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Cytotec in der Kritik
Saar-Kliniken setzen weiter auf strittiges Wehenmittel

 Viele Schwangere sind von der Diskussion über das Wehenmittel Cytotec verunsichert.
Viele Schwangere sind von der Diskussion über das Wehenmittel Cytotec verunsichert. FOTO: dpa / Caroline Seidel
Homburg/Saarbrücken. In Saar-Kliniken wird weiter das in die Kritik geratene Weheneinleitungs-Mittel Cytotec verabreicht. Das ergaben Recherchen unserer Zeitung. Laut Medienberichten soll Cytotec Wehenstürme und Behinderungen bei Kindern verursacht haben.

Die Chefärzte an Kliniken in Homburg, Saarbrücken und Saarlouis halten die pauschale Verurteilung des Mittels für medizinisch nicht abgestützt und deshalb für fahrlässig. Dies erklärten sie gegenüber unserer Zeitung. Laut Saar-Gynäkologen gibt es keinen medizinischen Grund, auf Cytotec zu verzichten. Die jetzt publik gewordenen Vorwürfe beträfen Einzelfälle, die zu prüfen seien. Kein von uns befragter Mediziner hat angeordnet, Cytotec nicht mehr einzusetzen.

Saar-Mediziner berichten von von Ängsten bei schwangeren Frauen. „Das konterkariert unsere gesamte Fürsorge“, sagte der Landesvorsitzende des Berufsverbandes der Frauenärzte Dr. Jochen Frenzel.