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Schneidewind und Fuchs in der Stichwahl

 Rüdiger Schneidewind (links) und Peter Fuchs haben es in die Stichwahl geschafft. Gestern Abend gratulierten sie sich gegenseitig. Foto: Thorsten Wolf
Rüdiger Schneidewind (links) und Peter Fuchs haben es in die Stichwahl geschafft. Gestern Abend gratulierten sie sich gegenseitig. Foto: Thorsten Wolf FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Die Homburger müssen am Pfingstsonntag noch einmal zur Wahlurne. Die Direktwahl für das Amt des Oberbürgermeisters brachte gestern keinen Sieger. Die absolute Mehrheit wurde deutlich verfehlt. Erstmals kommt es in Homburg zur Stichwahl. Peter Neuheisel

Die Entscheidung ist vertagt: Am Pfingstsonntag wird in Homburg per Stichwahl entschieden, wer neuer Oberbürgermeister und damit Nachfolger von Karlheinz Schöner (CDU) wird. Im ersten Wahlgang konnte sich gestern kein Kandidat mit der notwendigen absoluten Mehrheit durchsetzen. Rüdiger Schneidewind (SPD) kam auf 42,6 Prozent der Stimmen, Peter Fuchs (CDU) blieb mit 31,8 Prozent deutlich dahinter. Der unabhängige Kandidat Marc Piazolo, der von der "Allianz der Vernunft" und den Grünen unterstützt wurde, holte beachtliche 17,8 Prozent. Abgeschlagen blieb die Landtagsabgeordnete Barbara Spaniol (Linke) mit 7,8 Prozent der Stimmen. Damit treten in 13 Tagen Schneidewind und Fuchs zum großen "Showdown" gegeneinander an. Die Beteiligung an der gestrigen Direktwahl lag bei 54 Prozent.

Rüdiger Schneidewind zeigte sich in einer ersten Reaktion "sehr zufrieden, bei vier Kandidaten mit Abstand vorn zu liegen". Jetzt gehe es darum, bei der Stichwahl alle Wähler zu mobilisieren. "Und es geht darum, dass derjenige, der erfahren ist und die Stadt kennt, letztlich gewinnt. Da bin ich guten Mutes. Ich werde alles daran setzen, dass der nächste Oberbürgermeister Rüdiger Schneidwind heißt." Optimistisch zeigte sich auch Peter Fuchs im Gespräch mit unserer Zeitung: "25 Prozent der Stimmen sind an Pfingsten neu zu verteilen, ich sehe durchaus großes Potenzial. Festzustellen bleibt, dass mein Mitbewerber sein Ziel, die absolute Mehrheit zu erreichen, deutlich verfehlt hat." Marc Piazolo war mit seinem Ergebnis ebenfalls zufrieden, "wenngleich ich 15 bis 20 Prozent auch erwartet habe". Dass es nun zur Stichwahl komme, dazu habe seine Kandidatur beigetragen. "Dass das Zepter nach Königsart einfach weitergereicht wird, das wird es nicht geben", spielte Piazolo darauf an, dass mit Schneidewind einer der Stellvertreter den bisherigen Amtsinhaber beerben sollte.

Auch Barbara Spaniol zeigte sich nicht unzufrieden mit ihrem Resultat. "So haben wir eine Stichwahl hinbekommen, und die Linken haben mit ihrem stattlichen Stadtratsergebnis von meiner Kandidatur profitiert." Sie werde nun die Wahl sacken lassen und dann entscheiden, für wen sie eine Wahlempfehlung aussprechen werde.

Da scheinen die Unterstützer von Piazolo schon einen Schritt weiter. Georg Weisweiler von der "Allianz der Vernunft" versprach schon mal, dass sich seine Wählergemeinschaft in der Stichwahl für CDU-Mann Peter Fuchs aussprechen werde. Man habe zwar gehofft, dass der eigene Kandidat Piazolo noch besser abschneide, das Resultat sei allerdings in Ordnung. Weisweiler: "Wichtigstes Ergebnis ist, dass Rüdiger Schneidewind deutlich vom angestrebten Durchmarsch entfernt ist."

Yvette Stoppiera von den Grünen argumentierte in die gleiche Richtung. "Alles Weitere werden wir intern klären. Es wird von uns eine Wahlempfehlung geben." Das die nicht für den SPD-Kandidaten sein wird, daran ließ sie kaum einen Zweifel.

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