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Arbeitslosenzahlen im Juli
Sommer sorgt für Anstieg bei Arbeitslosen

Homburg/Bexbach/Kirkel. Laut Arbeitsagentur gibt es im Bereich Homburg aber gegen den Trend 90 Erwerbslose weniger. Von red

Die Arbeitslosigkeit im Saarpfalz-Kreis ist im Juli saisonbedingt leicht gestiegen. Es waren 3899 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 129 mehr als im Juni und 140 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag bei 5,1 Prozent und damit um 0,2 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahr. Im Bereich der Geschäftsstelle Homburg (Bexbach, Homburg, Kirkel) waren 2842 Arbeitslose gemeldet (minus 90 zum Vorjahr), die Arbeitslosenquote liegt hier bei 4,9 Prozent.

Der Anstieg bei den Arbeitslosenzahlen in allen Landkreisen im Saarland kommt nicht überraschend. Jürgen Haßdenteufel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland, erkennt darin den saisonüblichen Effekt. „Einerseits ist der 30. Juni ein übliches Befristungsdatum für Arbeitsverträge. Daher melden sich jährlich im Juli verstärkt Menschen nach einer Beschäftigung arbeitslos. Andererseits suchen viele gerade ausgebildete junge Fachkräfte einen neuen Arbeitgeber. Manche konnten nach der Ausbildung nicht von ihren Betrieben übernommen werden, andere suchen nach einer schulischen Ausbildung nun ihre erste Stelle“, erklärt Haßdenteufel.

Eine gute Ausbildung schützt vor Arbeitslosigkeit und daher ist der Agenturchef zuversichtlich, dass diese jungen Menschen rasch einen neuen Arbeitsplatz und damit zugleich ihren Platz im Berufsleben finden werden: „Angesichts einer ausgezeichneten Beschäftigungslage bieten sich diesen jungen Fachkräften vielfältige Möglichkeiten. Auch die Studierneigung ist nach wie vor hoch, so dürften zahlreiche Ausbildungsabsolventen weiterführende Schulen besuchen oder ein Studium beginnen.“



Bei der Agentur für Arbeit ist die Zahl der Arbeitslosen im Juli um 136 auf 1527 gestiegen, das waren 1,0 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der bei der Arbeitsagentur gemeldeten Jüngeren unter 25 Jahren ist im Juli um 30 auf 163 gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang um 20 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen in der Altersgruppe 50 plus lag bei rund 800. Sie hat sich gegenüber dem Vorjahr um 83 erhöht.

Beim Jobcenter im Saarpfalz-Kreis waren im Juli 2372 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, sieben weniger als im Juni. Damit lag sie um 125 unter dem Vorjahreswert. Die Zahl der arbeitslosen Jüngeren unter 25 Jahren lag im Juli unverändert. bei 161. Auch gegenüber dem Vorjahr hat sich keine Veränderung ergeben. 746 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren 50 Jahre und älter. Ihre Zahl hat sich gegenüber dem Vorjahr um 20 verringert. Weniger als die Hälfte der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen ist gleichzeitig auch langzeitarbeitslos, also bereits ein Jahr und länger registriert. Mit rund 990 Langzeitarbeitslosen beträgt ihr Anteil an allen Arbeitslosen 41,6 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein deutlicher Rückgang (minus 14,6 Prozent).

Die Unterbeschäftigung lag im Saarpfalz-Kreis im Juli mit 5730 Personen um 9,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der Anteil der Arbeitslosen an der Unterbeschäftigung betrug 68 Prozent, was bedeutet, dass der Arbeitsmarkt durch Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik um knapp ein Drittel entlastet wurde.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften lag im Juli mit 360 Neuzugängen auf Vormonatsniveau. Der Stellenbestand blieb mit 1440 Jobangeboten sehr hoch (plus 13,9 Prozent zum Vorjahr). Die überwiegende Zahl der Jobangebote war in der Zeitarbeit, im Handel, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Verarbeitenden Gewerbe, im Gastgewerbe und im freiberuflichen/wissenschaftlichen/technischen Dienstleistungsbereich gemeldet.

Im Saarpfalz-Kreis wurden seit Beginn des Ausbildungsjahres im vergangenen Oktober 880 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 3,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig suchten 560 junge Menschen eine Ausbildungsstelle über die Arbeitsagentur, vier Prozent weniger als vor einem Jahr. Am statistischen Zähltag im Juli waren noch 310 Stellen unbesetzt und 120 Jugendliche unversorgt.

Mancher Betrieb wird angesichts rückläufiger Schülerzahlen womöglich leer ausgehen. Daher rät Haßdenteufel, bei dem einen oder anderen Bewerber genauer hinzuschauen und nach Problemlösungen zu suchen. „Manche Jugendliche sind einfach schulmüde. Oftmals wird aus einem mäßigen Schüler von selbst ein engagierter Mitarbeiter, wenn er die Chance erhält, seine Fähigkeiten und sein Talent in einem Beruf, der zur ihm passt, unter Beweis zu stellen“, sagte der Chef der Agentur Saarland weiter.

 Die Arbeitslosenzahl im gesamten Saarpfalz-Kreis ist zum Vorjahr leicht gestiegen. Im Bereich Homburg hat sie sich leicht verringert.
 Die Arbeitslosenzahl im gesamten Saarpfalz-Kreis ist zum Vorjahr leicht gestiegen. Im Bereich Homburg hat sie sich leicht verringert. FOTO: dpa / Carsten Rehder