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Homburger Kulturkalender
Rock, Pop, Schatten, Licht und Räuber

Das Schattentheater Moving Shadows am 14. Februar ist jetzt schon für viele Theaterfans der Höhepunkt der Gastspiele in der kommenden Saison im Saalbau. Die Theatergruppe Magnetic Music aus Reutlingen führt poetische Szenen auf, die aus Licht, Schatten und Bewegung bestehen. 
Das Schattentheater Moving Shadows am 14. Februar ist jetzt schon für viele Theaterfans der Höhepunkt der Gastspiele in der kommenden Saison im Saalbau. Die Theatergruppe Magnetic Music aus Reutlingen führt poetische Szenen auf, die aus Licht, Schatten und Bewegung bestehen.  FOTO: Manni Linke
Homburg. Am Dienstag wurde der neue Homburger Kulturkalender vorgestellt. Er umfasst 140 Seiten und listet alles auf, was bis zum Juni 2019 in Homburg musikalisch und schauspielerisch geboten wird. Auch die Märkte und Feste fehlen nicht. Von Christine Maack

Man könnte natürlich gänzlich auf Kultur verzichten. Dann würde die Stadt Homburg viel Geld sparen und die Musik- und Theaterliebhaber könnten nach Saarbrücken, Mannheim oder auch nach Zweibrücken ausweichen. Dieses Ansinnen stellte Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind am Dienstag bei der Vorstellung des neuen Homburger Kulturkalenders in den Raum.

Um es gleich wieder zurückzuziehen: „Aber wo bliebe da  die Lebensqualität?“. Nein, ein Industrie- und Hochschulstandort wie Homburg könne es sich gar nicht leisten, seine kulturellen Angebote zu kappen, „dann wenden sich die Menschen ab. Dann sind wir keine lebenswerte Stadt mehr. Wer will in einer Stadt leben, in der es keine Bücher, keine Musik, kein Theater gibt?“. Im Laufe der Jahre habe sich das Homburger Kulturangebot verändert, es sei „heute viel breiter aufgestellt“, wie der Kulturbeigeordnete Raimund Konrad betonte, der zusammen mit den beiden städtischen Kultur-Experten, Achim Müller und Susanne Niklas, den neuen Kalender vorstellte. Noch immer sind die Meisterkonzerte mit einem Budget von rund 100 000 Euro der dickste Brocken innerhalb der Kulturausgaben, sie sind zwar ein Leuchtturm, aber nicht mehr das Alleinstellungsmerkmal. Der Homburger Musiksommer für  60 000 Euro ist da schon massenkompatibler, zum einen kostet er für die Zuhörer nichts, zum anderen kann man dabei gemütlich draußen sitzen und ein Bier trinken. Das Budget des Musiksommers wird jedoch nicht vom Kulturamt gestemmt, sondern wird direkt über den Stadtrat abgesegnet.

Zum Hoheitsgebiet des Kulturamtes gehören aber die Theatergastspiele, die von den Besuchern jedes Jahr selbst ausgesucht werden dürfen. „Wir geben allerdings den Rahmen vor und treffen eine Vorauswahl“, so Konrad. Denn einerseits wolle man nicht nur „den Massengeschmack bedienen“, aber andererseits habe die Stadt auch nichts davon, „wenn das Programm so abgehoben ist, dass keiner kommt.“



Hier habe man wieder eine gute Auswahl zu bieten, von Krimi-Stücken bis zu Hamlet und Schillers Räubern. Sieger wurde der Klassiker „Die Feuerzangenbowle“ mit 108 Stimmen, die am 6. September in den Saalbau kommt. Für die Kinder gibt es ein Janosch- und ein Pippi Langstrumpf-Stück – und für die ganze Familie am 14. Februar eine wunderbar poetische Inszenierung des Schattentheaters Moving Shadows aus Reutlingen, eine Mischung aus Tanz, Ballett und Bühnenshow, die mit Licht, Schatten und Bewegungsbildern spielt.

Auf einen Punkt wies Raimund Konrad noch dringend hin: In dem Theaterstück „Das Boot“ von Lothar-Günther Buchheim tritt am 28. März im Saalbau in Homburg nicht Hardy Krüger jun. auf, sondern Johannes Pfeifer. „Diese Personalie wurde erst bekannt, als der Kulturkalender schon gedruckt war“. Deshalb sei Krüger noch auf der Titelseite abgebildet.

Mit einem Budget von 80 000 Euro sind die Theatergastspiele buchhalterisch direkt hinter den Meisterkonzerten angesiedelt. Die Auftritte von Musikern im Homburger Musikpark sind hingegen weitaus günstiger und für das Kulturamt schon für 30 000 Euro zu haben. Im Musikpark wird diesmal nur Rock und Pop aufgeführt, darunter beispielsweise Skerryvore, die Celtic Rock Band aus Schottland, Letz Zep, die „beste Led-Zeppelin-Coverband“, so Müller, oder die schicke Gitarristin Anna Popovic. Das Programm ist vielfältig, von Heavy Metal  bis zu Amby Schillos rhythmischen Klängen. Was es nicht mehr geben wird, ist Kabarett und Comedy im Musikpark, „das hat sich überhaupt nicht bewährt, es ist der falsche Ort dafür“, sagte Susanne Niklas.  Dafür seien Spielorte wie das Römermuseum oder die Gustavsburg weitaus geeigneter.

Zum Kulturprogramm kommen natürlich noch die Kunstausstellungen hinzu, die Reihe „Kultur im Museum“, die Märkte und die beiden Freiluft-Veranstaltungen „Fête de la musique“ und „Artmosphäre“. Nicht zu vergessen die niveauvollen Kammermusiktage, „bei denen wir als Kulturamt zwar wenig Aktien drin haben, aber gerne den Saalbau zur Verfügung stellen“, so OB Schneidewind. Und natürlich das stets ausverkaufte Klassik- Open-Air am 17. August mit dem Homburger Sinfonieorchester. Ein bunter Reigen, aus dem sich jeder seine persönlichen Vorlieben herauspicken kann.

 Kulturbeigeordneter Raimund Konrad, Achim Müller und Susanne Niklas vom Kulturamt und OB Schneidewind (v.l) stellten den Kalender vor.
Kulturbeigeordneter Raimund Konrad, Achim Müller und Susanne Niklas vom Kulturamt und OB Schneidewind (v.l) stellten den Kalender vor.
Kuriose Stücke gibt es regelmäßig bei der Kulturveranstaltung „Artmosphäre“ in der Innenstadt zu sehen.
Kuriose Stücke gibt es regelmäßig bei der Kulturveranstaltung „Artmosphäre“ in der Innenstadt zu sehen. FOTO: Thorsten Wolf