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Hörsäle, Simulationshospital und Seminarräume
Neues Herzstück auf dem Klinikgelände

Direkt gegenüber dem zweiten Bauabschnitt  der neuen Imed liegt das zentrale Hörsaalgebäude, das in der zweiten Jahreshälfte 2019 fertig werden soll. Am Mittwoch wurde Richtfest gefeiert. Teil zwei der Imed-Klinik mit ihrem markanten Grün soll ab Anfang Dezember genutzt werden können.
Direkt gegenüber dem zweiten Bauabschnitt  der neuen Imed liegt das zentrale Hörsaalgebäude, das in der zweiten Jahreshälfte 2019 fertig werden soll. Am Mittwoch wurde Richtfest gefeiert. Teil zwei der Imed-Klinik mit ihrem markanten Grün soll ab Anfang Dezember genutzt werden können. FOTO: Rüdiger Koop
Homburg. Mit großem Bahnhof wurde gestern auf dem Homburger Campus das Richtfest für das neue zentrale Hörsaal-, Seminar- und Bibliotheksgebäude gefeiert. Dadurch soll der Standort für Studierende attraktiver werden. Von Ulrike Stumm

Der Richtkranz hängt am Mittwochmorgen hoch oben am neuen zentralen Unigebäude auf dem Homburger Campus, der Rohbau ist auch im Inneren festlich ausgestattet. Aber auch ohne diese Hinweise ist nicht zu übersehen, dass hier Großes entsteht – und das, obwohl man auf dem Gelände des Klinikkomplexes an Baustellen mittlerweile gewöhnt ist. Schräg gegenüber zum Beispiel ist der zweite Bauabschnitt der neuen Imed-Klinik auf der Zielgeraden, der direkt an die Imed eins angedockt ist. Ab dem 10. Dezember sollen hier Patienten einziehen können, dann sei der Umzug abgeschlossen, verrät Ulrich Kerle, kaufmännischer Direktor des Uniklinikums des Saarlandes (UKS), am Rande der Veranstaltung. Doch an diesem Tag und an dieser Stelle geht es nicht um die grün-weiße Imed, auch nicht um den drohenden Arbeitskampf, laut der Gewerkschaft Verdi sprachen sich 97,87 Prozent der stimmberechtigten für einen unbefristeten Streik aus (Bericht dazu auf den Landesseiten).

 Auf dem Homburger Campus stand am Mittwochmorgen das neue zentrale Hörsaal-, Seminar- und Bibliotheksgebäude im Mittelpunkt. Richtfest wurde gefeiert – mit vielen Gästen aus der Politik, von den Baufirmen, den Architekten. Das Bauministerium hatte dazu eingeladen, dessen „Chef“ Minister Klaus Bouillon ließ sich allerdings wegen eines Todesfalls in der Familie entschuldigen. So war es Staatssekretär Christian Seel, der betonte, wie wichtig das Gebäude ist. Eine hervorragende Forschung sei nur zu gewährleisten auf Basis einer hervorragenden Lehre. Und dafür müsse man auch die Bedingungen schaffen. Genau an dieser Stelle soll das neue Gebäude einen Beitrag leisten mit einem Hörsaal, der gut 560 Plätze biete und bei Bedarf geteilt werden könne, sieben Seminarräumen und einem Simulationshospital, in dem die Abläufe in einem Krankenhaus gelernt werden können – von bis zu 100 Studierenden gleichzeitig. In diesem so genannten Skill-Lab-Bereich gebe es unter anderem zwei Operationssäle , zwei Anamnese- und zwei Intensiv­räume. Dazu komme das großzügige Foyer, in dem am Mittwoch die Richtfest-Besucher standen und einen ersten Eindruck bekamen.

