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Pflegenotstand
Verdi will für mehr Personal die Uniklinik „leerstreiken“

Homburg. Die Gewerkschaft Verdi hat ihre Taktik für einen möglichen unbefristeten Streik zur Durchsetzung von Mindestpersonalvorgaben am Universitätsklinikum (UKS) in Homburg publik gemacht. Von Daniel Kirch

Ziel ist es demnach, die Klinik ab Mittwoch nächster Woche weitgehend „leerzustreiken“ und nur noch eine Notversorgung aufrechtzuerhalten. Aus einem Schreiben von Verdi geht hervor, dass auch beim Besuch des niederländischen Königspaares an der Uniklinik am 12. Oktober gestreikt werden soll.

„Jeder Streiktag wird die Klinikleitung etwa 100 000 Euro kosten. Wir versuchen, diesen Druck möglichst schnell zu erzeugen, um den unbefristeten Streik so kurz wie möglich zu halten. Wir sind bereit dazu, so lange zu streiken, wie notwendig ist“, erklärte Verdi. Ob der Streik noch abgewendet werden kann, wird sich in Kürze zeigen, wenn der UKS-Vorstand möglicherweise ein neues Angebot machen wird.

Am Donnerstag sind zunächst Verhandlungen über eine Notdienstvereinbarung vorgesehen. Eine Einigung scheint hier durchaus möglich zu sein. Ab dem 19. September, 6 Uhr, will Verdi dann die OP-Pflege und die Anästhesie bestreiken – so soll erreicht werden, dass geplante Operationen weitgehend verhindert werden und nur noch Notfälle operiert werden. Auf diese Weise sollen auch die Stationen nach und nach leerlaufen. Außerdem hat Verdi die Parole ausgegeben, möglichst viele Stationen zu schließen und möglichst viele Betten „leerzustreiken“. Eine Patientenaufnahme sei nur im Notfall möglich, sofern sich im Saarland und der Pfalz kein Alternativbett finde.



Die anderen Bereiche wie Wäscherei, Küche, Logistik, Medizintechnik, Werkstatt, Physiotherapie, Labor, Cafeteria, Blutbank, Zentrum für Informations- und Kommunikationstechnik, Reinigung, Sterilisierung oder Verwaltung sollen kurzfristig in den Streik gerufen werden. Dies soll laut Verdi zu „empfindlichen Schlägen“ führen, die von der Gegenseite nicht berechenbar seien.