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Gute Leute gesucht
Sophia glänzt mit Leistung im Büro

 Drucker, Schere, Aktenschrank, das klassische Büro: Sophia Schwarz hat im letzten Jahr ihre Ausbildung zur Kauffrau im Gesundheitswesen als Landesbeste abgeschlossen, hier an ihrem Arbeitsplatz im Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg.
Drucker, Schere, Aktenschrank, das klassische Büro: Sophia Schwarz hat im letzten Jahr ihre Ausbildung zur Kauffrau im Gesundheitswesen als Landesbeste abgeschlossen, hier an ihrem Arbeitsplatz im Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg. FOTO: BeckerBredel
Homburg. Sophia Schwarz hat nach dem Abitur sofort eine Stelle am Uniklinikum bekommen. Die Arbeit macht ihr so viel Spaß, dass sie jetzt landesweit für ihre Leistung ausgezeichnet wurde. Sie absolviert ein duales Studium an der HTW. Von Frank Bredel

Sophia Schwarz aus Niederwürzbach hat sich nach dem Abitur ganz genau überlegt, wo die berufliche Reise hingehen soll: ins Gesundheitswesen. „Ich habe mich nicht als die klassische Studentin gesehen und wollte eine berufliche Ausbildung machen. Andere zieht es dann zuerst in die Industrie in die großen Betriebe, aber ich hatte mir gedacht, dass die Gesundheitsbranche am krisensichersten ist. Dann habe ich mich am Uniklinikum in Homburg beworben und wurde direkt genommen.“

Im Beruf Kauffrau für Gesundheitswesen wurde sie ausgebildet und schloss als landesbeste Auszubildende ab. Ministerpräsident Tobias Hans und die IHK Saarland zeichneten sie dafür aus. Die 21-Jährige konnte an der Uniklinik mehrere Bereiche durchlaufen. Sie war in der Personalabteilung, wirkte bei Einstellungsgesprächen mit, war im Infozentrum für Auskünfte an Patienten und Besucher zuständig, übernahm Telefondienst und sammelte Erfahrungen im Qualitätsmanagement und im Finanz- und Wirtschaftsdezernat.

„Das war wichtig, um eine Orientierung zu bekommen. Im Finanzdezernat bin ich schließlich übernommen worden und arbeite heute an den Fremdrechnungen, die wir ausstellen, wenn fremde Kliniken bei uns Proben untersuchen lassen. Toll ist, dass ich nicht wie der ehemalige Azubi behandelt werden, sondern mich völlig angenommen fühle.“ Ausbilder Julian Vogel ist stolz auf die junge Nachwuchskraft: „Die jungen Leute kennen ihre Interessen noch nicht so richtig. Indem wir ihnen Einblicke in mehrere Abteilungen geben, helfen wir, das Passende zu finden.“



Bei Sophia klappte das sehr gut. Sie hat inzwischen eine feste Stelle als Halbtagskraft und nutzt die übrige Zeit für ein Duales BWL-Studium an der Saarbrücker HTW. Die Uni unterstützt das und stellt weitere Karrierechancen in Aussicht. Personalchef Christian Müller: „Früher haben sich junge Leute bei den Betrieben beworben, heute ist das Gegenteil der Fall. Wir müssen uns als Arbeitgeber interessant machen. Wir haben 600 Azubis an der Uniklinik, vom Pfleger bis zum Bäcker oder Elektriker. Und wir suchen immer neue. Allein in der Pflege fehlen uns 200 Leute. Wenn wir als Ausbildungsbetrieb noch landesbeste Prüflinge hervorbringen, spricht das für unsere Ausbilder und dafür, dass sie sich um jeden bemühen.“ Wo die Reise beruflich hingehen soll, weiß Sophia Schwarz ganz genau. Und wo die nächste Reise hingehen soll, steht auch schon fest: als Backpacker für ein Jahr nach Australien. „Nach dem Abi war dafür keine Gelegenheit, jetzt direkt auch nicht. Aber ich will das noch machen.“