Im November 2016, so Seel, hätten die Rohbauarbeiten begonnen, nun will man in der zweiten Jahreshälfte 2019 fertig sein. Die Gesamtbaukosten inklusive der Honorarkosten und der Erstausstattung betragen insgesamt 17 Millionen Euro. Für Seel ebenfalls wichtig: Es sind zum größten Teil saarländische Unternehmen, die hier beauftragt wurden. Als nächster Schritt steht nun der Innenausbau an, die Glasfassaden sollen angebracht werden, machte Rainer Tschunko, Leiter der staatlichen Hochbaubehörde beim Landesverwaltungsamt, deutlich. Er hob hervor, dass das Gebäude der ganzen Einrichtung ein neues Gesicht gebe. Es sei Dreh- und Angelpunkt für studentisches Lernen. Und es habe das Potential, UKS, Medizinische Fakultät mit Kreis und Kommunen noch enger zusammenzubringen.



Wie wichtig es ist, den Studenten  gute Bedingungen zu bieten, machten auch der Dekan der Medizinischen Fakultät, Professor Michael Menger, und der Präsident der Saar-Uni, Professor Manfred Schmitt, deutlich. „Wir fiebern der Eröffnung entgegen“, betonte Menger. Der Bedarf sei angesichts fehlender, alter Hörsäle und viel zu weniger Seminarräume groß. Auch die Bibliothek kann dann im Neubau genutzt werden. Derzeit ist sie gegenüber im alten Aula-Gebäude untergebracht. Das ist äußerlich ein Schmuckstück, im Inneren als Bibliothek aber ein Provisorium.

Auch das neue Simulationshospital sei ein Beispiel kompetenter Lehre, es könne Medizinern aus dem ganzen Saarland als Aus- und Weiterbildungsangebot dienen, machte Menger deutlich. Und er unterstrich, wie  bedeutend es sei, junge Menschen fürs Studium ins Saarland zu locken. Man müsse sich als attraktiver Standort präsentieren, damit sie nicht in andere Städte wechselten. Nur so könne man sie dazu bewegen, auch zu bleiben und hier zu arbeiten. „Die Studenten“, machte Professor Schmitt deutlich, seien „das Herzstück jeder Universität“. Es sei extrem wichtig, in der heutigen Situation im Rahmen des sehr harten wissenschaftlichen Wettbewerbs um Studenten zu kämpfen. Die Lage des Neubaus sei hervorragend gewählt. Er könne sich vorstellen, dass sich rundherum noch andere Gebäude wie Cafés oder kleinere Geschäfte ansiedelten. Das werde das Campusleben in Homburg enorm bereichern.

Am Ende der Reden stand dann noch der  Richt- und Segensspruch. Den sprach Zimmer- und Dachdeckermeisterin Anja Schaum. Das Glas, das bei solchen Gelegenheiten auf den Boden geworfen wird, zersprang dann auch – ganz so, wie es sein soll.

Insofern spricht also nichts dagegen, dass hier alles nach Plan laufen wird – und die Studenten das neue große Herz des Homburger Campus’ auch wirklich demnächst nutzen können.

Noch ist das neue zentrale Unigebäude auf dem Homburger Campus eine Baustelle. Jetzt soll es zügig mit dem Innenausbau weitergehen. In der zweiten Jahreshälfte 2019 will man hier fertig sein.
Noch ist das neue zentrale Unigebäude auf dem Homburger Campus eine Baustelle. Jetzt soll es zügig mit dem Innenausbau weitergehen. In der zweiten Jahreshälfte 2019 will man hier fertig sein. FOTO: Rüdiger Koop
Das alte Aulagebäude mit Bühne beherbergt heute die Bibliothek. Auch die sollen Studenten künftig gegenüber im neuen Unigebäude nutzen können. Das alte Haus selbst ist sanierungsbedürftig.
Das alte Aulagebäude mit Bühne beherbergt heute die Bibliothek. Auch die sollen Studenten künftig gegenüber im neuen Unigebäude nutzen können. Das alte Haus selbst ist sanierungsbedürftig.