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Klares Ergebnis bei Urabstimmung an Uniklinik
Gewerkschafter an Uniklinik stimmen für Entlastung

Homburg. Bei der Urabstimmung unter Verdi-Gewerkschaftlern an der Homburger Uniklinik (UKS) haben knapp 80 Prozent für die Annahme des Entlastungsvertrags gestimmt.

Das teilte Verdi-Landesfachbereichsleiter Frank Hutmacher mit. Gut 20 Prozent der Teilnehmer an der Urabstimmung hätten für eine Fortsetzung des Streiks gestimmt, um eine noch bessere Personalbesetzung im Uniklinikum zu erreichen. „Am 24.10.18 wird die Vereinbarung von den Parteien öffentlich in Homburg unterschrieben“, erklärte Hutmacher.  Die Verdi-Tarifkommission hatte den Gewerkschaftern empfohlen, mit Ja zu stimmen. Inhaltlich werde eine Regelbesetzung festgelegt; 145 Extra-Stellen müssen geschaffen werden. Auch ein Konsequenzen-Management bei Unterschreitung der Sollbesetzung werde eingeführt. Der Einstieg in „Keine Nacht allein!“ sei erreicht, so Hutmacher. Gefährdungsanzeigen müssten binnen drei Tagen bearbeitet werden, Auszubildende seien künftig auf die Soll- und Regelbesetzungen nicht mehr anzurechnen. Zehn Prozent der Ausbildungszeit aller Gesundheitsberufe müsste mit einer im Dienstplan verbindlichen festgelegten Praxisanleitung durchgeführt werden. „Erstmalig in Deutschland wird ein individuell einklagbarer Belastungsausgleich geschaffen“, so Hutmacher. Nach acht Belastungstagen gebe es im nächsten Schichtplan einen bezahlten freien Verdi-Tag.  Der Erfolg sei nur durch eine sehr hohe Streikbereitschaft erreichbar gewesen. „In letzter Minute wurde ein unbefristeter Streik abgesagt. 144 Betten waren schon abgemeldet und acht Stationen geschlossen,“ sagte Michael Quetting, Gewerkschaftssekretär und Streikleiter am UKS. „Ob das erkämpfte Ergebnis auch den gewünschten Erfolg bringt, wird von der Umsetzung abhängen. Der Vorstand sollte die Skepsis der Kolleginnen und Kollegen nicht unterschätzen,“ mahnte er. Verdi werde auf die strikte Einhaltung der neuen Regeln achten und „ein weit verzweigtes Meldesystem aufbauen“.

(dik)