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Saarpfalz-Kreis will sich für fairen Handel engagieren

Homburg. Der Saarpfalz-Kreis will sich als „Fairtrade-Kreis“ zertifizieren lassen. Doch dazu muss er einige Hürden überwinden und ist auf die Mithilfe von Händlern und Gastronomen angewiesen. Dieser müssten dann nämlich mehr Fairtrade-Produkte anbieten. fre

Der Saarpfalz-Kreis möchte "Fairtrade-Kreis" werden und einen Beitrag zu gerechtem, nachhaltigem Handel mit guter Bezahlung für Rohstoffproduzenten in aller Welt leisten. Als Fairtrade-Kreis will sich die Kreisverwaltung verpflichten, mit konkreten Maßnahmen und Kampagnen für die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Menschen in Ländern der dritten Welt zu sensibilisieren und Konsumverhalten zu hinterfragen. Um aber den Titel "Fairtrade" tragen zu dürfen, muss der Kreis fünf weltweit einheitliche Kriterien erfüllen - mithilfe der lokalen Einzelhändler und Gastronomen. Um nämlich ein Kriterium zu erfüllen, müssen 25 Einzelhandelsgeschäfte und 13 Gastronomiebetriebe im Kreis - die Zahlen richten sich nach der Einwohnerzahl - mindestens zwei Fairtrade-Produkte anbieten.

"Wir haben kreisweit 170 Betriebe eingeladen, zwei Fairtrade-Produkte in ihr Sortiment aufzunehmen oder das bestehende Fairtrade-Sortiment listen zu lassen", sagt Beate Ruffing, in der Kreisverwaltung für das Projekt "Fairtrade" zuständig. So könnte zukünftig ein digitaler Einkaufsführer entstehen. Die Zahl der Rückmeldungen ist bisher allerdings noch gering. Jeweils drei Händler und Gastronomen geben an schon Fairtrade-Produkte zu verkaufen. Zwei Gastronomiebetriebe möchten entsprechende Speisen künftig anbieten.

Zu den Bewerbungskriterien zählen auch die Verwendung von Fairtrade-Produkten in der Kreisverwaltung, Bildungsangebote in Kitas und Schulen und öffentliche Veranstaltungen.

Die Umstellung auf fair-gehandelten Kaffee und Zucker bei Sitzungen des Kreistages, der Ausschüsse, im Landratsbüro oder Veranstaltungen bringt einen geringen Anstieg der Kosten mit sich. Kosteten 500 Gramm Kaffee bisher 7,68 Euro, will die Kreisverwaltung künftig 8,72 Euro ausgeben. Für 1000 Portionen Fairtrade-Zucker sind 23 Euro statt vorher 12,37 Euro eingeplant. Laut Kreisverwaltung sollen Werbekampagnen nach einer erfolgreichen Bewerbung aus dem Etat der Öffentlichkeitsarbeit finanziert werden.