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Mehr Freiheiten bei Besichtigung fehlen noch
Schlossberghöhlen: Warten geht weiter

Homburg . Seit langem verspricht die Stadt, dass die Möglichkeiten, die Schlossberghöhlen zu erkunden, erweitert werden. Bislang geht das nur im Rahmen einer Führung. Von Ulrike Stumm

Um Höhlen ranken sich immer viele Geschichten. Und wer sie erkundet, der lässt sich gerne ein auf diesen speziellen Zauber, der Menschen in unterirdischen Gängen gerne ergreift. Das ist auch bei Homburgs Wahrzeichen, den Schlossberghöhlen, so. Allerdings kann sich das besondere Höhlen-Gefühl hier nicht in Gänze entfalten – denn die Höhlen sind nur eingeschränkt zu besichtigen.

Der Grund dafür liegt um die 15 Jahre zurück. Zur Erinnerung: Es gab 2003 einen Teileinsturz von größeren Brocken aus der Buntsandstein-Decke, danach wurden die Höhlen gesperrt, aufwändig saniert, dann erneut geöffnet, sind aber seitdem nur zu besichtigen, wenn man sich einer Führung anschließt – und auch dann nur in Teilen.

Immer wieder hat die Stadt seitdem versprochen, dass bald mehr Freiheiten möglich sein sollen. Durch die Einführung einer  Kameraüberwachung sollten zwei weitere Ebenen für Besucher zugänglich sein, sodass man sich auf insgesamt drei Ebenen in den Höhlen bewegen könne – und zwar frei, ohne Führung. Bislang kann ausschließlich das häufig als Ebene zehn bezeichnete Stockwerk geführt besichtigt werden. An der Umsetzung dieser Pläne arbeitet man bei der Stadt bereits seit mehr als sechs Jahren. 2012 hieß es, man wolle diese bis zum Jahresende installieren.



Nach diversen Wirren um  eine defekte Kamera und den Hauptbetriebsplan, war dann der letzte Stand: Im Mai soll es soweit sein. Mittlerweile ist der Juni gut zur Hälfte vorbei. Und noch immer gelten die „alten Regeln“.

Die Stadt kennt die Problematik. Fakt sei, „dass wir seit Jahren an dem Thema dran sind, die Höhlen für die Besucher um zwei weitere Ebenen zu erweitern und auch Einzelbesuche zu ermöglichen“, so die Antwort der städtischen Pressestelle. Dazu seien in der Vergangenheit Videokameras installiert worden, hieß es weiter. Nun gebe es noch Klärungsbedarf mit dem Bergamt Saarbrücken.

Das Bergamt habe zwar die Zulassung für den Besuch der elften und zwölften Etage bei einer Gruppenführung erteilt, jedoch noch nicht gestattet, dass die Besucher einzeln ohne Führung in die Höhlen können, so die Antwort aus dem Kulturamt. Es werde „mit Hochdruck daran gearbeitet, dass die Einzelbestimmungen und Auflagen schnellstmöglich erfüllt werden, damit die Höhlen“ in neuer Form begehbar sein werden. Zeitachse: in den nächsten knapp zwei Wochen.

Warum da jetzt das Bergamt ins Spiel kommt, hat einen besonderen Hintergrund: Die Höhlen sind ein Bergwerk und unterstehen damit dem Oberbergamt, hatte Pressesprecher Jürgen Kruthoff bereits bei früherer Gelegenheit erläutert.

 Nun hofft man bei der Stadt – und nicht nur dort – darauf, dass man hier nicht erneut verschieben muss.

Der Charme der zusätzlichen Ebenen in den Höhlen liegt übrigens  unter anderem darin, dass diese nicht so groß und vor allem hoch seien wie die bislang geöffnete Ebene zehn. Der Bergwerkscharakter trete hier stärker zutage. Wenn es denn irgendwann klappt mit den neuen Freiheiten in den Schlossberghöhlen, dann könnte es sich doch noch einstellen, das ungetrübte und weit weniger eingeschränkte Eintauchen in die faszinierende Höhlenwelt.

 Die Schlossberghöhlen haben mit der Sanierung vor Jahren ihr Gesicht gewandelt, seit langem wird versprochen, dass man sie bald auch ohne Führung und auf weiteren Ebenen erkunden kann.
Die Schlossberghöhlen haben mit der Sanierung vor Jahren ihr Gesicht gewandelt, seit langem wird versprochen, dass man sie bald auch ohne Führung und auf weiteren Ebenen erkunden kann. FOTO: Thorsten Wolf