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20 Jahre Umweltprojekt in Schulen
Nachhaltigkeit im Schulalltag leben

Am Ende gewinnen bei „EWA plus“ nicht nur die Schulen (unser Bild), sondern auch die Natur und Umwelt; der sorgsame Umgang mit dem Lebensumfeld ist Kern des Programms.
Am Ende gewinnen bei „EWA plus“ nicht nur die Schulen (unser Bild), sondern auch die Natur und Umwelt; der sorgsame Umgang mit dem Lebensumfeld ist Kern des Programms. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Vor 20 Jahren startete das Programm „EWA“ an Schulen im Saarpfalz-Kreis, mit dem Ziel, Energie, Wasser und Abfall zu sparen. Inzwischen steht „EWA plus“ für schulische Projekte rund um Natur, Gesundheit, Umwelt- und Klimaschutz. Von Thorsten Wolf

Die Themen Umweltschutz, nachhaltiger Umgang mit Ressourcen und gesundes Leben rücken meist dann einer breiten Öffentlichkeit ins Bewusstsein, wenn ein Schlaglicht auf ein Einzelereignis fällt: die Reaktor-Katastrophe von Fukushima, kontroverse Diskussionen um den Bau eines Windparks, eine aktuelle Studie zum Thema „Übergewicht bei Kindern“ oder, gerade jetzt, das Ringen um den Hambacher Forst. Jenseits solcher Aufreger sind es aber viele Projekte, die sich ganz unaufgeregt um eine gesundes Leben und eine intakte Natur kümmern – und das seit vielen Jahren.

Stellvertretend für solche Initiativen steht auch das Programm „EWA plus“ des Saarpfalz-Kreises, das seit nunmehr 20 Jahren an den weiterführenden Schulen zwischen Mandelbachtal und Homburg dafür sorgt, dass Schülerinnen und Schüler ihren Blick weiten für Umweltschutz, Klimaschutz, Gesundheit und Nachhaltigkeit. Verantwortwortlich für „EWA plus“ zeichnet Eva Schwerdtfeger, die Leiterin der Koordinierungsstelle Umwelt und Gesundheit beim Saarpfalz-Kreis.

Wichtiges Instrument des „EWA plus“-Programms ist der jährliche Wettbewerb, bei dem weiterführende Schulen aus dem Saarpfalz-Kreis mit entsprechenden Projekten unter Beweis stellen wollen, dass sie verstanden haben, wie wichtig ein Leben im Einklang mit Natur und Umwelt ist. Am Montag gab es dazu die Prämierung der diesmal teilnehmenden Schulen. Schauplatz war die Robert-Bosch-Schule in Homburg. Doch an diesem Nachmittag ging es nicht „nur“ um die Preisverleihung aus den Händen von Umwelt-Staatssekretär Roland Krämer und Saarpfalz-Landrat Theophil Gallo.



Denn: Nicht minder im Mittelpunkt stand das 20-jährige Jubiläum des heutigen Programms „EWA plus“, im Jahr 1998 gestartet als „EWA“-Projekt und Abkürzung für „Energie, Wasser, Abfall“. Das Ziel in den Startjahren: Mit Energie an den Schulen sinnvoller umgehen, Abfall vermeiden und Wasser sparen. Von diesem Punkt an erinnerte Eva Schwerdtfeger die Gäste der kombinierten Jubiläums- und Prämierungsfeier mit einem kurzen Vortrag an die Anfänge und die Fortentwicklungen des Programms. Dieses habe mit der Zeit zu den ursprünglichen Themen viele weitere aufgenommen, folgerichtig habe sich das auch im Namen niedergeschlagen, aus „EWA“ wurde „EWA plus“.

Schwerdtfeger rief auch ins Gedächtnis, dass es am Anfang nicht einfach gewesen sei, alle Schulen von „EWA“ zu überzeugen, so mancher bezweifelte, dass eine Umsetzung möglich sei „Aber man sieht, dass es auf Dauer doch geklappt hat und vieles besser geworden ist.“

Auch Hausherrin Barbara Neumann, Schulleiterin der Robert-Bosch-Schule, erinnerte an die Anfänge von „EWA“ – natürlich an ihrer Schule und namentlich an die ehemalige Lehrerin Ingrid Lindemann als „Frau der ersten Stunde“. Aus einer Grußkarte der inzwischen pensionierten und am Montag verhinderten Lindemann zitiert Neumann deren Motto: „Wenn viele kleine Hände viele kleine Dinge tun, können Sie das Gesicht der Welt verändern.“

Landrat Theophil Gallo betonte die Bedeutung des „EWA“-Programms. „Es ist wichtig, dass wir gerade junge Menschen im Umgang mit Ressourcen und der Natur sensibilisieren. Denn was da passiert, das sind kleine Meilensteine, die ganz enorm wichtig sind – wenn dann große Dinge passieren, die uns nicht passen“, so Gallo.

Nach der kleinen Feierstunde ging es dann raus in den Schulgarten der Robert-Bosch-Schule. Dort hatten die teilnehmenden Schulen kleine Projekt-Präsentationen aufgebaut, dort gab es die eigentliche Prämierung – und dort richtete Umwelt-Staatssekretär Roland Krämer dann auch das Wort an die Gäste. Er stellte klar, dass es wichtig sei, sich des eigenen Handelns bewusst zu sein, gerade im Umgang mit Umwelt.

Konkret gab es in diesem Wettbewerbszeitraum vier Mal einen ersten Platz. Damit gingen 450 Euro an die Galileo-Schule Bexbach, das Leibniz-Gymnasium St. Ingbert, die Geschwister-Scholl-Schule Blieskastel und die Gemeinschaftsschule Mandelbachtal-Schmelzerwald in Ommersheim.

Einen zweiten Platz und damit ein Preisgeld von 350 Euro konnten die Gemeinschaftsschule Gersheim, die Willi-Graf-Schule (BBZ) St. Ingbert, das Christian von Mannlich-Gymnasium Homburg, die Gemeinschaftsschule Neue Sandrennbahn Homburg-Erbach und Gemeinschaftsschule Kirkel-Limbach erreichen. Dritte Plätze und je 250 Euro gingen an die Robert-Bosch-Schule Homburg, das Saarpfalz-Gymnasium Homburg und Franz-Carl-Schule Blieskastel.

Katharina Streit, Jonathan Biran, Lennard Barton und Merle Frego (von links) vom Homburger Mannlich-Gymnasium zeigen stolz das Zertifikat zur erfolgreichen Wettbewerbsteilnahme.
Katharina Streit, Jonathan Biran, Lennard Barton und Merle Frego (von links) vom Homburger Mannlich-Gymnasium zeigen stolz das Zertifikat zur erfolgreichen Wettbewerbsteilnahme. FOTO: Thorsten Wolf