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DRK-Kreisverband Homburg
Theis tritt in die Fußstapfen von Haas

Die Erste-Hilfe-Kurse, die das DRK anbietet, gehören zu den Klassikern des Verbandes. Ebenso die Abnahme von Blutspenden und die Rettungsdienste.
Die Erste-Hilfe-Kurse, die das DRK anbietet, gehören zu den Klassikern des Verbandes. Ebenso die Abnahme von Blutspenden und die Rettungsdienste. FOTO: picture alliance / dpa / Peter Steffen
Homburg. Der neue Präsidiums-Vorsitzende des DRK-Kreisverbandes Homburg, Gerhard Theis, sondiert zurzeit noch die Lage. Von Christine Maack

Seit dem 14. Juni ist Gerhard Theis Vorsitzender des Präsidiums des DRK-Kreisverbandes Homburg. Also quasi ein Neuling. „Ich lerne erst noch alle Bereiche kennen“, sagte Theis anlässlich eines Gesprächs im Homburger DRK-Haus gegenüber vom Bahnhof. „Ich will meine Arbeit so gut wie möglich machen, dafür muss ich erst einmal eine Grundlage schaffen.“ Nun mag Theis ein unbeschriebenes Blatt beim DRK sein, ein Neuling in der Führung von Menschen ist er gewiss nicht. Und auch mit Finanzen kennt er sich aus. Was auch einem gemeinnützigen Verband wie dem DRK zugute kommen kann.

Gerhard Theis ist in der Saarpfalz und darüber hinaus bekannt, was an seinen vielen Ehrenämtern liegt – aber auch daran, dass er 40 Jahre lang einen Schlüsselrolle innerhalb der Leitung der Karlsberg-Brauerei inne hatte. Begonnen hatte der Betriebswirt Gerhard Theis, der aus St. Wendel stammt, mit 26 Jahren bei der damaligen Karlsberg-Brauerei, deren Zuschnitt wenig gemein hatte mit der heutigen Firmenkonstruktion. Theis hatte daran maßgeblichen Anteil, „ich kümmerte mich um den Aufbau einer betriebswirtschaftlichen Abteilung, ums Controlling, um die Anschaffung von Computern, ums Rechnungswesen, später auch um den Personalbereich.“

2009 wurden Gerhard Theis, Uli Grundmann und Udo Helfgen in die Geschäftsführung der Karlsberg Holding GmbH berufen, die die Geschäftsanteile an den operativen Unternehmenseinheiten hält. Eine bewegte Karriere im Dienste der Brauerei. Aber für Gerhard Theis gab es auch beim Eintritt ins Rentenalter – er ist 66 Jahre alt – keinen Moment, in dem er sich gelangweilt hätte. „Ich habe viele Ehrenämter inne, von denen ich einige jetzt abgegeben habe“, so Theis, „das wäre sonst nicht zu schaffen“. Seinen Präsidiumsposten bei der Akademie der Saarwirtschaft hat er niedergelegt, ebenso einen Lehrauftrag an der HTW. „Aber ich kümmere mich noch um die Studienstiftung Saar. Mir geht es darum, dass gute NachwuchsFührungskräfte, die von hier kommen und hier studiert haben, nicht abwandern, sondern möglichst im Saarland bleiben.“ Und nun kommt als neue große Aufgabe das DRK-Präsidium.



Gerhard Theis tritt dabei in die Fußstapfen von Professor Anton Haas, der dem DRK-Kreisverband Homburg 22 Jahre lang vorstand und in dieser Zeit den Verband „großartig vorangebracht hat“, wie Kreisgeschäftsführer Hans-Christian Müller betont. Es seien in der Ära Haas viele Dinge erreicht worden, „vor der Jahrtausendwende hatten wir 35 Mitarbeiter, jetzt sind wir bei 165 fest Angestellten“, so Müller weiter, „das haben wir Professor Haas zu verdanken, der neben den traditionellen Rettungsdiensten das DRK auch in anderen Bereichen etabliert hat, zum Beispiel in der Nachmittagsbetreuung an Schulen oder im Bereich der Integrationshilfe.“ Anton Haas war es auch, der Gerhard Theis schon vor über einem Jahr angesprochen hat, ob er sich vorstellen könne, sein Nachfolger im DRK-Präsidium zu werden. Haas, inzwischen 73 Jahre, wollte einen geregelten Übergang und hatte sich deshalb nach einem Nachfolger umgesehen. Dass seine Wahl auf Gerhard Theis fiel, „das hat mich sehr geehrt. Ich habe mir das gründlich überlegt und dann zugesagt“, betont Theis im Gespräch mir unserer Zeitung. Einen wichtigen Sozialverband führen - diese Vorstellung habe ihm gefallen, „denn ich habe mich selbst immer für das Ehrenamt eingesetzt und wollte dies auch nach meinem Ausscheiden aus dem Beruf weiterführen.“

