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Städtische Angestellte im Streik

 Angestellte der Homburger Stadtwerke machten sich gestern Morgen auf den Weg nach Saarbrücken. Dort fand eine Großkundgebung der Gewerkschaft Verdi statt. Die Angestellten im öffentlichen Dienst fordern 3,5 Prozent mehr Lohn. Foto: Florian Rech
Angestellte der Homburger Stadtwerke machten sich gestern Morgen auf den Weg nach Saarbrücken. Dort fand eine Großkundgebung der Gewerkschaft Verdi statt. Die Angestellten im öffentlichen Dienst fordern 3,5 Prozent mehr Lohn. Foto: Florian Rech FOTO: Florian Rech
Homburg/Bexbach/Kirkel. In der Saarpfalz haben gestern Angestellte im öffentlichen Dienst gestreikt, um ihrer Forderung nach einer Lohnerhöhung um 3,5 Prozent Nachdruck zu verleihen. Am Morgen fuhren die Streikenden zu einer Kundgebung in Saarbrücken. Florian Rech

Der Tarifstreit im öffentlichen Dienst ist nun auch in der Saarpfalz angekommen. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte nach dem Scheitern der zweiten Tarifrunde bundesweit zu einem eintägigen Warnstreik aufgerufen und auch in Homburg, Bexbach und Kirkel streikten gestern Angestellte im öffentlichen Dienst. Betroffen waren nach Angaben der Gewerkschaft in allen drei Kommunen die Stadt- beziehungsweise Gemeindeverwaltungen, die Stadtwerke in Homburg und Bexbach, Teile der Müllabfuhr sowie die städtischen Kindertagesstätten in Niederbexbach, Oberbexbach und Höchen.

Verdi fordert in den Tarifverhandlungen eine Grunderhöhung der Gehälter um 100 Euro pro Monat plus 3,5 Prozent, eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 100 Euro monatlich, die unbefristete Übernahme der Auszubildenden, einen einheitlichen Urlaubsanspruch von 30 Tagen und den Ausschluss sachgrundloser Befristungen. Das Tarifergebnis soll zeit- und inhaltsgleich auf die Beamtinnen und Beamten übertragen werden.

Vor den Stadtwerken in Homburg hatte sich gestern Morgen ein Teil der Belegschaft versammelt, um zur Großkundgebung nach Saarbrücken zu fahren. "Die Ignoranz der Arbeitgeber zwingt uns auf die Straße und zum Warnstreik", sagt Helga Manns, Betriebsratsvorsitzende bei den Homburger Stadtwerken, "die Arbeitgeber haben immer noch kein Angebot vorgelegt, so dass keine Verhandlungen möglich sind." Dabei seien die Lohnerhöhung und vor allem die Erhöhung um 100 Euro wichtig für die Angestellten. "Die unteren Lohngruppen müssen angehoben werden", fordert Manns, "es kann nicht sein, dass Angestellte in den unteren Gruppen aufstocken müssen, um vernünftig existieren zu können."

Auch Manns Kollegen sehen die Zeit für eine Lohnerhöhung gekommen. "Wenn die Sonne scheint, dann für alle", sagt Thomas Bubel und hat dabei die kürzlich beschlossene Erhöhung der Diäten der Abgeordneten des Bundestags im Hinterkopf. "Die Wirtschaft in Deutschland hat sich wieder erholt, jetzt wollen wir auch unseren Anteil," erklärt der 47-Jährige.

Besonders hart traf der Warnstreik die Stadt Bexbach. Dort mussten sich gestern die Eltern von rund 250 Kindern eine Ersatzbetreuung suchen. In den drei städtischen Kindertageseinrichtungen in Höchen, Oberbexbach und Niederbexbach legten die Erzieherinnen die Arbeit nieder. "Die Eltern haben aber durchweg positiv reagiert. Die Akzeptanz für den Streik war groß", erzählt Carolin Scherer, Leiterin des Stäkibe in Höchen. Die Kitas hatten die Eltern im Voraus über einen möglichen Warnstreik informiert, so dass kein Kind vor verschlossenen Türen stehen musste. "Wir erziehen die Zukunft", sagt Scherer, "und dieser Job sollte besser bezahlt werden." Bisher sei der Erzieher-Beruf trotz hoher Nachfrage gerade für Alleinverdiener wenig attraktiv.

Die Tarifverhandlungen werden am 31. März fortgesetzt. Danach will Verdi über weitere Aktionen entscheiden.