| 22:58 Uhr

RFV Bliesbergerhof
Das Pferd in jedem Gelände beherrschen

Richterin Hannelore Pfister und Ausbilder Ingo Linn freuten sich mit den Teilnehmern über ihre Reitabzeichen.
Richterin Hannelore Pfister und Ausbilder Ingo Linn freuten sich mit den Teilnehmern über ihre Reitabzeichen. FOTO: Cordula von Waldow
Limbach/Zweibrücken. Zehn Teilnehmer absolvierten während der Herbstferien einen Reitabzeichenlehrgang beim RFV Bliesbergerhof.

„Wie sicher beherrsche ich mein Pferd im Gelände?“ Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, absolvierte Katharina Roßbach (31) am Samstag beim RFV Bliesbergerhof die Prüfung zum Reitpass. In der Kleingruppe von drei Teilnehmern ging es in Schritt, Trab und Galopp über den Vielseitigkeitsplatz auf dem Bliesbergerhof. Mit einem Graben in einer Senke (Pulvermannsgrab), einem „Billard“, das aussieht wie ein kleines Podest zum Hinauf- und Herunterklettern oder -springen und sogar mit einem kleinen Berg sowie Baumstämmen und niedringen Naturhindernissen ließ sich dort ein Geländeritt perfekt simulieren.

„Wir mussten alle Gangarten in der Gruppe reiten und auch einzeln die Gruppe verlassen“, beschreibt die 31-jährige Hobbyreiterin die Anforderungen. Nach der intensiven Vorbereitungswoche mit Pferdewirtschaftsmeister Ingo Linn sei das „alles gut machbar“ gewesen.

Ihr Pferd Jack gehe leicht von anderen Pferden weg, sei jedoch recht stürmisch und drängele, wenn er am Schluss der Gruppe galoppiert. „Das haben wir gut trainiert“, freut sie sich. Erst im März kam die Reiterin aus Kinder- und Jugendtagen wieder aufs Pferd. Sie geht gerne ins Gelände und reitet auch ein bisschen Dressur.



Bei Jasmin Becker darf es davon etwas mehr sein. Die 28-jährige Amateurin absolvierte ihr dressurspezifisches Deutsches Reitabzeichen Klasse Drei, für das sie eine L-Dressur reiten und theoretische Fragen beantworten musste. Obwohl sie mit ihrem Hannoveraner Wallach Captain Connery bereits L-Dressuren mit guten Achternoten gewonnen hat, war sie vorher aufgeregt.

„Es ist eine Prüfung!“, erklärte sie, glücklich über ihren Erfolg. Reiterlich ist sie bereits in der nächst höheren, mittelschweren Klasse unterwegs, doch die Medizinal-Assistentin will mit dem Reitabzeichen die Voraussetzung dafür schaffen, auch als Trainerin oder sogar Turnierrichterin zu wirken. „Außerdem habe ich in dieser Woche unglaublich viel profitiert“, lobt sie den Unterricht von Ingo Linn. Dieser sei ganz anders, als andere. „Das hat nicht funktioniert. Also suchen wir jetzt nach der Ursache“, pflegte er missglückte Lektionen zu kommentieren. „Wenn ich verstanden habe, warum etwas nicht funktioniert hat, kann ich daran auch eigenständig arbeiten“, schätzte sie seine „Hilfe zur Selbsthilfe“. Außerdem sei er sehr kreativ darin, Probleme auf ganz einfache Art zu lösen, angenehm für Reiter und Pferd.

Jasmin Becker schwärmt regelrecht: „Ingo besitzt unglaublich viel feingefühl, wenn es darum geht, Reiter und Pferd entspannt ans Ziel zu bringen. Pferde fühlen sich sofort wohl.“ Das galt auch für sie selbst. Sie sei in der familiären Atmosphäre auf dem Hof sehr herzlich und offen empfangen worden und war „sofort aufgenommen“. Selbst, wenn es wie diesmal, nur zehn Teilnehmer sind, führt Ingo Linn seit vielen Jahren in allen Oster- und Herbstferien einen Reitabzeichenlehrgang durch.

„Das motiviert die Kleinen ebenso wie die Erwachsenen“, weiß der erfahrene Ausbilder. Das Richterduo Werner Staudt und Hannelore Pfister war mit den gezeigten Leistungen zufrieden:

Alle Teilnehmer haben bestanden. Steckenpferd: Jolina Hammoud, Melinay Demir. Deutsches Reitabzeichen Klasse Sechs: Emely Kern, Chiara Bach, Julia Schmitt. Deutsches Reitabzeichen Klasse Drei Dressur: Jasmin Becker. Reitpass: Katharina Roßbach, Michaela König, Dietmar Dörr.