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Unwetter
Unwetter traf Teile der Region

Am Nachmittag formierte sich über dem ganzen Südwesten eine schwarze Gewitterfront, die aber nur teilweise zu heftigem Starkregen und Hagel führte. Manche Orte wurden gänzlich verschont, andere versanken im Wasser. 
Am Nachmittag formierte sich über dem ganzen Südwesten eine schwarze Gewitterfront, die aber nur teilweise zu heftigem Starkregen und Hagel führte. Manche Orte wurden gänzlich verschont, andere versanken im Wasser.  FOTO: dpa / Bernd März
Homburg. Regenmassen beschädigten die neue I-Med am Uniklinikum, sogar eine Station musste evakuiert werden. Unwetter mit Hagel sorgten für Dauereinsatz der Feuerwehren, Homburg-Mitte war mit 88 Wehrleuten vor Ort. Von red

Am Sonntag gegen 16 Uhr ging in Homburg die Welt unter (wir berichteten). Auch diesmal waren die Niederschläge an verschiedenen Punkten besonders heftig, während es ein paar Kilometer weiter noch nicht einmal richtig regnete.

Am Sonntag trafen Hagel, Sturm und Starkregen die Innenstadt von Homburg mitten ins Herz. „Ein bisschen kriegten auch Jägersburg und Kirrberg ab, aber hauptsächlich litt die Innenstadt unter dem Unwetter“, betonte Klaus-Peter Nashan, der Leiter der Feuerwache Homburg-Mitte. Und es traf ausgerechnet eine von Homburgs wichtigsten Einrichtungen: das Uniklinikum.

Hier war nach Informationen der Klinikumsleitung das Abscheiderbecken für den Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach des neuen Gebäudes der Inneren Medizin, I-Med genannt, vollgelaufen „und gleichzeitig kam es wahrscheinlich zu einer Störung des automatischen Ablaufventils“, so das Klinikum weiter.



Das Ergebnis war ein rauschender Sturzbach, der sich über die grauen Steinfliesen des Treppenhauses bis in den Keller ergoss. „Da sind enorme Wassermassen über den Hubschrauberlandeplatz ins Gebäude eingedrungen“, bestätigte gestern auch Nashan. Er war mit 25 Mann der Feuerwehr Homburg-Mitte vor Ort, unterstützt von über 30 Einsatzkräften des technischen Personals und der eigenen Betriebsgruppe des Universitätsklinikums, so Nashan weiter.

Der Wassereinbruch war so heftig, dass noch am späten Sonntagnachmittag in dem I-Med-Neubau die „Wahlleistungsstation“ evakuiert werden musste. Das heißt, dass mehrere Betten mit Privatpatienten ausgelagert wurden. „Die Feuerwehrleute und zusätzliche Mitarbeiter des UKS sowie Personal der UKS-Servicegesellschaft waren im Einsatz, um die Schäden so gering wie möglich zu halten“, heißt es dazu vom Uniklinikum. Nicht ganz so große Wasserschäden gab es im Bereich der Chirurgie, der Neurochirurgie und im Bereich des Überlaufbeckens von HNO und Urologie.

Hier suchte sich das Wasser seinen Weg über Klima- und Filteranlagen sowie über Leitungsschächte, so dass es in manchen Räumen aus Wand- und Deckenabdeckungen herausregnete oder skurrilerweise sogar aus mehreren Wandlampen Wasser herauslief. Wie das Klinikum weiter informiert, sind diese Bereiche soweit wiederhergestellt, dass der Normalbetrieb wieder laufe.

Für die Privatstation der I-Med ist dies noch nicht der Fall, hier gehen die Verantwortlichen davon aus, dass der Betrieb wohl erst ab Donnerstag dieser Woche wieder problemlos erfolgen und die Privatpatienten auf ihre Station zurückkehren können.

Da von den Wasserschäden nicht nur Gebäudeteile, sondern vermutlich auch medizinisches Material betroffen ist, gab es gestern am Uniklinikum mehrere Lagebesprechungen, um mit der Aufarbeitung der Schäden zu beginnen. „Neben der Festlegung noch notwendiger Maßnahmen werden die Ursachen für den Wassereintritt aufgearbeitet“, meldet die Pressestelle des Uniklinikums.

Doch nicht nur das Uniklinikum, auch viele Homburger Privat- und Geschäftsleute haben Schäden erlitten. 66 Wassereinbrüche meldete die Feuerwehr, die mit insgesamt 88 Kräften im Einsatz war. Wie die Polizei mitteilte, musste wegen hochgedrückter Kanaldeckel die überflutete B 423 in der Innenstadt sogar vorübergehend gesperrt werden. Zahlreiche Straßen und Keller wurden überflutet. Besonders betroffen waren in Homburg laut Polizei die Kaiserstraße, Lindenstraße und Mannlichstraße. Weiß wie im Winter sah zeitweilig die Homburger City aufgrund des Hagelschlags aus.

Am späten Abend waren nach Angaben der Polizei die Straßen wieder geräumt, die Keller ausgepumpt. Verletzt wurde niemand, der entstandene Sachschaden ließ sich noch nicht beziffern. Die Feuerwehren waren mehrere Stunden im Dauereinsatz, teilte die Polizei weiter mit. Insgesamt rückten die Feuerwehren mehr als 60 mal aus. Bis spät in die Nacht dauerten die Einsätze.

Auch die Höcherberg-Region wurde von dem Unwetter nicht verschont. Dort waren die Feuerwehren im Dauereinsatz. Besonders betroffen waren Niederbexbach, Frankenholz und Oberbexbach.

Die Gemeinde Kirkel musste das Naturfreibad in Kirkel nach dem heftigen Unwetter schließen. Durch einen verstopften Kanaldeckel sei möglicherweise die Wasserqualität gefährdet, so die Polizei. Wie die Gemeinde mitteilte, wird das Wasser im Naturfreibad untersucht, danach werde entschieden, ob das Naturbad länger geschlossen bleiben muss. In Kirkel-Neuhäusel und in den Gemeindeteilen Altstadt und Limbach mussten zahlreiche Keller ausgepumpt werden. In Kirkel-Neuhäusel wurde ein Pkw durch hochschießendes Wasser aus einem Kanaldeckel so stark beschädigt, dass es fahruntüchtig war.