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Offene Türen
Für Kinder sind Spenden wichtig

 Die Elterninitiative krebskranker Kinder hat beim Tag der offenen Tür wieder Geld eingenommen, das sofort den Betroffenen hilft.
Die Elterninitiative krebskranker Kinder hat beim Tag der offenen Tür wieder Geld eingenommen, das sofort den Betroffenen hilft. FOTO: Stefan Holzhauser
HOMBURG. Die Elterninitiative krebskranker Kinder im Saarland hatte am Uniklinikum zum Tag der offenen Tür eingeladen. Wie viele andere Veranstaltungen am Samstag auch, litt das Fest unter dem Regen. Ein großes Zelt schützte die Besucher aber vor dem schlechten Wetter. Von Stefan Holzhauser

Der Verein, der 1982 von betroffenen Eltern, Ärzten und Schwestern ins Leben gerufen worden ist, hat dank des großen ehrenamtliches Engagements und zahlreicher Spenden viel erreicht. Das onkologische Zentrum der Homburger Kinderklinik wurde kindgerechter gestaltet, die medizinischen Ausstattungen wurden optimiert, Forschungen intensiviert sowie das Team der Ärzte und Pflegekräfte verstärkt. Ein wichtiger Punkt war auch die zusätzliche Spieleinrichtung für die jungen Patienten. Es wurden Wohnbereiche für die Familien der Betroffenen angeschlossen und auf die Verbesserung der psychologischen Betreuung geachtet. Außerdem lag und und liegt es dem Verein am Herzen, die häusliche Nachsorge auszubauen. Ein Krebsleiden trifft fast alle unverhofft – die Betroffenen sind überfordert und wissen nicht, wie man die Lebenssituation bewältigen soll. Krebs bei Kindern ist in sehr vielen Fällen heilbar, aber es heißt es auch immer mal wieder, Abschied zu nehmen.

In Deutschland erkranken jährlich etwa 1800 Kinder akut an Leukämie oder bösartigen Tumoren. Im Vergleich zur Häufigkeit anderer Erkrankungen im Kindesalter erscheint diese Zahl relativ niedrig. Sie erhält jedoch aufgrund der Bedrohung, die Krebs für das Leben der Kinder darstellt, eine schwerwiegende Bedeutung. Ina Ruffing ist die zweite Vorsitzende des Vereins. Die 60-Jährige ist bereits seit 1989 im Verein tätig: „Es kommen die Porsche-Freunde Saar-Mosel und fahren mit den Kindern übers Gelände. Auch die GoldWing-Freunde von der Mosel haben sich ebenfalls angesagt und bieten ebenfalls Rundfahrten an. Dann gibt es noch Bastelangebote und Kinderschminken“, berichtete Ruffing zu Beginn der Veranstaltung. Gerade sei eine Erzieherstelle zu drei Viertel ausgeschrieben. „Die Bewerbungen laufen und werden von der Klinik ausgeschrieben, wir finanzieren das Ganze. Außerdem gibt es unser Großprojekt – den Bau des Hauses des Kindes und der Jugend. Wir haben bei der Deutschen Kinderkrebshilfe den Förderantrag gestellt. Es folgt noch der Förderantrag bei Saartoto. Und nächste Woche folgt ein Gespräch mit Ministerin Monika Bachmann. Nächstes Jahr müssen wir dann loslegen. Momentan sind wir noch dran, 1,5 Millionen Euro an Spendengeldern zusammenzubekommen“, ergänzte die zweite Vorsitzende. Das Projekt habe ein Volumen von drei Millionen Euro. Vor dem großen Festzelt fiel den Besuchern ein Stand mit Marmelade-Gläsern ins Auge. Er wurde von Ulrike Commercon betrieben. Sie gehört dem Vereinsvorstand an und ist selbst betroffene Mutter. „Die Marmelade ist nur von mir hergestellt worden. Es gibt hier Sorten für jeden Geschmack und jeden Anlass. Die Gläser kommen meist von Elternseite her. Das Obst besorge ich selbst – auch aus dem eigenen Garten“, so Commercon. Jedes Jahr kämen einige Besucher nur wegen der Marmelade zum Fest. Der Verkauf würde ehrenamtlich gestemmt – für den guten Zweck.