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Bau des Schwimmbades Koi
Staatsanwalt prüft Grundstückskauf in Homburg

 Die Staatsanwaltschaft erklärt, die Ermittlungen aufgenommen zu haben. Symbolfoto: dpa
Die Staatsanwaltschaft erklärt, die Ermittlungen aufgenommen zu haben. Symbolfoto: dpa FOTO: dpa / Oliver Berg
Homburg. Erneut wird gegen frühere ranghohe Vertreter der Stadt Homburg ermittelt. Diesmal geht es um ein Grundstücksgeschäft rund um den Bau des Koi, bei dem zu viel Geld geflossen sein könnte.

Die Stadt Homburg kommt nicht zur Ruhe. Erneut tritt die Staatsanwaltschaft auf den Plan. Es geht diesmal um den Ankauf eines Grundstücks im Zuge des Neubaus des Kombibades Koi an der Homburger „Hinkelsbix“ vor sechs Jahren. Auf Nachfrage bestätigt die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen; aktuell könnten keine näheren Angaben gemacht werden.

Der kommissarische Verwaltungschef im Rathaus, Bürgermeister Michael Forster (CDU), hatte die Ermittler selbst eingeschaltet, nachdem er auf mögliche Unregelmäßigkeiten hingewiesen wurde. Dies bestätigte er ebenfalls auf Nachfrage. „Die Untersuchungen sollen nun klären, ob an den Vorwürfen etwas dran ist.“

Worum geht es? Der Stadtrat Homburg wurde von der Stadtspitze 2013 darüber informiert, dass im Zuge des Schwimmbadbaus die Stadt ein zusätzliches Grundstück erwerben müsse, um die Anforderungen an das dortige Überschwemmungsgebiet zu erfüllen. Eine Wohnungsbaugesellschaft des früheren Neunkircher Eisenwerkes habe das Areal samt Wohnbebauung der Stadt für 325 000 Euro angeboten. Der Kauf sollte über die Parkhaus- und Stadtbus-Gesellschaft (HPS) der Stadt Homburg abgewickelt werden.



Doch im September 2013 gab es eine Wende. Im Stadtrat hieß es, der HPS-Aufsichtsrat habe den Ankauf nun doch abgelehnt wegen der maroden Wohnhäuser, die dringend sanierungsbedürftig seien. Deren Sanierung hätte viel Geld gekostet. Doch damit war die Angelegenheit nicht vom Tisch. Im Januar 2014  wurde der Stadtrat informiert, dass Teile des Areals nun doch dringend wegen der Problematik Überschwemmungsgebiet gekauft werden müssten. Ein Geschäftsmann habe das Areal inzwischen erstanden und biete es nun in Gänze der Stadt zum Verkauf an, hieß es damals im Stadtrat. Man verständigte sich schließlich auf einen Teilkauf. Die freie Fläche ging an die Stadt, ohne die Wohnbebauung, aber dafür für einen deutlich höheren Preis: Von 450 000 Euro ist nun die Rede.

Bei genauen Untersuchungen im Rathaus wurden die überörtlichen Behörden offensichtlich hellhörig, als sie diese Ankaufsumme entdeckten, mit der die Stadt nur den unbebauten Teil der Fläche erworben hatte. Das waren 125 000 Euro mehr als die Summe, für die das Gelände ursprünglich von der Wohnungsbaugesellschaft angeboten wurde. Die Mittel dafür kamen wieder einmal von der Parkhaus- und Stadtbus GmbH. Für den Geschäftsmann dürfte sich der Ankauf im Nachhinein gelohnt haben. Die Stadt hat aber möglicherweise zu tief in die Tasche gegriffen. Um dies zu klären, hat Bürgermeister Forster Selbstanzeige gegen die Stadt gestellt.