| 20:20 Uhr

Umgestürzte Bäume, gesperrte Straßen
Sturm hält Feuerwehren und Polizei in Atem

 Nachdem sich in der Nacht von Sonntag auf Montag am Dach des Kulturzentrums Saalbau Teile gelöst hatten, musste der Bereich für den Verkehr gesperrt werden.
Nachdem sich in der Nacht von Sonntag auf Montag am Dach des Kulturzentrums Saalbau Teile gelöst hatten, musste der Bereich für den Verkehr gesperrt werden. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg/Bexbach/Kirkel. Es war eine unruhige Nacht in Homburg, Bexbach und Kirkel. Doch die Schäden, die Sturm Sabine hinterließ, hielten sich noch in Grenzen. Viele Bäume kippten um, Straßen waren gesperrt, Reisende mussten aus einer Regionalbahn evakuiert werden. Verletzt wurde jedoch niemand. Von Ulrike Stumm und Eric Kolling

Das Martinshorn war auch am Montagnachmittag immer wieder zu hören. „Wir sind noch ständig draußen“, hieß es von der Polizei in Homburg. In der Hauptsache, um die Feuerwehren zu unterstützen, die weiter damit beschäftigt waren, umgestürzte Bäume zu beseitigen oder solche zu fällen, die umzukippen drohten. Die gute Nachricht der Nacht von den Einsatzkräften: Es wurde niemand verletzt, es gab keine größeren Schäden an Gebäuden, und es kam nicht ganz so schlimm wie befürchtet. Doch der Sturm Sabine hat in Homburg, Bexbach und Kirkel deutliche Spuren hinterlassen. Immer wieder hatten Autofahrer mit Verkehrsbehinderungen zu kämpfen, etwa durch gesperrte Straßen, und es gab gefährliche Situationen. Gegen 20.50 Uhr fiel, so berichtet die Polizei, ein Baum auf die Fahrbahn der A 8 in Fahrtrichtung Zweibrücken, etwa 600 Meter von der Ausfahrt Einöd entfernt. Der Stamm stürzte auf die Schutzplanke und deformierte diese. Zwei Autofahrer konnten nicht mehr rechtzeitig ausweichen, kollidierten mit Teilen des Baums. Auch hier blieb es bei Sachschäden. Allerdings musste die A 8 Richtung Zweibrücken komplett gesperrt werden, bis der Baum beseitigt werden konnte.

Im Stadtgebiet von Homburg waren die Auswirkungen zwar auch deutlich zu spüren, doch man sei hier noch einigermaßen glimpflich davongekommen, so das Fazit des Pressesprechers der Homburger Wehr, Marcel Schmitt, am Montagmorgen. Gegen 20 Uhr sei es losgegangen. Zu insgesamt 60 Einsätzen wurde die Wehr bis noch zum späteren Morgen gerufen, zu den Hauptzeiten zwischen 21 und 2 Uhr sei man mit rund 100 Mann aus allen Stadtteilen draußen gewesen. Besonders viel zu tun gab es am späten Abend, bis der Sturm gegen 1 Uhr langsam abgeflacht sei. „Auch wenn die Vorhersage zwischen Mitternacht und 4 Uhr den Höhepunkt des Sturms prognostizierte“, sei Homburg mehr oder weniger verschont geblieben. Die Feuerwehr hatte es mit „klassischen Sturmschäden“ zu tun: umgestürzte Bäume, herumfliegende Gegenstände, lose Gebäudeteile wie Dachziegel. Am Homburger Saalbau löste sich zudem ein Blech an der Dachkante, der Straßenabschnitt wurde abgesperrt, um niemanden zu gefährden. Am Morgen habe dann eine Fachfirma das lose Blech demontiert, teilte Homburgs Pressesprecher Jürgen Kruthoff mit. Die umliegenden Bleche seien festgenietet worden. Es habe keine Gefahr mehr bestanden. Kurz nach 10 Uhr sei die Straße an dieser Stelle wieder offen gewesen. Die Firma werde zu einem späteren Zeitpunkt das jetzt fehlende Blech ersetzen. Und noch weitere Straßen mussten wegen umgestürzter Bäume gesperrt werden, manche kürzer, manche länger. Betroffen war, so Schmitt, etwa die L 222 zwischen Beeden und Wörschweiler.

 Durch umgestürzte Bäume mussten in der Region einige Straßen gesperrt werden, so wie hier zwischen Limbach und Kirkel-Neuhäusel.
Durch umgestürzte Bäume mussten in der Region einige Straßen gesperrt werden, so wie hier zwischen Limbach und Kirkel-Neuhäusel. FOTO: Thorsten Wolf


 Am Montagmorgen liefen die Reparaturarbeiten am Dach des Saalbaus. Das lose Blech an der Dachkante wurde demoniert.
Am Montagmorgen liefen die Reparaturarbeiten am Dach des Saalbaus. Das lose Blech an der Dachkante wurde demoniert. FOTO: Thorsten Wolf

In einem Homburger Industriebetrieb kam es außerdem zu einem Fehlalarm, als der starke Wind eine Brandmeldeanlage auslöste.

