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Neues Haus am Schlossberg
Richtfest in der Schlossbergstraße

Gerhard Wagner auf der Dachterrasse seines noch im Rohbau befindlichen Neubaus an der Schlossbergstraße 21 in der Homburger Altstadt – mit Blick über die Kreis- und Universitätsstadt.
Gerhard Wagner auf der Dachterrasse seines noch im Rohbau befindlichen Neubaus an der Schlossbergstraße 21 in der Homburger Altstadt – mit Blick über die Kreis- und Universitätsstadt. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Am Homburger Schlossberg investiert der Unternehmer Gerhard Wagner rund 3,5 Millionen Euro in neuen Wohnraum. Von Thorsten Wolf

Fünf Stockwerke, acht Wohnungen, zwölf Tiefgaragen-Parkplätze und Baukosten von aktuell geschätzten 3,5 Millionen Euro – das beschreibt mit wenigen Zahlen den Neubau, den der Beeder Unternehmer und Ortsvertrauensmann Gerhard Wagner derzeit am Homburger Schlossberg in der Schlossbergstraße 21 errichtet. Am Freitag feierte Wagner mit zahlreichen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Richtfest für das Mehrparteien-Haus, fertig gestellt sein soll es Mitte kommenden Jahres.

Noch bevor sich Wagner beim offiziellen Teil der Feierlichkeiten an seine Gäste wandte, machte er im Gespräch mit unserer Zeitung keinen Hehl daraus, dass es duchaus auch Kritiker an seinen Bauvorhaben am Schlossberg gebe. Mit solcher Kritik müsse man heute fast immer rechnen, „und es ist auch das gute Recht der Leute, Kritik zu äußern“. Allerdings, und auch das machte Wagner deutlich, habe er im Bereich der Schlossbergstraße vor allem auch bauliche Misstände beseitigt. So habe das Haus, das jetzt an der Hausnummer 21 habe weichen müssen, mehr als 15 Jahre leer gestanden, „da hat es mehrfach reingeregnet, es gab Wasserschäden, niemand hat sich mehr daraum gekümmert“. Ursprünglich, so erklärte es Wagner, habe er sogar die Absicht gehabt, das Gebäude zu sanieren. Letztendlich habe dies der Zustand des Hauses aber nicht zugelassen. Um den dann nötigen Naubau auch wirtschaftlich tragfähig zu machen, habe man dann auf insgesamt fünf Stockwerke aufgestockt.

Der aktuelle Bau ist nicht Wagners erstes Engagement in der Schlossbergstraße – und es wird nicht das Letzte sein. So hat er schon das Nachbargebäude zum jetzigen Neubau und einen dahinter liegenden Bau erworben, insgesamt habe er mit neun Eigentümern am Schlossberg zwischenzeitlich Verträge geschlossen. Mit dem Gebäude unmittelbar im baulichen Anschluss an den aktuell laufenden Neubau gehe man nun in die Planung „und wir werden spätestens im Frühjahr 2019 dort mit der Bautätigkeit beginnen – vielleicht auch etwas früher, das hängt vom kommenden Winter ab“.



Eine Kritik, die Wagners Engagement als Bauherr seit Jahren begleitet, ist die, das seine Neubauten (und auch andere Bauvorhaben) nicht Altstadt gerecht seien. Hier fand Wagner, der selbst ein gebürtiger „Schlossberger“ ist, am Freitag deutliche Worte. „Wer sich hier oben umschaut, der sieht sofort, dass keines der umliegenden Gebäude Altstadt gerecht ist. Bei den meisten Gebäuden fehlen die Klappläden, es gibt keine Sprossenfenster – jedes Haus ist anders. In diesem Gebiet gibt es nicht ein einziges Haus, das Altstadt gerecht gebaut ist.“ Und: Wenn er diese Projekte nicht angegangen wäre, dann hätte es wohl auch kein anderer getan, war sich Gerhard Wagner am Freitag sicher. Wagners Objekte an der Schlossbergstraße sind grundsätzlich Mietobjekte, die Vermietung läuft über seine eigene IBH (Immobilien, Bauen, Hausservice) GmbH, die Wagner gemeinsam mit Sohn Uli führt.

Die Bautätigkeiten von Wagner fallen auch in eine Zeit, in der das politische Homburg immer wieder und auch kontrovers über die bauliche Perspektive der Altstadt diskutiert, Stichwort: Altstadtsatzung. Was diese Satzung vorgibt und was nicht, wie Neu- oder Umbauten aussehen sollen und wie sie aussehen dürfen – das wird in der Regel immer wieder dann zum Streithema, wenn sich ein Investor mit einem enstprechenden Vorhaben in die Öffentlichkeit begibt. So auch vor rund acht Jahren, als die Saarland Bauträger (SBT) ihre Pläne für die seit längerem abgeschlossene Neubebauung des Areal „Schmidt‘sches Anwesen“ vorstellte.

Zuletzt führten Pläne zum Umbau eines Gebäudes im Bereich Saarbrücker Straße/Kirchenstraße zu Kontroversen, Kritiker befürchteten ein aus ihrer Sicht erneutes Aushebeln der Altstadtsatzung. Das Problem dieser aus 1979 stammenden Satzung: In der Vergangenheit ging es bei der Diskussion um entsprechende Neubauten auch darum, in wie weit diese Satzung tatsächlich noch belastbaren Bestand hat und nicht durch schon getroffene Gerichtsentscheide zwischenzeitlich in Teilen unwirksam ist.