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Verdacht: Versuchte Tötungsdelikte
Ermittlungen gegen Pflegerin an der Homburger Uniklinik

 Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts dreier versuchter Tötungsdelikte gegen eine 34 Jahre alte Intensivpflegerin.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts dreier versuchter Tötungsdelikte gegen eine 34 Jahre alte Intensivpflegerin. FOTO: dpa / Uwe Anspach
Homburg. Verdacht auf versuchte Tötungen. Bei drei Patienten kam es zu „medizinisch nicht erklärbaren Verschlechterungen“, die teilweise lebensbedrohlich waren. Von Michael Jungmann

Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken ermittelt wegen des Verdachts versuchter Tötungsdelikte zum Nachteil von drei Patienten des Universitätsklinikums (UKS) in Homburg gegen eine 34 Jahre alte Intensivpflegerin.

Pressestaatsanwalt Dennis Zahedi bestätigte am Mittwoch auf Anfrage entsprechende Informationen unserer Zeitung. Die Frau war seit Anfang Januar auf der Intensivstation der Lungenklinik eingesetzt. Sie soll als freiberufliche Fachkraft an der Uniklinik beschäftigt gewesen sein.

Im Januar kam es, so die derzeitigen Ermittlungen, bei drei Patienten der Station zu „unerwarteten, medizinisch nicht erklärbaren, zum Teil lebensbedrohlichen Verschlechterungen“. Das Ergebnis der Blutprobe eines der Patienten bestätigte angeblich, dass dieser nicht verordnete Medikamente erhalten haben muss. Das Uniklinikum alarmierte daraufhin die Polizei.



Die Intensivschwester war, so die Staatsanwaltschaft, zum Zeitpunkt der Verschlechterung des Gesundheitszustandes den jeweiligen Patienten zur Pflege zugeteilt. Sie wurde Ende Januar vorläufig festgenommen, später aus dem Polizeigewahrsam wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Vorwürfe bestreitet sie, so Zahedi.

Ein für den Erlass eines Haftbefehls notwendiger „dringender Tatverdacht“ besteht derzeit aus Sicht der Staatsanwaltschaft nicht. Die Ermittlungen dauern an. Weitere Detailauskünfte lehnte die Staatsanwaltschaft „aus Gründen des Verfahrensschutzes“ vorerst ab.

Bereits seit längerem ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen einen früheren Pfleger, der 2016 für sechs Wochen an der Uniklinik eingesetzt war und anschließend in der SHG-Klinik in Völklingen beschäftigt war. In diesem Fall wurden die Leichen von sieben Patienten exhumiert.

Bei sechs der verstorbenen Patienten waren von den Pathologen Wirkstoffe gefunden worden, die ärztlich nicht verordnet und geeignet waren, den Tod herbeizuführen. Die Ermittlungen wegen Verdachts des Mordes gegen den früheren Pfleger dauern nach Angaben der Staatsanwaltschaft an.

Der beschuldigte Pfleger verbüßt derzeit ein Haftstrafe wegen Betrugsdelikten in der Justizvollzugsanstalt Saarbrücken.