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Unentbehrlich
Sarah, das Biosphären-Mädchen für alles

 Das Biosphärenfest ist immer an einem anderen Ort und bringt somit die ganze Saarpfalz zusammen. Hier eine Impression vom Fest in Limbach.
Das Biosphärenfest ist immer an einem anderen Ort und bringt somit die ganze Saarpfalz zusammen. Hier eine Impression vom Fest in Limbach. FOTO: Pia Schramm
Einöd. Am 25. August wird in Einöd das Biosphärenfest gefeiert. Wie kriegt man 107 Aussteller und ein tolles Kinderprogramm unter einen Hut? Von Christine Maack

. Es gibt Leute, die gerne Dinge organisieren. Oder sich um alles kümmern. Sarah Greiner ist so ein Typ: „Mir macht es nichts aus, ständig mit Leuten zu telefonieren, Dinge zu beschaffen, von Sprudelkästen über Handtücher bis zur Hundebar.“ Und das sind noch die einfacheren Dinge. Standnummern verteilen, mit allen Ausstellern sprechen, Sonderwünsche berücksichtigen, Fotoshootings organisieren – das sind schon deutlich aufwändigere Tätigkeiten, die Geduld und Beharrlichkeit erfordern.

Eine Praktikantin, die voller Ehrgeiz ist, das alles zu meistern, ist natürlich ein Glücksfall für jeden Veranstalter, denn wenn man mal ehrlich ist – nicht alle wirbeln gerne in der Gegend herum und arbeiten täglich bis abends endlose Termin- und To-do-Listen ab. Vor allem junge Leute glauben oft, Eventmanagement sei ein Traumberuf. Wenn sie dann mit der Wirklichkeit konfrontiert werden, die gar nicht glamourös  ist, ist die Enttäuschung oft groß. Denn Eventmanagement hört sich toll an, ist vor allem aber viel Kleinarbeit.

Pia Schramm vom Biosphärenzweckverband hatte jedenfalls den richtigen Riecher, als sich Sarah Greiner vorstellte, die eine Initiativbewerbung losgeschickt hatte – mit einem Punkt, der besonders gut ankam: „Ich hab’ mich speziell für die Organisation des Biosphärenfestes beworben“, erzählt die 21-Jährige anlässlich eines Besuchs in unserer Redaktion. Außerdem entspreche  die Biosphärenidee ihrer Einstellung zur Natur, „ich kann mich damit gut identifizieren“, sagt die angehende Betriebswirtin,  die aus Rodalben stammt.



Nach einer kaufmännischen Ausbildung in Rodalben entschloss sie sich, an der FH in Zweibrücken ein betriebswirtschaftliches Fernstudium mit Schwerpunkt  Eventmanagement dranzuhängen, „da passt die Organisation eines Biosphärenfestes natürlich perfekt dazu“. Und in Blieskastel, dem Sitz des Biosphärenzweckverbandes, wurde sie sofort eingebunden, „alle waren supernett, obwohl ich Pfälzerin bin“, sagt Sarah Greiner augenzwinkernd, „also, es ist, als wäre ich immer schon dabei gewesen“.

Vor allem konnte sie davon profitieren, dass das Biosphären-Team seit 15 Jahren dieses Fest ausrichtet und entsprechend eingespielt ist. So wussten die Kollegen von Anfang an, welche Aufgaben auch eine Praktikantin schon erledigen kann. Am 1. Juni fing sie an, am 31. August endet das Praktikum, „schon jetzt habe ich unendlich viel gelernt“, sagt Sarah Greiner, „der Höhepunkt und das Ende meines Praktikums ist natürlich das große Fest in Einöd. Da kann ich dann genau sehen, ob alles, was ich angeleiert habe, auch geklappt hat.“

Was verbirgt sich so alles hinter der Organisation? Zunächst sind da 107 Stände unter einen Hut zu bekommen,  die ganz unterschiedliche Ausrichtungen haben. Während die einen Biosphärenprodukte anbieten, erläutern die anderen ihr Kursangebot, backen Waffeln, geben touristische Infos, spielen Theater, informieren über Mobilität und Bienen oder über Heilpflanzen und Sozialarbeit. Sarah Greiner kümmerte sich um Essig und Öl, biologischen Wein, Edelbrände, Bio-Fleisch und Pony-Reiten für Kinder, es gibt wohl kaum einen Aussteller, den sie nicht kontaktiert hat. „Das Spektrum war riesig, denn es musste neben der internen Organisation auch Öffentlichkeitsarbeit gemacht werden.“

Also traf man sich mit der Fotografin Manuela Meyer in den Einöder Wiesen zum Fotoshooting, dann mussten ein Lageplan erstellt und Flyer produziert sowie Facebook bedient werden. Denn ohne social media kommt auch ein Biosphärenfest nicht aus. Die Einöder als Gastgeber seien sehr hilfreich und auch erfahren gewesen, zumal das Fest schon einmal im Dorf war, „vor allem die Vereine haben mitgezogen.“ Und so konnten auch mehr Parkplätze als beim letzten Mal beschafft werden, unter anderem bei Firmen wie Möbel Braun am Ortseingang von Einöd (von Homburg kommend) oder John Deere und Globus in Zweibrücken. Von dort fahren ständig Zubringer zum Fest.

Auch die Buslinie 7 ist für das Fest ausnahmsweise sonntags im Stundentakt unterwegs. Nun sind alle Mitarbeiter des Biosphärenzweckverbandes und alle diejenigen, die am 25. August mitmachen, voller Vorfreude auf die Großveranstaltung in zwei Wochen. Sie wird super, egal, was das Wetter verspricht – da sind sich alle einig, von Einöd bis Blieskastel.

 Sarah Greiner war zu Besuch in unserer Redaktion. Dass Eventmanagement überhaupt nicht glamourös ist, sondern hauptsächlich aus mühsamer Kleinarbeit besteht, schreckte sie nicht ab. 
Sarah Greiner war zu Besuch in unserer Redaktion. Dass Eventmanagement überhaupt nicht glamourös ist, sondern hauptsächlich aus mühsamer Kleinarbeit besteht, schreckte sie nicht ab.  FOTO: Christine Maack