob man die Saarländer mit einem verkaufsoffenen 15. August nicht im Land halten könne. Angeregt hatte diese Idee Bernd Brinkmann, der in Homburg das gleichnamige Kaufhaus im Saarpfalz-Center betreibt und seinen Hauptsitz im hessischen Marburg hat. Dort gibt es natürlich keinen Maria-Himmelfahrt-Tag, weshalb Brinkmann auch nicht einsah, warum saarländische Geschäftsleute an diesem Tag Verluste hinnehmen sollten. „Nachdem Bernd Brinkmann diesen Vorschlag gemacht hatte, haben wir ihn geprüft und bei den entsprechenden Stellen in Saarbrücken nachgefragt“, sagte Annette Germann gegenüber unserer Zeitung. Sie ist die Vorsitzende des Homburger Gewerbevereins und betreibt eine Boutique am Historischen Marktplatz. Und siehe da: Es ist möglich. Da es aber eine bestimmte gesetzlich erlaubte Anzahl von verkaufsoffenen Sonntagen gibt, musste für den 15. August ein Sonntag geopfert werden, „wir haben uns für den Mai-Sonntag entschieden“, so Germann, „den nehmen wir weg und öffnen dafür lieber am 15. August“.

2019 soll es schon soweit sein: „Wir haben alles geregelt, wir öffnen am 15. August 2019 die Geschäfte in Homburg“, bestätigte Annette Germann. Nun darf man gespannt sein, ob das Homburger Beispiel Schule macht und andere saarländische Städte folgen werden. Dann wäre es entweder vorbei mit dem Pfälzer Lockruf an Maria Himmelfahrt, oder aber die Saarländer halten aus alter Anhänglichkeit an ihrem beliebten Pfälzertag fest. Man wird sehen.

(maa)