Seine Schwerpunkte hat er schon umrissen: „Natürlich kümmere ich mich um den DRK-Rettungsdienst, damit er immer auf dem neuesten Stand ist. Das ist und bleibt unsere zentrale Aufgabe.“ Aber auch weitere Bereiche kämen auf das DRK zu, „zum Beispiel könnten wir die Seniorenbetreuung ausbauen. Hier wird der demografische Wandel dafür sorgen, dass dies ein wichtiges Thema wird.“ Dabei gehe es ihm vor allem um Bildungs- und Gesundheitsangebote. Die Arbeit mit den Schulkindern werde sehr gut angenommen, „hier bemühen wir uns, weiterhin am Ball zu bleiben“, so Theis.

Derzeit werden fünf Homburger Ganztags-Grundschulen vom DRK betreut, von der Anlieferung des Mittagessens bis zu Freizeitgestaltung für die Kinder am Nachmittag liegt alles in den Händen des Verbandes. „Wir könnten noch weitere Erzieher und Erzieherinnen gebrauchen, aber der Markt ist leergefegt“, sagt Gerhard Theis, „das gilt auch für den Rettungsdienst, wir bräuchten noch weitere Rettungsassistenten und Notfallsanitäter.“ Also wird auch die Personalfrage den neuen Kreisverbandspräsidenten beschäftigen, worin er in seinem Berufsleben genügend Erfahrung gesammelt hat. Deshalb ist die DRK-Führungsaufgabe auch kein Neuland, „nur die speziellen Abläufe kenne ich noch nicht, aber das kommt noch.“ Im Moment ist Theis öfter in Sachen DRK unterwegs, „später, wenn sich alles eingespielt hat, wird es einmal wöchentlich mit allen Verantwortlichen einen runden Tisch geben.“ Schon in den nächsten Tagen steht ein Gespräch mit Mitarbeitern aus dem Bereich der Integrationshilfe an, die vom DRK eine höhere Bezahlung einfordern. Theis will sich Zeit nehmen für die Probleme, aber auch Wachstumschancen nicht verpassen: „In der Breitenausbildung ist noch Luft für uns nach oben. Diese Sparte wird nachgefragt.“

Auch den Speiseplan für die Schulkinder, der nach Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung erstellt wird, hat sich Gerhard Theis genau angeschaut. Ihm würde davon vieles schmecken, betont er.

Was der Renner bei den Kindern ist, ließ sich schnell feststellen: Geflügelcurrywurst mit Spätzle. Spätze? „Pommes gehen nicht. Wenn die nach dem Frittieren an die Schulen gefahren werden, sind die am Ende alle matschig“, erklärt Geschäftsführer Müller. Gerhard Theis nickt: „Das Essen ist sehr wichtig. Es muss in jeder Hinsicht einwandfrei sein. Das schulden wir den Eltern, die uns vertrauen.“

Eine seiner letzten Amtshandlungen als DRK-Kreisvorsitzender: Professor Anton Haas (l.) besucht die Pinninger DRK-Gymnastik-Gruppe.
Eine seiner letzten Amtshandlungen als DRK-Kreisvorsitzender: Professor Anton Haas (l.) besucht die Pinninger DRK-Gymnastik-Gruppe. FOTO: Wolfgang Degott
Gerhard Theis ist neuer Präsident des DRK Homburg.
Gerhard Theis ist neuer Präsident des DRK Homburg.