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Verbraucherzentrale des Saarlandes
Einfache Tests für alte Fenster

 Alte Fenster haben ihre Defizite. Sie auszutauschen, sei aber auch teuer, sagt die Verbraucherzentrale Saarland. Es lohne sich deswegen, zu prüfen, ob eventuell nur nachgebessert werden müsse.
Alte Fenster haben ihre Defizite. Sie auszutauschen, sei aber auch teuer, sagt die Verbraucherzentrale Saarland. Es lohne sich deswegen, zu prüfen, ob eventuell nur nachgebessert werden müsse. FOTO: dpa / Sebastian Gollnow
Homburg/Bexbach/Kirkel. Die Verbraucherzentrale des Saarlandes gibt Tipps, ob alte Fenster mit Blick auf die Verringerung von Energieverlusten komplett ausgetauscht werden müssen oder ob bereits eine Nachbesserung den gleichen Effekt erzielt. red

Der Austausch alter Fenster ist eine teure Angelegenheit. Hinzu kommen die Schäden an den Fensterlaibungen durch den Ausbau, die oft mit viel Dreck verbunden sind. Es lohne sich deswegen, zu prüfen, ob die alten Fensterrahmen noch gut genug sind und eventuell nur nachgebessert werden müssen, um Energieverluste zu minimieren. Das rät die Verbraucherzentrale des Saarlandes.

Isolierverglasung könne zum Beispiel einfach durch Wärmeschutzverglasung ausgetauscht werden. „Die eingebaute Glasart kann durch den Feuerzeug-Test ermittelt werden“, sagt Reinhard Schneeweiß, Architekt und Energieberater der Verbraucherzentrale. „Halten Sie vor dunklem Hintergrund eine Flamme vor das Fenster. Bei Isolierglas haben alle Spiegelbilder der Flamme die gleiche Farbe.“

Außerdem sollte geprüft werden, ob der Rahmen noch in Ordnung ist. Er sollte thermisch getrennt, nicht morsch, verwittert, verrostet, gerissen, verzogen oder anderweitig beschädigt sein, hieß es weiter. Wichtig sei darüber hinaus die Frage, ob das Fenster selbst und die Anschlüsse dicht sind. Auch das kann man recht einfach feststellen. Um die Dichtheit des Rahmens zu testen, klemmt man einen Streifen Papier zwischen Fensterrahmen und Fensterflügel ein. Lässt sich das Papier bei geschlossenem Fenster leicht herausziehen, ist das Fenster nicht dicht genug. Man sollte, so die Verbraucherzentrale weiter, den Test an mehreren Stellen wiederholen.



Handwerklich geschickte Eigenheimbesitzer könnten die Fensterdichtungen eventuell selbst austauschen. Die Fuge zwischen Rahmen und Mauerwerk könne unter Umständen auch nachgebessert werden. Hier bestünden in Altbauten oft große Undichtigkeiten. Wenn man einen Fensterbauer beauftrage, sollte man ihn auch gleich bitten, die Fensterflügel nachzujustieren.

Kann man die Fenster nicht mehr nachbessern, empfiehlt Schneeweiß eine unabhängige Energieberatung aufzusuchen. Für den Austausch von Fenstern gebe es möglicherweise staatliche Förderprogramme.

„Die Förderung ist seit Januar 2020 deutlich besser geworden, muss aber vor Ausführungsbeginn beantragt werden“, informiert der Experte. Um die volle Wirkung des besseren, neuen Fensters bei Wärme- und Schallschutz zu erreichen, sei besonders auf den fachgerechten luftdichten Einbau zu achten, so seine Empfehlung. Dank der Bundesförderung für Energieberatung der Verbraucherzentrale ist die Beratung in den 18 Niederlassungen im Saarland kostenfrei, hieß es abschließend.

Termine zur persönlichen Beratung können unter Tel. 08 00 – 8 09 80 24 00 (kostenfrei) oder direkt bei den Beratungsstützpunkten (siehe auch Infokasten unten) vereinbart werden.