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Weg frei für Wohnbebauung
Grünes Licht für den Warburgring

 In seiner Sitzung am Donnerstag gab der Homburger Stadtrat den Weg frei für eine Wohnbebauung am Warburging.
In seiner Sitzung am Donnerstag gab der Homburger Stadtrat den Weg frei für eine Wohnbebauung am Warburging. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Der Stadtrat Homburg hat den Weg frei gemacht für eine Wohnbebauung am Warburgring. Um das Projekt wurde lange gerungen. Die Woge will hier 114 Wohneinheiten in elf Gebäuden errichten. Von Thorsten Wolf

Die geplante Wohnbebauung am Warburgring in Homburg gehörte in den vergangenen zweieinhalb Jahren mit zu den umstrittensten Bauprojekten in der Stadt. Mehrfach befasste sich der Stadtrat in teils kontrovers geführten Diskussionen mit der Absicht der landeseigenen Wohnungsgesellschaft (Woge) Saar, dort auf einer Freifläche, diese ist im Eigentum der Gesellschaft, insgesamt 114 Wohneinheiten mit unterschiedlichem Zuschnitt und in Häusern unterschiedlicher Höhe zu bauen.

Am Donnerstag nun gab es schließlich grünes Licht für die Pläne, ein Satzungsbeschluss zur Änderung eines schon bestehenden Bebauungsplanes aus den 1960er Jahren wurde mehrheitlich mit den Stimmen von CDU (bei einer Enthaltung), SPD, FWG, FDP, zwei Stimmen der AfD und einer aus der Fraktion der Linken beschlossen. Dagegen stimmten die Grünen, drei Stadratsmitglieder der Linken und zwei Ratsmitglieder der AfD. Zwei weitere AfD-Ratsmitglieder enthielten sich. Damit besteht nun für die Woge Saar Baurecht.

Zum Hintergrund: Den aktuellen Planungen folgend will die Woge auf dem bislang unbebauten Grundstück am Warburgring 114 Wohneinheiten in insgesamt elf Wohngebäuden errichten. Dabei handelt es sich um sieben Zweigeschosser, davon vier mit einem Staffelgeschoss, drei Dreigeschosser und um ein viergeschossiges Gebäude.



Der Abstimmung vorangegangen war zuerst eine Darstellung des Projektes in Person von Claudia Lennartz vom Planungsbüro „agstaUmwelt“. Danach ging es in die erwartete Diskussion, die vom Grünen-Stadtratsmitglied Frank Kirchhoff – er ist selbst Mieter am Warburgring und damit betroffen, aber nicht befangen – eröffnet wurde. Kirchhoff führte die bekannten Kritikpunkte der Projektgegner ins Feld: Die Beeinträchtigung der Wohnqualität, die Verschärfung der Verkehrssituation, die aus Sicht der Gegner bestehende Überdimensionierung des Bauprojektes. Kirchhoff untermauerte seine Kritik am Projekt mit vielen Zahlen. Er wies auch darauf hin, dass, so seine Informationen, der von der Woge Saar auf freiwilliger Basis geplante, zusätzliche Parkplatz mit 100 Stellplätzen an der angedachten Stelle zwischen den beiden früheren Schwesternhäusern von der Feuerwehr und vom Uniklinikum abgelehnt würden. Seine Forderung: „Wir müssen jetzt gemeinsam mit Land und Uniklinikum ein vernünftiges Verkehrskonzept machen. Dieses Konzept vermisse ich.“

Eine Mehrheit fanden die Argumenten Kirchhoffs nicht. Für die FDP bemängelte Jörg Kühn, dass es in der Politik daran kranke, „dass es zu viele Leute gibt, die Kirchturmpolitik machen. Wir von der FDP sind der Auffassung, dass diesem Bebauungsplan zugestimmt werden soll – einzig und alleine auch, um eine wünschenswerte Verdichtung der Baufläche herbeizuführen.“

Auch die Freien Wähler, so Thorsten Bruch, unterstützten „nach reiflicher Überlegung“ das Projekt. Er regte an, zuerst den Ausweichparkplatz zu bauen, bevor die eigentlichen Baumaßnahmen beginnen.

Wilfried Bohn, Sprecher der SPD-Fraktion, äußerte nachdrücklich Lob für das Engagement der Woge Saar bei der Entwicklung des Projektes und hier vor allem auch die Bereitschaft der landeseigenen Gesellschaft, auf freiwilliger Basis 100 zusätzliche Parkplätze zu schaffen.

Auch von der CDU gab es Zustimmung für den Satzungsbeschluss, Fraktionssprecher Stefan Mörsdorf erinnerte an eine Sitzung im Mai 2019 und an einen Antrag zu mehr Engagement im sozialen Wohungsbau in Homburg. „Jetzt haben wir ein Projekt, das so etwas auch mal umsetzt. Und jetzt kommen irgendwelche Bedenken. Wir brauchen da jetzt mal mehr Mut.“ Dieses Projekt nun scheitern zu lassen, habe ein „Geschmäckle“. So wirke das Ganze für ihn wie „sozialer Wohnungsbau ‚ja‘, aber vielleicht in Erbach und bitte nicht am Warburgring“.

Barbara Spaniol, die Fraktionssprecherin der Linken, verdeutlichte nicht zum ersten Mal, dass sie die Dimension des Projektes und den damit erwarteten Bedarf so nicht sehe – entsprechend stimmten drei von vier Linken-Ratsmitgliedern gegen den Bebauungsplan.

Ludwin Vogel, Pressesprecher der Strukturholding Saar als Mutter der Woge Saar, kommentierte die Entscheidung so: „Wir nehmen den Beschluss des Stadtrates erfreut zur Kenntnis.“ Wann es mit dem eigentlichen Bau am Warburgring losgehen soll, das steht derzeit noch nicht fest.