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Gottesdienst und Klassik Open Air
Urlaubsstimmung auf dem Marktplatz

 Der Homburger Mini-Urlaub auf dem Marktplatz startet am Feiertag mit einem Gottesdienst mit Gospelmusik (hier ein Symbolbild).
Der Homburger Mini-Urlaub auf dem Marktplatz startet am Feiertag mit einem Gottesdienst mit Gospelmusik (hier ein Symbolbild). FOTO: dpa / Horst Ossinger
Homburg. In der kommenden Woche wird auf dem historischen Marktplatz üppig aufgetischt: Zunächst gibt es einen Gospel-Gottesdienst am Feiertag. Freitagabend stehen dann „Glanzlichter Europas“ beim Klassik-Open-Air auf dem Programm. Von Ulrike Stumm

Es ist Hochsommer. Und  obwohl das neue Schuljahr bereits begonnen hat, gewöhnen sich die meisten nur schwer daran, dass die Ferien für sehr viele vorbei sind. Wer mag, der kann die Urlaubsstimmung verlängern. Mit einem freiem Tag und Musik in ganz unterschiedlichen Stilrichtungen. Denn im Saarland steht nächste Woche ein Feiertag an: Mariä Himmelfahrt am 15. August. Während der in Deutschland nur an einigen Orten begangen wird, steht andernorts, besonders in Italien, das Land faktisch still – nicht nur am, sondern auch um den Feiertag herum, Ferragosto sagt man dort.

Wer in Homburg nicht nur frei haben, sondern feiern möchte, der kann dies am kommenden Mittwoch, 15. August, 11.30 Uhr, bei einem besonderen Gottesdienst auf dem historischen Homburger Marktplatz tun. Zu hören gibt es hier Gospelmusik, genauer das Elmar Federkeil Trio mit seinen Gospel-Sängern, zusammen wird daraus die „Federkeil Music Gospel Power“ . Die Besetzung könne sich sehen und vor allem hören lassen, verspricht die Firma Dr. Theiss Naturwaren, die sich und den Homburgern diesen Gottesdienst sozusagen zum 40. Geburtstag des Unternehmens schenkt. Zwar gab es diese Freiluft-Veranstaltung schon häufiger, allerdings damals in Verbindung mit der Festa Italiana, die mittlerweile nicht mehr gefeiert wird. Zu hören und zu sehen gibt es am Mittwoch aber jede Menge mit Musikern aus unterschiedlichen Ländern: Da sind Noreda und Donniele Graves (the Graves Sisters) aus North Carolina (USA), KB Kinsberry, der ebenfalls aus den USA stammt, sowie Klyive aus Trinidad-Tobago, dazu kommt die Band mit Carina Peitz, Sven Sommer und Elmar Federkeil.

 Pfarrer Stefan Seckinger wird den Gottesdienst unter Mitwirkung von Diakon Ulf Claaßen, Pater Ludger Holtmann und Stadtpfarrerin Petra Scheidhauer halten. Am Ende sollen alle gemeinsam „Oh happy day“ anstimmen, den Ohrwurm-Klassiker schlechthin.



Die Musik ist das eine, traditionell werden an diesem Tag auch Kräuter gesegnet. Dies wird in Homburg ebenfalls möglich sein, verbunden mit einer guten Sache. Denn: Rosmarinstöckchen und Kräutersträuße werden gegen eine Spende verteilt. Das Geld soll Pauli Seitz zugute kommen, der schwer erkrankt ist. Dieser könne nicht gehen, nicht sprechen, nicht essen, brauche 24 Stunden lang Pflege, hieß es von den Veranstaltern. Die meiste Pflegezeit erbringen die Eltern selbst. Damit Pauli palliativ unterwegs sein könne, brauche er aber ein  entsprechend umgebautes Fahrzeug, einen Bully.

Wer den Vormittag ausklingen lassen möchte, der  könne nach dem Gottesdienst noch an einem gemeinsamen Frühschoppen teilnehmen.

Nach dem Feiertag ist die musikalische Sause nicht vorbei, sie wechselt jedoch die Musik-Richtung, bleibt aber genauso schwungvoll. Am Freitag, 17. August, kann man sich um 20 Uhr auf dem historischen Marktplatz in eine italienische Opernarena träumen beim Klassik-Open-Air des Homburger Sinfonieorchesters (siehe auch Infokasten). Die gute Nachricht: Es gibt noch Tickets, gut 100, teilte die Stadt am Dienstagmittag mit. An den Rahmenbedingungen hat man im Vergleich zum Vorjahr festgehalten. So stehe die Bühne erneut unten auf dem Platz, die Stuhlreihen ziehen sich nach oben Richtung Saarbrücker Straße. Der Platz werde abgesperrt sein, Zugang sei nur mit einer Karte möglich. Am Vorabend, 20 Uhr,  ist die Generalprobe angesetzt, zu der man einfach kommen kann. Gibt es da nur Ausschnitte zu hören, stehen dann am Freitagabend – das Konzert beginnt um 20 Uhr – musikalische Höhepunkte aus verschiedenen europäischen Ländern unter dem Motto „Glanzlichter Europas“ auf dem Programm. Das Orchester unter der Leitung von Jonathan Kaell hat sich zwei Solisten eingeladen. Zum einen spielt der Trompeter Benedikt Kilburg. Zum anderen ist der Tenor Konstantinos Klironomos zu Gast. Geboten wird Bekanntes ebenso wie weniger Geläufiges. Das Publikum könne sich auf ein sehr schwungvolles und vielseitiges Programm freuen – mit unterschiedlichen Facetten, verspricht Kaell.  Da seien zum einen bekannte Höhepunkte wie Smetanas  „Moldau“. Die klingt zwar leicht und beschwingt, sei aber eine Herausforderung. „Wir haben Blut geschwitzt, als wir gesehen haben, wie schwer das Stück ist.“ Besonders spannend für ihn ist aber auch das Konzert für Trompete und Orchester des armenischen Komponisten Alexander Arutjunjan. Das sei zwar für Trompeter Standardrepertoire, sei aber sonst vielen nicht so vertraut. Anders sieht das wohl bei der Ouvertüre zum Zigeunerbaron von Johann Strauss aus. Ausführlich ist das Programm auf der Seite des Orchesters zusammengestellt unter www.hkso.de. So sind etwa Arien aus Opern, etwa denen  von Giacomo Puccini und Gaetano Donizetti vorgesehen: zum Beispiel „Recondita armonia“ aus Tosca  und „Addio Fiorito Asil“ aus „Madame Butterfly“ oder „Una furtiva lagrima“ aus L’elisir d’amore. Und da dürfte man sich dann  schon ein bisschen in eine der großen offenen italienischen Opernbühnen wie die Arena di Verona versetzt fühlen.

Bleibt eigentlich nur noch, die Daumen zu drücken, dass der Sommer noch eine Weile bleibt.

 Das Homburger Sinfonieorchester spielt beim Klassik-Open-Air am Freitag, 17. August, „Glanzlichter Europas“.
Das Homburger Sinfonieorchester spielt beim Klassik-Open-Air am Freitag, 17. August, „Glanzlichter Europas“. FOTO: Thorsten Wolf