 Sturmtief Sabine sorgte in Homburg beim Saalbau für Sperrungen, die dann auch wiederum auf der Straße lagen.
Sturmtief Sabine sorgte in Homburg beim Saalbau für Sperrungen, die dann auch wiederum auf der Straße lagen. FOTO: Eric Kolling

Am Morgen seien immer noch Feuerwehrleute im Einsatz gewesen, für viele bedeutete dies eine schlaflose Nacht. Allerdings gab es eine kurze Verschnaufpause. „In der Nacht gegen kurz vor 4 Uhr wurde es ruhiger, wodurch die Bereitschaft der Feuerwehr reduziert werden konnte. Einige Kräfte wurden abgelöst oder konnten sich etwas ausruhen“, so Marcel Schmitt weiter. Dann sei es morgens zwischen 6.30 und 9 Uhr, als der Berufsverkehr verstärkt einsetzte, wieder zu Einsätzen gekommen. Insgesamt sei die Wehr nur „zu ernsten Sachen“ gerufen worden – man hatte im Vorfeld ein Bürgertelefon eingerichtet. Allerdings gab es auch am Morgen einen Anrufer, der sich tatsächlich darüber beschwert habe, dass die Feuerwehr Sägespäne nicht richtig entfernt habe, nachdem sie einen umgestürzten Baum beseitigt hatte.

Für die Kirkeler Feuerwehren wurde es ab 20.15 Uhr ernst. Insgesamt sieben Einsätze hatten die drei Löschbezirke zu bewältigen. Gegen 23 Uhr mussten elf Fahrgäste aus einer Regionalbahn evakuiert werden, die zwischen Limbach und Homburg in Höhe Zollbahnhof auf der Strecke liegen geblieben war, da ein umgestürzter Baum die Stromversorgung unterbrochen hatte. Man habe die Reisenden aus dem Zug begleitet und an den Homburger Hauptbahnhof gefahren, informiert Kirkels Wehrführer Gunther Klein. Von hier ging es für sie wohl per Taxi weiter. Die Bahn hatte Fern- und Regionalverkehr eingestellt.

Ansonsten hatte es die Feuerwehr Kirkel mit etlichen umgestürzten Bäumen zu tun, zum Beispiel auf der Straße zwischen Limbach und Kirkel-Neuhäusel. Diese blieb dann auch noch weiter gesperrt, als die Hindernisse beseitigt worden waren. Dies sei eine Entscheidung der Straßenmeisterei gewesen – aus Sicherheitsgründen.

Auch die Bexbacher Feuerwehr hatte einiges zu tun. Rund 60 Leute der Wehren in Höchen, Oberbexbach, Bexbach-Mitte, der Führung und der Unterstützungsgruppe mussten sich wegen dauerhafter Einsätze die Nacht um die Ohren schlagen. Bis 10 Uhr am Vormittag verbuchte man laut Wehrführer Uwe Lapre 26 Einsätze: „Es war eine bewegte Nacht.“ Vor allem umgestürzte Bäume habe man beseitigen, blockierte Straßen freimachen müssen. „Gott sei Dank ist niemand zu Schaden gekommen“, so Lapre. Auch größere Beschädigungen habe es nicht gegeben. Einsatzschwerpunkt sei das Stadtgebiet Bexbach-Mitte gewesen, in der Nacht auch Höchen und Kleinottweiler, in den Morgenstunden Oberbexbach. Vor allem betroffen gewesen seien die Landstraße zwischen Niederbexbach und Kohlhof, die Leipziger Straße, die Straße zum Torhaus in Höchen, die Maxstraße in Bexbach und der Industriering in Richtung Wellesweiler. Man habe die Führungsstelle besetzt, zwei Löschbezirke seien auf Einsatzbereitschaft gewesen.
> Siehe auch Seite 15

Das Bürgertelefon, das die Stadt Homburg wegen des Sturms eingerichtet hatte, wurde am Montagmittag wieder eingestellt. Wer weiter Fragen hat, erreicht die Stadt unter Telefon (0 68 41) 10 10. Für Notfälle gilt die Rufnummer 112.

 Immer wieder stürzten in der Nacht Bäume um, wie hier in der Altstadter Schilllerstraße.
Immer wieder stürzten in der Nacht Bäume um, wie hier in der Altstadter Schilllerstraße. FOTO: Kai Dörner/Feuerwehr Kirkel