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Campingplatz Königsbruch
Stadtrat beschließt über Campingplatz

FOTO: dpa / Wolfgang Langenstrassen
Homburg. Viel Natur bietet die Campinganlage am Königsbruch. Allerdings stehen hier neben dem klassischen Wohnwagen auch Wochenendhäuschen. Nicht alle sind baurechtlich genehmigt. Nun soll Klarheit geschaffen werden. Von Ulrike Stumm

Im Schweiße seines Angesichts das Zelt aufbauen, die Stangen richtig einsetzen, die Schnüre mit Heringen befestigen und dann irgendwann später davor gemütlich am Lagerfeuer sitzen, bevor man sich nachts auf der Luftmatratze in die Schlafsäcke kuschelt und nach ein paar Tagen weiterzieht. Camping­romantik – jedenfalls dann, wenn man so vor sich hinträumt.

Die Realität sieht meist anders aus. Auf den Plätzen stehen moderne Campingmobile und kleine Häuschen, manchmal sogar mit eigenem Blumenbeet davor, denn die Besitzer verbringen hier nicht nur ein paar Urlaubstage, sondern machen es sich dauerhaft gemütlich. Dagegen ist eigentlich nichts zu sagen, es sei denn, das, was dort steht, ist an dieser Stelle so nicht vorgesehen. Das ist auch in der Anlage Königsbruch der Fall – und darum befasste sich der Homburger Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung mit einer Änderung des Flächennutzungsplanes und der Aufstellung eines Bebauungsplanes für dieses Gebiet, offizielle Bezeichnung: „Freizeit- und Naherholung – Campingplatz und Wochenendhäuser Königsbruch“.

Einstimmig und ohne Diskussionen wurden beide Punkte beschlossen, und es wurde damit ein Prozess in Gang gesetzt. An dessen Ende sollen „die planungsrechtlichen Voraussetzungen“ auf eine Art und Weise geschaffen werden, die es möglich macht, die notwendigen Genehmigungen einzuholen und das Plangebiet zu ordnen. Zudem soll definiert werden, in welche Richtung sich das Gebiet in den nächsten zehn bis 15 Jahren entwickeln soll. Beantragt hat dies der neue Eigentümer. Betrieben wird der Platz von der Firma Campingplatz Königsbruch, vertreten durch Steven Enkler. Homburgs Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind hatte dessen Initiative im Stadtrat ausdrücklich gelobt.



Dass dieses Vorgehen überhaupt notwendig wurde, hängt auch mit dem Erfolg des idyllisch gelegenen Platzes zusammen. Dieser existiert bereits seit 1963 und liegt im Norden von Bruchhof-Sanddorf an der L 355. Er wird eingerahmt vom Naturschutzgebiet Jägersburger Wald/Königsbruch. Zu Spitzenzeiten während der Ferien verbringen hier bis zu 1300 Personen ihre Freizeit. Es gibt viele Stammgäste, die den Platz schätzen. Etliche haben sich ihr kleines Paradies geschaffen, die Wohnwagen umgebaut und Gärten angelegt, man kann hier den Seen schwimmen oder auch angeln.

In den vergangenen Jahrzehnten habe sich der Platz zu einer Freizeitanlage mit Campingstellplätzen, Wochenendhäusern und mit gastronomischem Angebot entwickelt, heißt es in den offiziellen Beschreibungen. Geöffnet ist der Platz das ganze Jahr über.

Es seien hier „bauliche Anlagen in unterschiedlicher Größe und Ausprägung errichtet“ worden. Die Bandbreite reiche vom Wohnwagen als klassische Form des Campings über Kleinwochenend- und großzügig angelegte Wochenendhäuser bis hin zu sonstigen Wohngebäuden, Stichwort: Dauerwohnen. Der Knackpunkt des Ganzen: „Nicht alle heute vorhandenen Anlagen sind baurechtlich genehmigt“, so die Formulierung in den Unterlagen. Was die Infrastruktur angeht, sei das Gebiet voll erschlossen. Allerdings sei es eben aufgrund der Lage des Gebiets im Außenbereich aktuell nicht zulässig, hier Gebäude als Wochenendhaus oder Wohnung zu nutzen.

Die Stadt würde auf lange Sicht Probleme bekommen, macht Linda Barth von der Pressestelle deutlich, warum das Vorgehen so wichtig sei. Die Kosten der Planung, so die Erläuterung in der Sitzungsvorlage, trage der Antragssteller.

So ganz von heute auf morgen werde es in dieser Sache nicht gehen. Bevor man etwa einen ersten Bebauungsplanentwurf erstellen wird, sollen alle Rahmenbedingungen ermittelt werden. Verbunden ist dies damit, vor Ort den Bestand zu erfassen und die Genehmigungslage auszuwerten. Danach will die Stadt gemeinsam mit dem Eigentümer ein tragfähiges Konzept für die nächsten zehn bis 15 Jahre entwickeln. Anschließend geht es mit einer ersten Beschlussfassung in die städtischen Gremien. Zudem müssen die Behörden entscheiden, ob und wenn ja, welche Spezialgutachten erforderlich sind.

Camper schätzen, egal wo sie ihre Wohnwagen aufstellen, die Erholung in der Natur. Das ist auch auf der Anlage am Königsbruch in Bruchhof-Sanddorf so, zu Spitzenzeiten während der Ferien sind bis zu 1300 Personen auf dem Platz.
Camper schätzen, egal wo sie ihre Wohnwagen aufstellen, die Erholung in der Natur. Das ist auch auf der Anlage am Königsbruch in Bruchhof-Sanddorf so, zu Spitzenzeiten während der Ferien sind bis zu 1300 Personen auf dem Platz. FOTO: dpa / Sebastian Gollnow