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Jazzfrühschoppen
Swing und Jive ganz in Oranje

Die Jazz-Connection aus Holland servierte beim Homburger Jazzfrühschoppen mit großartigem Können und einer schweißtreibenden Bühnenshow Swing und Jive vom Feinsten.
Die Jazz-Connection aus Holland servierte beim Homburger Jazzfrühschoppen mit großartigem Können und einer schweißtreibenden Bühnenshow Swing und Jive vom Feinsten. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Die Jazz-Connection aus Holland heizte den Gästen beim Homburger Jazzfrühschoppen mächtig ein. Von Thorsten Wolf

Die Kurzformel für den Jazzfrühschoppen am vergangenen Samstagmorgen? Gute Laune, super Sommerwetter und mit der Jazz-Connection aus Holland eine bestens aufgelegte Band. Es passte also schlichtweg alles. Diesen perfekten Moment nutzte dann auch Homburgs ehrenamtlicher Kulturbeigeordneter Raimund Konrad. In seiner Funktion als Vorsitzender der ausrichtenden Interessengemeinschaft Homburger Altstadt dankte er in seiner Begrüßung allen Mitgliedern des Vereins. „Wir sind auf Vereinsmitglieder und Vereinsspenden angewiesen, damit wir den Musiksommer finanzieren können.“ Im selben Atemzug warb er gleich um neue Mitglieder für die Interessengemeinschaft.

Danach ging‘s ganz direkt in die goldene Ära des Swing. Die Jazz-Connection lieferte die gute Laune des Jazz pur. Mitreißer um Mitreißer reihten die Musiker aus Breda aneinander. Doch die Band nur auf ihre musikalische Ausnahmegüte zu reduzieren, wäre zu wenig. Denn rund um Bandleader Rob Henneveld (Alto, Tenor Saxophon und Klarinette) lieferte die Band mit Jurgen Feskens (Trompete, Flügelhorn und Gesang), Peter van Steen (Trombone), Bart Maassen (Piano), Bart Wouters Bass und Gesang) und Ad Hoendervangers (Schlagzeug) auch eine schweißtreibende Show auf der Bühne. Und das ganz stilecht natürlich in oranje-farbenen Anzügen. Also bekam auch das Auge jede Menge geboten.

Noch bevor die Gäste unter anderem mit „Everybody get together“ aus ihrem gleichnamigen 2015er Album das Motto des Jazzfrühschoppen ausgaben, ließ sich Bandleader Rob Henneveld ein bisschen hinters Notenblatt schauen. „Wir haben seit 28 Jahren Lust darauf, diese Musik zu spielen“, fasste Henneveld in wenigen Worten den Antrieb für die Jazz Connection zusammen. „Heute spielen wir zum ersten Mal in Homburg. Und es sieht schon gut aus hier auf dem Marktplatz. Das Wetter ist gut. Und das bringt schon eine gute Stimmung.“



Dass man als Band vor allem gute Laune unter den Zuhörern verbreiten wollte, das begründete Henneveld mit einem Augenzwinkern so: „Wir kommen aus dem Süden von Holland. Deswegen gibt es bei uns nicht nur Musik, sondern auch eine Show. Das ist das, was wir gerne machen.“ Und Henneveld war sich sicher, dass dieses Konzept auch gerade bei jungen Leuten gut ankommen. „Da gibt es ein Revival. Es gibt Clubs, es gibt Vereine. Unser Jazz ist aus der Vergangenheit, aber es gibt eine neue Generation, die das aufgreift und die bei unseren Auftritten sind. Und das freut mich natürlich sehr.“

Zum Schluss gefragt, ob es Gefühl oder Musik sei, die den Jazz ausmachen, gab‘s von Rob Henneveld eine klare Ansage. „Ich denke, es sind 70 Prozent Gefühl und 30 Prozent Musik. Wenn Musik das Herz nicht berührt, dann macht es keinen Sinn.“ Und es machte Sinn. Die holländischen Jive- und Swing-Profis brauchten nur wenige Minuten, bis die Zuhörer auf dem historischen Marktplatz rhythmisch in die Hände klatschten und einfach richtig guten Gute-Laune-Jazz genossen. Hinter den Tischen und Stühlen fanden sich dann auch bald die ersten Tanzpaare ein. Genau die gehörten zur der von Henneveld genannten neuen Generation von Jazzfans, die sich zwischenzeitlich in ganz Europa zusammenfinden – und auch immer wieder den Jazzfrühschoppen besuchen. Für alle zusammen lieferte die Jazz-Connection den richtigen Soundtrack.

Auf der Bühne mit viel Laune und Choreografie präsentiert, gab‘s für die zahlreichen Zuhörer dann auch genau die richtige Mischung aus kollektivem Band-Spiel und hinreißenden Soli. Keine Solopassage nervte durch Überpräsenz, alles klang aus einem Guss. Und auch die Zwischenmoderationen von Bassist Bart Wouters waren keine selbstgefälligen Unterbrechungen, sondern kongenialer Bestandteil einer Swing- und Jive-Show, die man gerne in der Zukunft noch einmal bei Homburger Jazzfrühschoppen erleben möchte.