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Urlaub daheim
Ein Frühsommer in der Hängematte

 Nein, das ist nicht in England oder in Irland an einem geheimen Ort, sondern im Bliesgau  – es ist der Gollenstein im Morgennebel.
Nein, das ist nicht in England oder in Irland an einem geheimen Ort, sondern im Bliesgau  – es ist der Gollenstein im Morgennebel. FOTO: Wolfgang Henn
Homburg . Bevor die richtigen Ferien anfangen, kann man schon mal den Sommer mit wunderbaren Ausflügen in die Biosphäre einläuten. Von Christine Maack

Der Saarpfalz-Kreis besitzt zwar nicht die Bucht von Sorrent und auch nicht die Strände von Saint Tropez, aber Touristen möchte man schon hier empfangen, zwischen Höchen und Peppenkum, zwischen Einöd und Rentrisch. Und natürlich auch Besucher aus der näheren Umgebung, die ein schönes Wochenende planen. Vor allem jetzt, im Frühsommer, wenn die Ferien zwar noch nicht begonnen haben, aber die Natur mit ihren bunten Wiesen schon eine Ahnung vom Urlaub vermittelt, kann man die Angebote der Saarpfalz-Touristik für ein paar kleine Fluchten aus dem Alltag wunderbar nutzen.

Vor 100 Jahren genügte eine Postkarte mit der Ansicht von gezackten Bergspitzen, um Hunderte von Engländern mobil zu machen für einen Urlaub in den Alpen. Das wäre heute undenkbar, denn die Suche nach Ferienzielen, nach Unterkünften, nach gutem Essen und Wanderwegen erfolgt längst übers Internet. Hier punktet die Saarpfalz-Touristik  mit blühenden Wiesen und bunten Schmetterlingen.

Seit dem Sommer 2018 können Wanderer sogar in Hängematten in saarländischen Wäldern „abhängen“. Bei zwei Verleihstellen im Biosphärenreservat Bliesgau, in der Tourist-Info Blieskastel und bei der Saarpfalz-Touristik, können Hängematten gegen eine Kaution von 20 Euro ausgeliehen werden. Im Wald um die Biosphärenstadt Blieskastel wurden die schönsten Standorte als „Baumelstationen“ ausgewählt. Nicht alle Bäume sind geeignet: Deshalb wurden Bäume gekennzeichnet, die regelmäßig auf Verkehrssicherheit geprüft werden. Wanderer erkennen sie am Logo „To stay“. Die Hängematte wiegt 500 Gramm und hält bis zu 180 Kilogramm aus. Das Projekt ist Teil der Kampagne „Saarland to stay“ der Tourismus Zentrale Saarland, die für intensive Urlaubserlebnisse und bewusstes Genießen ohne Zeitdruck steht.



Originell sind auch die acht Lauschtouren Hier werden Geschichte und Natur durch eine Audio-Guide-App erlebbar. Sie führt Gäste und Einheimische informativ und kurzweilig durch die acht Gemeinden und Städte der Region. In der Blieskasteler Innenstadt dreht sich die Tour um das Thema Barock,  in Kirkel kann man auf einem  der schönsten Wanderwege der Region, dem Felsenpfad, die Natur sowie die Burg erkunden. Im Mandelbachtal führt eine Biosphärentour rund um Kultur- und Lanschaftszentrum Haus Lochfeld. Im beschaulichen Bliesbruck-Reinheim kann sogar der Europäische Kulturpark mit der Lauschtour entdeckt werden, in Bexbach dreht sich alles um das Thema Bergbau, und in Homburg wird die Festung auf dem Schlossberg auch mit den Ohren erlebt.  Sogar der Wintringer Hof kann als Modell-Hof für nachhaltigen Biolandbau per Lauschtour  besichtigt werden.

Die App ist vergleichbar mit Hörtouren, wie sie beispielsweise in großen Museen angeboten werden. Sie ist darüber hinaus im Rahmen des „Netzwerks Hören“ dank Gebärdendolmetscher auch für hörbeeinträchtigte und gehörlose Menschen geeignet.

Nutzen kann die Lauschtour jeder, der ein Smartphone besitzt. Am besten die entsprechende kostenfreie App zuhause über Android oder Apple herunterladen und schon kann es losgehen. Verlaufen kann man sich kaum, denn Schilder an den einzelnen Stationen weisen einem den Weg.

Der Bliesgau gehört zu den jüngsten deutschen Unesco-Biosphärenreservaten und wurde vor genau zehn Jahren, ausgezeichnet. Ziel der Biosphärenreservate ist die beispielhafte Entwicklung des Zusammenlebens von Mensch und Natur. Wiesen, Wälder und Felder beheimaten seltene und schützenswerte Tiere und Pflanzen. Im Frühjahr und Frühsommer taucht der Bliesgau in ein wunderbares Blütenmeer. Ein Höhepunkt ist die Obstbaumblüte in den Streuobstwiesen rund um die Dörfer im Bliesgau. Besonders exotisch und farbenprächtig wird es, wenn im Orchideengebiet bei Gersheim rund 30 verschiedene Orchideenarten noch bis Anfang Juli ihre Farbenpracht entfalten. Auf gut ausgebauten Rad- und Wanderwegen können die Natur- und Kulturschönheiten der Region entdeckt werden.

Für den „Urlaub vor der Haustür“ sind die Urlaubsangebote der Saarpfalz-Touristik der ideale Ideenpool. In zahlreichen Angeboten wird das Thema „Aktiv sein“, wie Wandern und Radfahren mit dem Entdecken und Schmecken regionaler Produkte kombiniert. Weitere Aktivangebote sind Felsklettern im Kirkeler Wald, das Floß der Nachhaltigkeit, WaldWerken und Erlebnispädagogisches Kanufahren auf der Blies.

Die Broschüre der Saarpfalz-Touristik, Infos zu den Hängematten und den Lauschtouren sowie weitere Infos, Broschüren und Karten gibt es bei der Saarpfalz-Touristik, Paradeplatz 4, Blieskastel, Telefon (0 68 41) 104-71 74, E-Mail
touristik@saarpfalz-kreis.de.

www.saarpfalz-touristik.de

 Seit dem Sommer 2018 können Wanderer sogar in Hängematten in saarländischen Wäldern „abhängen“. Die Bäume sind gekennzeichnet.
Seit dem Sommer 2018 können Wanderer sogar in Hängematten in saarländischen Wäldern „abhängen“. Die Bäume sind gekennzeichnet. FOTO: Marcus Simaitis
 Hummel-Ragwurz, eine Orchidee, die im Bliesgau wächst.
Hummel-Ragwurz, eine Orchidee, die im Bliesgau wächst. FOTO: Dieter Dord