| 22:12 Uhr

Unikate einer längst vergangenen Arbeiterkultur

 Marcus Altenkirch-Fess, Gunther Altenkirch und Landrat Clemens Lindemann (von links) bei der Vernissage der Ausstellung im Homburger Forum. Foto: PM/Steigner
Marcus Altenkirch-Fess, Gunther Altenkirch und Landrat Clemens Lindemann (von links) bei der Vernissage der Ausstellung im Homburger Forum. Foto: PM/Steigner
Homburg. "Sackarbeit" lautet der Titel der jüngsten Ausstellung in der Galerie im Forum in Homburg. Die Vernissage war trotz des schlechten Wetters gut besucht, denn das Thema fasziniert und inspiriert

Homburg. "Sackarbeit" lautet der Titel der jüngsten Ausstellung in der Galerie im Forum in Homburg. Die Vernissage war trotz des schlechten Wetters gut besucht, denn das Thema fasziniert und inspiriert. Die Fotografien von Marcus Altenkirch-Fess waren an diesem Abend Ausgangspunkt für zahlreiche Unterhaltungen und Geschichten, die sich die Besucher in der Kreisverwaltung erzählten. Eine selten kommunikative Stimmung entstand bei der Eröffnung, zu der Landrat Clemens Lindemann den Fotografen Marcus Altenkirch-Fess wie den Laudator Gunther Altenkirch neben vielen Gästen begrüßte. Er freute sich über die außergewöhnliche Ausstellung, die über den künstlerischen Ausdruck hinaus auch noch einen Teil Heimatgeschichte dokumentiere. Diesem Ansatz folgte dann auch Gunther Altenkirch, der die fotografische Leistung seines Schwiegersohns in den Kontext der musealen Arbeit einband. Bei den abgebildeten Sackarbeiten handele es sich um Unikate aus der bereits vergangenen Arbeiterkultur, hergestellt in den Industriebetrieben im Saarland, mit Materialien und Werkzeugen der Arbeitgeber — und auch während der Arbeitszeit. Es sind Exponate aus den Notzeiten des Ersten und Zweiten Weltkrieges sowie den entsprechenden Nachkriegszeiten. Sackarbeiten dienten der Linderung der eigenen Not. Altenkirch: "Die Gegenstände wurden nicht zur persönlichen Bereicherung hergestellt. Das Material war in der Regel Schrott, die Herstellungsmethoden oft speziell zu dem Exponat eigens entwickelt, nicht zu vergleichen mit sauber produzierter Industrieware oder in einer durch jahrelanger Lehre erlernten Handwerkskunst." Den Charakter dieser Gegenstände ins rechte Licht zu rücken, sei für Marcus Altenkirch-Fess keine leichte Übung gewesen, denn schließlich sollte der dokumentarische Charakter der Bilder dem künstlerischen Anspruch des Fotografen nicht im Wege stehen. Vielmehr sei es zum gemeinsamen Ziel geworden, den eigentlichen Charakter der Gegenstände zu betonen. Diese und viele andere Geschichten kann man in der Ausstellung "Sackarbeit" in der Galerie im Forum bis zum 20. Februar, montags bis freitags von acht bis 18 Uhr nachleben. red